Blick auf Tabelle darf genossen werden

3. LIGA HSG Gedern/Nidda mit bisher optimaler Punkteausbeute

KRIFTEL – (flo). Erfolgserlebnisse lösen für gewöhnlich gute Laune aus. Selbst wenn es solche der Kategorie Arbeitssieg sind. „Bis Dienstag“, schmunzelte also Christian Breiler, Trainer der HSG Gedern/Nidda, „darf sich jede Spielerin auch mal die Tabelle anschauen und sich freuen.“ Denn nach dem erarbeiteten 24:19 (12:7)-Sieg beim Aufsteiger TuS Kriftel weist das Klassement der 3. Liga Ost die Handballerinnen aus der Wetterau auf Platz zwei aus. Und 4:0 Punkte hatte die Spielgemeinschaft in der dritthöchsten Spielklasse auch noch nicht auf dem Konto. „Wir sind mit dem Start vollauf zufrieden“, freute sich Breiler.

TuS Kriftel – HSG Gedern/Nidda 19:24

Es war gewiss kein Sieg der Offensivkunst, es war einmal mehr ein Erfolg der Defensive. Wieder kassierte die HSG weniger als 20 Tore – obgleich das gegen Fritzlar weitaus höher einzuschätzen war als gegen den in Sachen Angriff doch limitierten Neuling Kriftel. „Unser Angriffsspiel war im Vergleich zur Vorwoche viel besser, aber noch nicht effektiv genug“, analysierte Kriftels Trainer Christian Albat. „Wir haben keine Shooterin, das macht den Unterschied. Wir werden es auch schaffen, im Angriff auf das Niveau zu kommen, das wir brauchen. Aber jetzt sind wir da eben noch nicht.“ Gedern/Nidda leistete sich defensiv zwar auch die eine oder andere Nachlässigkeit. Im Großen und Ganzen war es jedoch eine gute Abwehrleistung, auch Torhüterin Anne Heß überzeugte mit 19 Paraden erneut.

Der Start geriet schwerfällig, Handball-Ästheten wären kaum auf ihre Kosten gekommen. Beiden Mannschaften unterliefen viele Ballverluste und technische Fehler, Kriftel noch einige mehr als den Gästen. „Wie wir das Spiel angenommen haben, war in Ordnung. Das erste Heimspiel bei einem Aufsteiger ist immer unangenehm“, befand Breiler. Im Positionsangriff der HSG war vieles Stückwerk. „Wir haben zu statisch gespielt, waren zu dicht an der Abwehr und haben den Ball nicht richtig laufen lassen“, sagte der Trainer. Dazu kam eine anfangs dürftige Chancenverwertung. Doch zumindest die Deckung stand: Kriftel versuchte immer wieder, Kreisläuferin Isabel Göbel in Szene zu setzen, doch diese war bei Leonie Nowak und Hanna Rösner in besten Händen. Beim Stand von 6:6 in der 22. Minute legte Breiler erstmals den grünen Karton auf den Zeitnehmertisch, wählte klare Worte – und tatsächlich wurde es prompt besser. Breiler: „Wir haben dann einfach mehr den Ball laufen lassen, hatten mehr Bewegung.“ Gedern/Nidda erspielte sich Siebenmeter, kreierte freie Würfe, hatte zudem Glück bei zwei Krifteler Aluminiumtreffern und setzte sich deshalb bis zur Pause auf 12:7 ab.

In den Vordergrund spielte sich im zweiten Abschnitt Isabell Schüler. Fünf ihrer sechs Tore erzielte die Linksaußen nach der Pause, war letztlich gemeinsam mit Kirsten Schindler, die alle ihre sechs Treffer von der Siebenmetermarke erzielte, beste Schützin. Schüler war es auch, die mit einem Doppelschlag das 17:12 (45.) herauswarf. Kreisläuferin Nowak erhöhte sogar auf 18:12. Bis etwa zehn Minuten vor Schluss verwaltete die HSG diesen komfortablen Sechs-Tore-Vorsprung. Dann arbeitete sich Kriftel nochmal heran, nutzte ausgelassene Chancen, um durch die reaktivierte Ex-Bundesligaspielerin Cathrin Groetzki auf 17:20 (53.) zu verkürzen. Doch Gedern/Nidda ließ sich nicht ins Bockshorn jagen. Spätestens als Mittelfrau Hannah Niebergall zum 17:22 (58.) durchbrach, waren die zwei Punkte sicher. „Wir sind glücklich, dass wir dieses Spiel gewonnen haben. Letztlich war es ein verdienter Sieg“, resümierte Breiler.

Der übernächste Gegner, die TSG Eddersheim, beobachtete die HSG in Kriftel übrigens. Doch Gedern/Niddas Fokus liegt erst einmal auf der nächsten Aufgabe: Nämlich jener beim Aufsteiger HV Chemnitz am nächsten Sonntag.

TuS Kriftel: Nickel, Weißer (ab 31.); Rosenbaum (3), Körber (2), Weißer (1), Körner, Seeharsch (1), Göbel, Thun, Laurito (1), Janssen (3), Giebe, von Moltke (5/3), Groetzki (3).

HSG Gedern/Nidda: Stroh (bei zwei 7m), Heß (1. – 60.); Rösner (1), Schüler (6), Niebergall (2), Kraft (2), Thiele (2), Schmeißer (n.e.), Eisenacher (3), Nowak (2), Schindler (6/6), Nagy.

Schiedsrichter: Becker/Nickel (Pfungstadt/Zwingenberg) – Zuschauer: 100 – Zeitstrafen: 4:4 Minuten (Körber, Laurito/Nowak (2)) – Siebenmeter: 4/3:8/6 – Spielfilm: 3:2 (10.), 6:6 (18.), 7:8 (23.), 7:12 (30.), 11:14 (39.), 12:18 (45.), 15:20 (50.), 17:20 (53.), 19:24 (60.).

Quelle: Kreis-Anzeiger (02.10.2017)