Gedern/Nidda selbstbewusst

GEDERN/NIDDA – (flo). Auswärts lief es zuletzt nicht rund, zuhause klappt es dafür umso besser. In der Rückrunde haben die Handballerinnen der HSG Gedern/Nidda alle drei Heimspiele gewonnen. Auch deshalb stehen die Wetterauerinnen immer noch an der Tabellenspitze der 3. Liga Ost. Klar ist: Die Spiele werden weniger, die Spannung steigt. Gegen die SG Mainz-Bretzenheim steht heute Abend (18 Uhr, Gymnasiumhalle Nidda) das nächste Spitzenspiel an.

HSG Gedern/Nidda – SG Mainz-Bretzenheim heute 18 Uhr in Nidda

Zwar sind die Rheinland-Pfälzerinnen derzeit nur Tabellenfünfte, haben 22:12-Punkte auf dem Konto. Doch in diesem irren Aufstiegsrennen könnte sich Bretzenheim ratzfatz in Position für das Titelrennen bringen. Würde der Mannschaft von Trainer Christian Grzelachowski in der Wetterau ein Auswärtssieg gelingen, wäre man nur noch zwei Punkte hinter Gedern/Nidda. Genau dies verleiht der Partie besondere Brisanz, zumal es für Bretzenheim die letzte Chance sein dürfte, nochmal ganz oben heranzurücken. Keine Frage, dass die HSG eben dies verhindern will. „Ich setze auf den Heimvorteil“, sagt Gedern/Niddas Trainer Christian Breiler. „Darauf, dass uns unsere Zuschauer nach vorne peitschen und wir über uns hinauswachsen können.“ Von den ständigen Veränderungen im Aufstiegskampf, in dem Kleenheim auf einen und Fritzlar auf zwei Zähler an die HSG herangerückt sind, will man sich ohnehin nicht verrückt machen lassen. „Wir spielen eine außergewöhnliche Runde. Die Mannschaft“, versichert Breiler, „ist nicht angespannt, wir müssen das genießen.“

Die Spielgemeinschaft ist mittlerweile wieder deutlich besser in Schuss, als das ganz zu Beginn der Rückrunde der Fall war. Dass man rund um die Winterpause mit einigen personellen Schwierigkeiten zu kämpfen hatte, zeichnete sich in den Leistungen dann doch sehr deutlich ab, warf die Wetterauerinnen in Sachen spielerischer Harmonie zurück. Was eben daran liegt, dass Gedern/Nidda in hohem Maße über das Kollektiv und die Eingespieltheit kommt. Ein zeitraubender Prozess, alle Stellschrauben im laufenden Wettbewerb wieder fein zu justieren. „Vom Tempo her“, sagt Breiler, „hat mir das gegen Markranstädt und Leipzig wieder wesentlich besser gefallen.“

Allerdings macht seine Mannschaft im Angriffsspiel noch zu viele Fehler, in Leipzig waren es rund 15 technische Fehler. Das führt zu einfachen Toren für den Gegner, immerhin 34 Gegenstoßtreffer hat die HSG in sechs Rückrundenspielen kassiert. „Wir müssen die Anzahl unserer technischen Fehler ein bisschen reduzieren“, befindet der HSG-Trainer. Logisch, dass Geschwindigkeit und Sicherheit einen Zielkonflikt darstellen. „Aber“, erklärt Breiler, „wir müssen ins Risiko gehen, um Erfolg zu haben. Wir können das Spiel nicht langsam machen und versuchen, aus dem Positionsangriff heraus 30 Tore zu machen. Da spielen wir eine andere Art Handball.“ Gleichwohl müsse man im schnellen Spiel nach vorne wieder effizienter werden.

Unklar ist, ob alle Spielerinnen zur Verfügung stehen werden. Die zuletzt kranken Rückraumspielerinnen Johanna Becker und Stefanie Thiele sind ins Training zurückgekehrt, dafür ist der Einsatz von Mittelblockakteurin Hanna Rösner (Erkältung) noch offen.

Für den Gegner findet der HSG-Trainer ausschließlich lobende Worte. „Bretzenheim verfügt über enormes Potenzial, sie sind im Laufe der Runde immer stärker geworden“, sagt Breiler. Im Detail: Die Rheinland-Pfälzerinnen bringen physische Stärke und in Teilen Zweitligaerfahrung mit, spielen eine gute 6:0-Abwehr und verfügen offensiv über massig individuelle Qualität. Jedoch wird die wurfstarke Rückraumlinke Lena Kahnert, mit 70/6 Treffern zweitbeste Mainzer Torschützin, wohl fehlen, da sie derzeit mit der Polizei-Nationalmannschaft die Heim-Europameisterschaft bestreitet. Über kurz oder lang will Bretzenheim übrigens zurück in die 2. Bundesliga. Frauenwartin Julia Veeck sagte der Allgemeinen Zeitung: „Wir wollen wieder oben angreifen.“ Sowohl heute als auch langfristig.

Quelle: Kreis-Anzeiger (17.03.2018)