Gedern/Nidda im Vorbereitungsstress

GEDERN/NIDDA – (flo). Einen Vorteil haben die Handballerinnen der HSG Gedern/Nidda in ihrer Rolle als Aufsteiger in die 2. Bundesliga zweifelsohne: Die Möglichkeit einer längeren Vorbereitungsphase. Während die nicht erst aufgestiegene Konkurrenz noch bis Ende Mai im Zweitliga-Spielbetrieb ran musste und deshalb erst zwischen Anfang und Mitte Juli ins Training einstieg, beginnt für die Wetterauerinnen nach einer fünfwöchigen ersten Phase am Montag bereits Teil zwei der Vorbereitung.

Mit dem ersten Abschnitt war Gedern/Niddas Trainer Christian Breiler zufrieden, viele Laufeinheiten standen auf dem Programm, beim Athletiktraining wurde aber auch der Ball bereits frühzeitig eingebunden, regelmäßig waren 15, 16 Spielerinnen im Training. „Die Mädels haben gut mitgearbeitet“, lobt der 41-Jährige. Sein spielendes Personal war auch in der zwei Wochen langen Pause nicht gänzlich untätig, durfte zwar mal durchpusten, absolvierte aber läuferische und athletische Übungen, um das Trainingslevel zu halten.

„Die Mannschaft“, sagt Breiler, „weiß, was im August auf uns zukommt, da müssen wir bestens vorbereitet reingehen.“ Das Pensum hat es in sich, viele freie Tage sieht der Trainingsplan bis zum Saisonstart am 8. September beim BSV Sachsen Zwickau nicht mehr vor. Unter der Woche steht in den kommenden sieben Wochen an vier Tagen Training auf dem Programm, auch die Wochenenden sind mit wenigen Ausnahmen vollgepackt mit Training und Testspielen, zwei Kurz-Trainingslager stehen an.

Acht Testspiele

Acht Vorbereitungsspiele wird die Spielgemeinschaft absolvieren, dazu kommen weitere Spiele bei zwei Turnieren. Absichtlich hat man versucht, viele Tests gegen starke Gegner zu organisieren. „Unser Ziel ist es, von Anfang an auf ein höheres Niveau zu kommen und uns ein Stück weit an das neue Niveau zu gewöhnen“, erklärt Breiler.

Das erste Vorbereitungsspiel bestreiten die Wetterauerinnen am Freitag, 27. Juli, beim Landesligisten TSG Leihgestern, tags darauf stehen in der Niddaer Gymnasiumhalle Partien gegen die TSG Oberursel (Oberliga Hessen) und TSG Eddersheim (3. Liga Ost) auf dem Programm. Weitere Testspielgegner sind die Zweitligisten TSG Ketsch (4. August) und SG Kirchhof (18. August) sowie die Drittligisten TSG Ober-Eschbach (3. August), TSG Ketsch II (31. August) und 1. FC Köln (1. September).

Neben der Teilnahme am hochklassigen Lotto-Cup in Ludwigsburg am 25./26. August richtet die HSG Gedern/Nidda dieses Jahr zudem ein Vorbereitungsturnier in der eigenen Halle aus. Der starke Drittligist Bayer Leverkusen II wird dabei sein, ebenso Drittliganeuling TVE Netphen, möglicherweise stößt noch eine vierte Mannschaft dazu.

Inhaltlich stehen in der zweiten Vorbereitungsphase diverse Themen auf der Agenda. Die Abwehr soll nicht nur in der 6:0-Formation stabil sein, sondern auch in offensiveren Deckungssystemen. Auf eben dieser Basis soll das Gegenstoßspiel fußen. „Wir brauchen ein schnelles Spiel nach vorne, müssen uns in der zweiten Welle steigern“, betont Breiler. Neben der Arbeit an der Deckung und am flotten Umschalten in beide Richtungen soll der Positionsangriff in vielen Facetten verfeinert werden. „Wir wollen im Angriff variabel und körperbetonter spielen, viel mehr in die Tiefe gehen“, skizziert der HSG-Trainer.

Auch das Thema siebte Feldspielerin ist wieder aktuell, in der Vorsaison griff die Spielgemeinschaft kaum zu diesem Mittel. Ausprobieren möchte man es in der Vorbereitung allerdings auf jeden Fall. Schließlich könnte es durchaus ein taktischer Kniff sein, um gegen die robusten Deckungen in der 2. Bundesliga Durchschlagskraft zu entwickeln. „Es wird sich zeigen, wie gut das klappt“, meint Breiler. „Da wir körperlich unterlegen sind, ist das sicherlich ein Mittel. Aber dafür muss es hundertprozentig funktionieren.“

Heim-Premiere 15. September

Klarheit herrscht mittlerweile hinsichtlich des Spielplans. Nach dem Auswärtsauftakt in Zwickau hat Gedern/Nidda am 15. September zur Zweitliga-Heimpremiere den TV Beyeröhde zu Gast. Am 29. September gibt dann der SV Werder Bremen seine Visitenkarte in der Gymnasiumhalle ab. Beide Derbys wird die HSG in der Hinrunde zunächst auswärts bestreiten: Am 10. November beim 1. FSV Mainz 05, am 5. Januar bei der SG Kirchhof.

Quelle: Kreis-Anzeiger (22.07.2018)