Plackerei endet, Praxistest beginnt

3. LIGA Zum ersten Saisonspiel Gedern/Niddas kommt gleich potenzielles Spitzenteam

GEDERN – / (flo). Die Statistik bleibt negativ, aber immerhin der Trend ist positiv. In der Vorsaison gewannen die Handballerinnen der HSG Gedern/Nidda erstmals ihre Auftaktpartie. Wenn die Wetterauerinnen am Samstag (18 Uhr, Gymnasiumhalle Nidda) zuhause in die neue Saison der 3. Liga Ost starten, würde man das Zahlenwerk freilich gerne weiter aufpolieren. Der Gegner ist jedoch ein Schwergewicht: Der hochgehandelte SV Germania Fritzlar gibt seine Visitenkarte ab.

Samstag, 18 Uhr HSG Gedern/Nidda – Germ. Fritzlar

14 Wochen Vorbereitung liegen hinter der Spielgemeinschaft. Darin enthalten: Neun Testspiele, eine Turnierteilnahme, zwei Kurztrainingslager. Nun ist die Plackerei, die als Grundlage für die Runde dienen soll, vorüber. „Wir freuen uns alle auf den Saisonauftakt. Es ist jetzt einfach an der Zeit, dass es mal losgeht“, findet Trainer Christian Breiler. Zugleich weiß der 40-Jährige, dass es für seine Mannschaft wieder mal ein Sprung ins Ungewisse ist. Eine gewisse Nervosität sei beim ersten Spiel immer dabei, „man weiß nicht, wo man steht“. Da sind die Fritzlarerinnen, die unter die ersten Drei der Tabelle wollen, schon ein klitzekleines Stückchen weiter. Die Nordhessinnen gewannen ihr erstes Saisonspiel gegen Aufsteiger HSG Plesse-Hardenberg mit 24:15. Hundertprozentig zufrieden war Trainerin Viktoria Marquardt nicht, die Partie in Nidda dürfte eher zum Härtetest werden. Angriffslustig sagte Fritzlars Übungsleiterin der HNA: „Wir wollen 4:0 Punkte zum Auftakt.“

Die HSG Gedern/Nidda will in dieser Saison wieder zur alten Heimstärke zurückfinden. „Letztes Jahr ist es uns nicht gelungen, zuhause gegen eine Mannschaft aus dem oberen Drittel zu gewinnen. Das wollen wir dieses Jahr auf alle Fälle schaffen“, sagt Breiler. Schon gegen Fritzlar? Dagegen hätte der HSG-Trainer freilich nichts. Er weiß aber: „Um Fritzlar in Bedrängnis zu bringen, brauchen wir in allen Bereichen eine sehr gute Leistung. Aber ich bin mir sicher, dass wir einen engen Fight liefern werden.“

Schmeißer fällt aus

Aus dem Vollen schöpfen kann die Spielgemeinschaft dabei allerdings nicht. Jessica Schmeißer, die sich Anfang dieser Woche einer MRT-Untersuchung unterzog, fällt aufgrund der hartnäckigen Leistenprobleme weiter aus. Möglicherweise droht der Kreisläuferin eine längerfristige Pause. „Dieser Ausfall tut weh“, sagt Breiler, wohlwissend um Schmeißers Bedeutung für die Abwehr. Rechtsaußen Christin Kraft ist privat verhindert, Torhüterin Bärbel Thun fehlt verletzungsbedingt ebenfalls weiterhin. Dafür wird die neue Torfrau Katrin Neef, die zuvor in der zweiten Mannschaft spielen soll, auf der Bank Platz nehmen.

Es bleiben dennoch einige Fragen in Sachen Taktik und Personal offen. Wird die HSG tatsächlich nachhaltig mit der offensiven 3:2:1-Abwehr oder doch mit einer defensiveren Variante operieren? Wie splitten sich auf der mittleren Rückraumposition die Spielanteile zwischen Routinier Stefanie Thiele und Jungspund Hannah Niebergall? Wer könnte angesichts des Schmeißer-Ausfalls Kreisläuferin Leonie Nowak entlasten? Man darf also gespannt sein. Klarer ist, was auf die Spielgemeinschaft zukommen wird. „Fritzlar“, analysiert Breiler, „spielt eine gute 6:0-Abwehr, verfügt gerade im Rückraum über geballte Qualität und hat da viele Spielerinnen, die ein Spiel alleine entscheiden können.“ Die Rückraumlinke Janina Dreyer etwa hatte mit sechs Toren großen Anteil am Auftakterfolg. Auch mit der Halbrechten Melina Horn, im Vorjahr Fritzlars beste Torschützin, ist stets zu rechnen. Ein echtes Luxusproblem haben die Nordhessinnen auf der Mitte: Mit Esther Meyfarth, zuletzt erkältet, und Neuzugang Franziska Chmurski stehen zwei starke Spielgestalterinnen parat. Eine echte Herausforderung also für die HSG Gedern/Nidda.

Quelle: Kreis-Anzeiger (23.09.2017)