Zweitligist HSG Gedern/Nidda an Nordseeküste gefordert

GEDERN/NIDDA – Die Rückrunde der 2. Bundesliga steckt freilich noch in den Kinderschuhen, ist erst drei Spiele alt. Dennoch lässt sich bereits festhalten: Den Handballerinnen der HSG Gedern/Nidda ist fürs Erste eine Trendwende gelungen. Dies will der Aufsteiger am Samstagabend (19.30 Uhr, Klaus-Dieter-Fischer-Halle) im Anti-Abstiegsgipfel beim Tabellennachbarn Werder Bremen bestätigen.

Werder Bremen – HSG Gedern/Nidda
Samstag 19.30 Uhr

Wenn der Drittletzte den Vorletzten zu Gast hat, wenn diese beiden Mannschaften noch dazu punktgleich sind, dann ist das natürlich ein Big-Point-Spiel. Eines, das die Spielgemeinschaft aufgrund des überraschenden 25:20-Heimsieges gegen den VfL Waiblingen mit viel Rückenwind angehen kann. „Es ist schön, dass wir mal eine Mannschaft von oben geschlagen haben, das muss jetzt noch mehr Auftrieb geben“, hofft Trainer Christian Breiler.

Der Aufschwung der Wetterauerinnen ist zweifelsfrei unverkennbar. Nach überwiegend bedenklich schwachen Leistungen zum Ende der Hinrunde zeigten die Wetterauerinnen in den ersten Zügen der zweiten Halbserie bislang ein anderes Gesicht, verloren zwei Mal nur haarscharf und verdienten sich zuletzt den ersten Erfolg nach zuvor sechs sieglosen Spielen. Der Teufelskreis aus mangelndem Selbstvertrauen und verkrampften Auftritten ist jedenfalls passé.

„Mir ist wichtig, dass wir jetzt wieder mehr arbeiten, um jeden Zentimeter kämpfen, eine stärkere Körpersprache haben, dass wir uns weniger Gedanken machen, was passiert, wenn wir verlieren oder gewinnen, und wieder mit mehr Mut und Freude spielen“, erklärt der HSG-Coach den nun eingeschlagenen Weg. Insbesondere die Deckungsarbeit seiner Mannschaft stimmt ihn zuversichtlich. „Wenn wir das weiterhin so hinbekommen, bin ich überzeugt, dass wir noch den einen oder anderen Gegner nerven können und Punkte holen“, sagt er. „Für uns gilt es einfach, diesen Trend in Bremen fortzusetzen.“

Fraglich ist jedoch, ob der Tabellenvorletzte die Aufgabe im Norden mit voller Kapelle angehen kann. Die so wurfstarke Rückraumlinke Kristin Amos, letzte Woche bereits gesundheitlich angeschlagen, hütete zu Anfang dieser Woche fiebrig das Bett, stieg erst kürzlich wieder ins Training ein. Darüber hinaus waren für Rückraumakteurin Johanna Becker (Knochenhautentzündung) und Linksaußen Carmelina Mulch (Schienbeinentzündung) nur dosierte Einheiten möglich.

Den Trend umkehren – das will auch Werder Bremen schaffen. Die letzten sieben Partien haben die Grün-Weißen allesamt verloren, gleich drei Mal mit nur einem Tor Differenz. Etwa zuletzt bei der 27:28-Niederlage in Nord Harrislee. „Bremen“, sagt Breiler, „verfügt eigentlich über gehöriges Potenzial. Sie waren in vielen Spielen mehr als gleichwertig, haben aber nicht gepunktet.“ Deshalb steckt Werder im vierten Zweitligajahr knietief im Abstiegskampf und steht gegen Gedern/Nidda mächtig unter Zugzwang, ein Sieg ist im Grunde unumgänglich.

„Wir spielen nicht unbedingt wie ein Abstiegskandidat“, so Bremens Coach Dominic Buttig, der im November den entlassenen Maximilian Busch ablöste, gegenüber einem regionalen Online-Portal. „Uns fehlen momentan einfach das Erfolgserlebnis und der Rückenwind, damit würde uns die eine oder andere Aktion leichter fallen.“

So wie im Hinspiel, als sich Werder überdeutlich mit 32:17 durchsetzte. Von einer solch klaren Angelegenheit ist dieses Mal nicht auszugehen, vielmehr von einem packenden Duell im Kampf um den Klassenerhalt. „In dieser Liga kann jeder jeden schlagen“, sagt HSG-Coach Breiler. „Daher ist die Tagesform ganz entscheidend.“

Quelle: Kreis-Anzeiger (16.02.2019)