Wieder mal daheim: HSG Gedern/Nidda vor Big Points gegen Herrenberg

GEDERN/NIDDA (flo). Es ist ein Hinrundenfinale, das es zweifelsfrei in sich hat. Denn wenn die Handballerinnen der HSG Gedern/Nidda nach zuletzt zwei Auswärtsspielen am Samstag (18 Uhr) wieder in der Niddaer Gymnasiumhalle ran dürfen, steht gegen den Tabellenzwölften SG H2Ku Herrenberg ein heißer Tanz um bedeutsame Punkte im Abstiegskampf der 2. Bundesliga an.

Samstag, 18 Uhr, HSG Gedern/Niddda – SG H2Ku Herrenberg

Allein der Blick auf die Tabelle offenbart die Bedeutung dieser Begegnung: Gedern/Nidda bildet mit 7:21 Punkten das Schlusslicht der Liga, Herrenberg ist mit 8:18 Zählern vier Ränge besser platziert. Für die HSG ist dieses Spiel also sehr richtungsweisend, ebenso wie jenes am nächsten Samstag gegen den Drittletzten Sachsen Zwickau. „Wir wollen mit aller Macht versuchen, in diesen Heimspielen zu punkten, um den Anschluss nicht zu verlieren“, betont deshalb Trainer Christian Breiler.

Jedoch: Der Aufsteiger hat sechs seiner bislang sieben Heimpartien verloren. Der erste und einzige Erfolg vor heimischer Kulisse, das 22:14 gegen den TSV Nord Harrislee Mitte Oktober, liegt bereits über drei Monate zurück. Warum also läuft es auswärts besser als zuhause? Der Trainer wiegelt ab: „Ich glaube, das hat nichts mit daheim oder auswärts zu tun.“

Sein Erklärungsansatz: „Es ist einfach ein Entwicklungsprozess, in einer höheren Liga in der Primetime die richtigen Entscheidungen zu treffen.“ In diesen Phasen mangele es noch daran, die Fehler des Gegners auszunutzen. „Aber angesichts dessen, wo unsere Spielerinnen herkommen, kann man nicht erwarten, dass sie in der 2. Liga jedes Mal die richtige Entscheidung treffen“, befindet Breiler, der mit seiner Mannschaft weiterhin daran arbeitet, das Angriffsspiel zu stabilisieren und die einfachen Fehler abzustellen. Dabei setzt er auch auf den Heimvorteil. „Ich hoffe auf die Unterstützung der Zuschauer und dass sie die Mannschaft gerade in kritischen Situationen pushen“, sagt der 41-Jährige, dessen Mannschaft zuletzt beim 25:25 einen Punkt aus Trier entführte. Erst im Nachhinein stellte sich heraus, dass die Gastgeberinnen von der Mosel in den letzten 16 Sekunden mit acht Spielerinnen agiert hatten. „Ich wüsste aber nicht, dass man da noch etwas Erfolgsversprechendes machen könnte“, so Breiler, der das Herrenberg-Spiel ohne personelle Ausfälle angeht.

Ganz im Gegensatz zum Gegner. Die SG H2Ku ist in dieser Saison in besonderem Ausmaß vom Verletzungspech gebeutelt. Der jüngste Neuzugang im Lazarett: Mittelfrau Marie Beddies, die sich letzte Woche gegen Nord Harrislee einen Kreuzbandriss zuzog. Auch Carolin Tuc, die zweite etatmäßige Spielmacherin, wird in dieser Spielzeit aufgrund eines Kreuzbandrisses nicht mehr zum Einsatz kommen. Immerhin ist mit Linksaußen Saskia Putzke (Kreuzbandriss) eine Langzeitverletzte wieder an Bord, die Rückraumspielerinnen Aylin Bok (Kreuzbandriss) und Kerstin Foth (Riss der Achillessehne) sollen Ende Januar zurückkehren. „Wir werden sicher in den nächsten Wochen eine Verstärkung präsentieren können“, kündigt SG-Coach Mike Leibssle zudem eine Neuverpflichtung an.

Kurzfristig bleibt die Frage: Wer führt in der Gymnasiumhalle Regie bei den Baden-Württembergerin? Zuletzt rückte Ausnahmetalent Lea Neubrander auf die Mitte. Die 19-jährige Juniorennationalspielerin ist mit 112/34 Treffern die zweitbeste Torjägerin der Liga, besticht durch Wucht und Variabilität im Abschluss, bespielt aber in der Regel die halblinke Position. „Ich wäre schlecht beraten, wenn ich nur eine Option hätte. Wir haben in der Trainingswoche verschiedene Optionen probiert“, lässt sich Leibssle nicht in die Karten schauen.

Verdeckte Karten

Herrenbergs Trainer, der seine Mannschaft per Videostudium intensiv auf Gedern/Nidda vorbereitet hat, macht klar: „Wir müssen auf die sehr gute zweite Hälfte gegen Rödertal (24:26-Niederlage; d. Red.) und die 60 Minuten gegen Nord Harrislee aufbauen.“ Gegen die Nordlichter nämlich feierte die SG nach sechs Spielen ohne Sieg einen 25:17-Erfolg. Weil man dabei jedoch unerlaubterweise eine Spielerin ohne formale Spielberichtigung zum fünften Mal einsetzte, wurden die beiden errungenen Punkte wieder abgezogen. „Natürlich ist das ärgerlich. Aber wir haben noch genügend Zeit, um diesen Fehler eigenhändig auszubügeln“, sagt Leibssle.

Quelle: Kreis-Anzeiger (19.01.2018)