Stellungnahme zum Spiel gegen Ketsch

Liebe Kurpfalz Bären,

ja, wir sind verärgert und enttäuscht. Insbesondere von euch, die ihr uns bis dato von Grund auf sympathisch ward. Weil ihr ähnliches verkörpert wie wir. Identifikation der Mannschaft mit der Region, ehrliche, von Kontinuität geprägte Arbeit, ein starkes Kollektiv ohne großes Geld und teure Stars. Damit habt ihr es in die 1. Liga gepackt. Respekt! Einige unserer Spielerinnen waren sogar bei einem eurer Spiele, um euer Team anzufeuern.

Ja, ihr habt im Rahmen bestehender Regeln gehandelt. Wenn euch – oder vielmehr jenen, die diese Entscheidung getroffen haben – das als Rechtfertigung für eine massive, nicht wieder geradezubiegende Verzerrung des Wettbewerbs ausreicht, spricht das für sich. Regeln sind das eine, Moral und Sportsgeist etwas anderes.

Wir jedenfalls empfinden es als in höchstem Maße unfair, eine komplette Bundesligamannschaft zu einem Drittligaspiel zu schicken. Weil es einen fairen Wettbewerb verhindert. Wir wollen nicht um den heißen Brei herumreden: Wir fühlen uns um die faire Chance, ein Spiel zu gewinnen, betrogen. Mit nicht unerheblichen Konsequenzen im Aufstiegskampf.

Wir möchten an dieser Stelle auch auf eure Pressemitteilung zum Spiel eingehen. Dass Adrian Fuljaddusch (Geschäftsführer) dort die Kurpfalz Bären in eine Opferrolle hieven will, lässt uns staunend und fassungslos zurück. Auf der Homepage der Bären wird Adrian Fuljaddusch so zitiert: „Es gibt Regeln und wer sich an Regeln hält sollte nicht verurteilt werden. Wir haben, wenn andere Vereine diese Regeln gegen uns angewandt haben, Größe gezeigt und es respektvoll akzeptiert.“ Mit anderen Worten: Unsere Mannschaft hätte sich lieber glücklich schätzen sollen, gegen euren Bundesligakader spielen zu dürfen?

Ihr wisst, dass euer Juniorteam nicht absteigt, aufsteigen kann es auch nicht. Bei uns sieht das ein bisschen anders aus. Ganz abgesehen davon, dass der Status des Juniorteam als Entwicklungsplattform von Nachwuchskräften mit einer solchen Maßnahme ganz und gar ad absurdum geführt wird. Wir haben uns auch nicht über den Einsatz von U23-Spielerinnen, wie im Hinspiel praktiziert, beschwert, sondern über die Tatsache, einfach zwei Teams komplett auszutauschen. Anschließend einen Sieg des Juniorteams zu feiern, zeigt die verkehrte Welt.

Nicht minder ärgerlich sind die Regeln, die ein solches Vorgehen – wenn es in dieser Form mutmaßlich auch noch nie ausgenutzt wurde – zulassen. Diesen Regeln stammen vom Deutschen Handballbund. Immerhin: Sie werden ab Sommer so angepasst, dass so etwas nicht mehr möglich ist. Das zeigt, dass auch der DHB erkannt hat, dass so etwas nicht vorkommen darf. Besser spät als nie. Unserer Mannschaft hilft das nicht mehr. Es bleiben also: Ein sehr fader Beigeschmack, Enttäuschung, Frust und das Gefühl massiver Ungerechtigkeit.