Big Points im Abstiegskampf bleiben HSG Gedern/Nidda verwehrt

BREMEN/NIDDA – Es hätte ein richtungsweisender Schritt und ein weiteres Ausrufezeichen im Abstiegskampf sein können. Allein: Die Big Points, die an der Nordseeküste verteilt wurden, verpassten die Zweitliga-Handballerinnen der HSG Gedern/Nidda. Einigermaßen deutlich sogar. Beim SV Werder Bremen musste sich der Tabellenvorletzte nämlich mit 26:34 (11:16) geschlagen geben.

SV Werder Bremen –
HSG Gedern/Nidda 34:26

„Diese Niederlage“, befand Trainer Christian Breiler, „ist kein Beinbruch.“ Selbstverständlich schmerzt eine Pleite gegen einen direkten Konkurrenten doppelt. Doch allzu viel hat sich an der Lage im Tabellenkeller nicht verändert. Das rettende Ufer – der nun von Werder belegte 13. Platz – ist aktuell zwei Zähler entfernt. Genauso groß ist der Abstand zum Drittletzten TuS Lintfort, der aus Zwickau einen Zähler entführte.

Die HSG war durchaus zuversichtlich ins Norddeutsche gereist, der Heimsieg gegen den VfL Waiblingen hatte spürbar Auftrieb gegeben. Und die Anfangsphase in der Klaus-Dieter-Fischer-Halle legte denn auch die Vermutung nahe, dass an der Weser weitere Punkte dazukommen könnten. Es entwickelte sich nämlich zunächst eine völlig ausgeglichene Angelegenheit. Gegen die zugegebenermaßen angeschlagenen Hanseatinnen, die zum einen die letzten sieben Spiele allesamt verloren hatten und zum anderen auf die verletzte auf Leistungsträgerin Jennifer Börsen verzichten mussten, war es Rückraumspielerin Sabine Eisenacher, die Gedern/Nidda in der 20. Minute in Überzahl mit einem weiten Wurf ins verwaiste Gehäuse mit 9:8 in Führung brachte. Bis dahin hatte sich der Aufsteiger nichts vorzuwerfen, zeigte eine sehr vernünftige Leistung.

Das änderte sich in der finalen Phase der ersten Hälfte jedoch schlagartig. Sukzessive gewann nämlich Bremen die Oberhand. Gegen die defensive, kompakte und dazu körperlich überlegene grün-weiße 6:0-Deckung hatten die Gäste zunehmend Probleme, kamen aus dem Rückraum nicht zum Zug, gerieten mehrfach ins drohende Zeitspiel.

„Uns hat die Gefahr aus der zweiten Reihe gefehlt“, analysierte HSG-Coach Breiler. „Das haben wir nicht gut vorbereitet, hatten nicht den richtigen Abstand zur Abwehr.“ Anders die Bremerinnen: Die waren klarer und zielstrebiger in ihren Aktionen, kamen über defensive Ballgewinne zu einfachen Treffern. So zog Werder auf 12:9 (25.) davon, die wurfgewaltige Halblinke Merle Heidergott stellte sogar auf 14:10 (27.). Binnen zehn Minuten wurde für die HSG also aus einer knappen Führung ein 11:16-Pausenrückstand. „Diese Phase“, konstatierte Breiler, „hat uns absolut das Genick gebrochen.“

Zumal es mit der Aufholjagd nach Wiederbeginn erst einmal nichts wurde. Im Gegenteil: Zwar verkürzten die Wetterauerinnen auf drei Tore, machten dann jedoch im Angriff erneut zu viele einfache Fehler, die zu Gegenstößen und einem 14:21-Rückstand (36.) führten. Die Gäste berappelten sich wieder, kämpften sich zurück ins Spiel. Rückraumakteurin Kristin Amos (neun Tore, davon sechs Siebenmeter) stellte von der Strafwurflinie den 19:23-Anschluss (43.) her. Mehrfach verkürzte die HSG anschließend auf vier Tore, verpasste es aufgrund einer nicht optimalen Chancenverwertung jedoch, Bremen noch näher zu kommen.

Ehe sich das Breiler-Team mit der dritten kurzen Schwächephase endgültig aller Chancen, diese Partie doch noch zu wenden, beraubte. Zwei Nachlässigkeiten in der Deckung, zwei Ballverluste in der Offensive – in Windeseile zogen die Gastgeberinnen mit einem 4:0-Lauf auf 31:23 (55.) davon. „Wir haben es leider nicht geschafft, das Spiel enger zu gestalten, so dass Bremen wieder in die Phase gekommen wäre, wo sie in anderen Spielen Schwächen gezeigt haben“, sagte der HSG-Trainer. Der Grund dafür: „Wir haben ein bisschen zu viele einfache Fehler gemacht, wodurch Bremen zu einfachen Gegenstoßtoren gekommen ist. Das macht dann in der Summe den Unterschied aus.“

Am nächsten Samstag geht es für die HSG Gedern/Nidda erneut in den hohen Norden. Nämlich zum Mitaufsteiger TSV Nord Harrislee. Der hat fünf seiner letzten sechs Heimspiele gewonnen.

Quelle: Kreis-Anzeiger (18.02.2019)