Kehrtwende: Becker hängt eine Saison dran

GEDERN/NIDDA – (flo). Still ruht der See? Zumindest vordergründig wirkt das so. Doch dieser Schein trügt. Denn hinter den Kulissen wird bei den Handballerinnen der HSG Gedern/Nidda eifrig gewerkelt, weiterhin läuft die Suche nach Verstärkungen für den Rückraum. Bislang ist es eine Suche ohne erfolgreiches Ergebnis. Zuwachs gibt es für den Zweitliga-Aufsteiger dennoch: Rückraumspielerin Johanna Becker hängt doch noch eine Saison dran.

Das ist durchaus überraschend. Frühzeitig hatte sich Becker im Laufe der letzten Saison entschieden, ihre Karriere mit Ablauf der Spielzeit endgültig zu beenden – aus zeitlichen sowie aus körperlichen Gründen. Nun die Kehrtwende. „Johanna hat es sich nochmal überlegt, das war eine Initiative von ihr selbst“, erklärt HSG-Trainer Christian Breiler. „Ich habe mich umentschieden, da ich gemerkt habe, dass es noch nicht ohne Handball geht“, sagt die 33-Jährige selbst. „Wenn man so lange gespielt hat und die Knochen es so weit noch mitmachen, sollten man den Schritt in die 2. Liga mit einer so überragenden Mannschaft nochmal mitgehen.“ Becker ist neben Kreisläuferin Leonie Nowak die einzige Spielerin im derzeitigen Kader der HSG Gedern/Nidda, die bereits Zweitligaerfahrung gesammelt hat. „Die zweite Vorbereitungsphase“, stellt Breiler angesichts des verspäteten Einstiegs fest, „muss Johanna komplett mitmachen.“

Breiter Kader wichtig

Grundsätzlich sei es wichtig, für die 2. Bundesliga einen breiten Kader zu haben, befindet der Trainer. Vier Neuzugänge, dazu der Becker-Verbleib sorgen bei zwei Abgängen dafür, dass dieses Ansinnen realisiert wurde. Im Training kann Breiler derzeit häufig mit 15, 16 Spielerinnen arbeiten.

Eine davon ist Nadin Patz. Die 35-Jährige, die ihre Laufbahn vor einem Jahr beendet hatte, trainiert – abhängig von beruflichen Einschränkungen – wieder regelmäßig mit. „Nadin ist mit im Trainingsprozess und hilft dort, weil sie eine sehr erfahrene Spielerin ist und den jungen Spielerinnen Hilfestellungen gibt“, erklärt Breiler. Gibt’s ein Comeback? Breiler: „Wenn jemand verletzt ausfällt, können wir auf sie zurückgreifen. Nadin geht in keinen Konkurrenzkampf, aber sie ist da, falls wir sie im Notfall bräuchten.“

Neulinge ungewiss

Ob indes noch ein weiterer Neuzugang dazu stoßen wird, steht in den Sternen. Die Spielgemeinschaft hat ein paar Kandidatinnen für den Rückraum auf der Liste, sie hat den einen oder anderen Kontakt aufgenommen, aber bislang liegt noch keine Zusage vor. Die Suche erweist sich insgesamt als schwierig. Einerseits sollte ein weiterer Neuling eine klare Verstärkung darstellen, andererseits muss eine neue Spielerin menschlich und finanziell ins Mannschaftsgefüge passen. „Bei Spielerinnen, die uns den Klassenerhalt garantieren würden, ist es eine finanzielle Frage“, sagt Breiler. „Wir haben eine Mannschaft mit vielen jungen Spielerinnen, wollen versuchen, als Mannschaft auf das nächste Level zu kommen und wollen unser Gefüge nicht kaputt machen.“

Im Falle eines direkten Wiederabstiegs soll die Mannschaft schließlich auch eine Liga tiefer so zusammenbleiben. Ein exaktes Zeitfenster, bis wann eine weitere Neue spätestens da sein müsste, will der HSG-Coach nicht aufmachen. Er sagt: „Das kommt auf die Qualität an. Aber es wäre dann schon gut, wenn jemand im August käme.“

Quelle: Kreis-Anzeiger (12.07.2018)