Keine Belohnung für Leidenschaft und Einsatz

Die Bilder in der Gymnasiumhalle, einst so etwas wie eine Festung, ähneln sich in dieser Saison: Jubelszenen liefert meist nur der Gegner. Das war auch dieses Mal nicht anders. Denn trotz einer klaren Steigerung stand für die weiterhin das tabellarische Schlusslicht bildenden Zweitliga-Handballerinnen der HSG Gedern/Nidda letztlich die nächste Niederlage zu Buche. Im richtungsweisenden Kellerduell gegen den BSV Sachsen Zwickau unterlag der Aufsteiger haarscharf mit 24:25 (14:10).

HSG Gedern/Nidda –
BSV Sachsen Zwickau 24:25

Christian Breiler traf den Nagel ziemlich genau auf den Kopf. „Die Leistung“, sagte der HSG-Trainer, „war in Ordnung, das Ergebnis nicht.“ Seine Mannschaft hatte zweifelsfrei die richtige Antwort auf das Herrenberg-Spiel geliefert, sie hatte sich mit viel Herzblut und Feuereifer in das Duell gegen Zwickau geworfen. „Die Leidenschaft und der Einsatz, wie wir Abwehr gespielt haben, waren positiv“, urteilte Breiler. Was jedoch fehlte, war die Cleverness, den Lohn für diese Energieleistung einzufahren.

Von der ersten Sekunde an packte der Tabellenletzte in der Deckung sehr beherzt zu, stürzte sich mit unbändigem Willen in jeden Zweikampf. Deshalb blieb es bis zum 3:3 (8.) ein Spiel auf Augenhöhe. Doch mit dieser Herrlichkeit war es schnell vorbei. Als sich die HSG plötzlich zu viele Fehler im Angriffsspiel leistete, nutzte Zwickau dies gnadenlos aus, stellte mit Gegenstößen auf 3:7 (11.). Zu diesem Zeitpunkt musste man befürchten, dass den Wetterauerinnen dieses Spiel sehr früh gänzlich entgleitet.

Doch mehr oder weniger aus dem Nichts nahm diese Partie eine Wendung. Nun baute Zwickau seinen Gegner mit einigen Unzulänglichkeiten auf. „Es ist unerklärlich, warum wir das Spiel so aus der Hand gegeben haben“, ärgerte sich BSV-Trainer Norman Rentsch, der mitansehen musste, wie seine Mannschaft einen um den anderen Ball herschenkte und gute Chancen ausließ. Derweil spürte man bei der HSG, wie mit jeder gelungenen Aktion das Selbstvertrauen exponentiell stieg, wie sie die Begegnung sukzessive auf ihre Seite zog.

Die Deckung avancierte mehr und mehr zu einem Bollwerk, das jede noch so kleine Nahtstelle im Kollektiv verdichtete. „Wir haben nicht erst bei sechs Metern angefangen, Abwehr zu spielen, sondern sind auf neun Meter raus und haben Zwickau an den Punkt gebracht, wo sie keinen Bock mehr hatten“, erklärte Rechtsaußen Kirsten Schindler. So spielte sich Gedern/Nidda in einen wahren Rausch. Die in der ersten Hälfte sehr starke Halbrechte Johanna Becker vollendete einen 4:0-Lauf mit einem Durchbruch zum 7:7 (17.), Linksaußen Isabell Schüler besorgte erst im erweiterten Gegenstoß das 10:9 (23.) und per schneller Mitte sogar das 12:9 (25.), ehe die Gastgeberinnen nach einem begeisternden 11:3-Zwischenspurt mit einer 14:10-Führung in die Pause gingen.

Genauso euphorisiert machte die HSG nach Wiederbeginn weiter, bewahrte sich einen komfortablen Vorsprung, führte nach 40 Minuten mit 18:13 und nach 47 Minuten mit 21:17. Die Antwort, weshalb dies nicht genügte, weshalb dann ein verhängnisvoller Bruch ins Spiel kam, lässt sich vermutlich nicht so einfach ergründen. War es die Angst vorm Gewinnen? „Ja, dieses Gefühl habe ich. Aber ich weiß nicht warum“, meinte Schindler. Breiler kritisierte, dass „uns diejenige fehlt, die Verantwortung übernimmt und das Spiel in die richtige Richtung leitet“. Die Konsequenz: Die Angriffe wurden kopflos, man geriet ins drohende Zeitspiel und verlor in drei aufeinanderfolgenden Offensivaktionen das Harzleder, auch defensiv war die Präsenz des ersten Abschnitts nicht mehr vorhanden. Zwickau holte so Tor um Tor auf, hatte die Partie beim 21:22 (53.) gedreht.

Die Möglichkeiten, eine erneute Wende herbeizuführen, waren freilich da. Doch der HSG gelang es nicht, diese in der entscheidenden Phase zu verwerten. Zwickaus Linksaußen Jenny Choinowski stellte dann mit einem Rückraum-Kracher auf 23:25 (59.). Gedern/Niddas Halblinke Kristin Amos verkürzte 55 Sekunden vor Schluss zwar auf 24:25. Doch die Sächsinnen waren abgezockt genug, die verbleibende Zeit von der Uhr zu nehmen.

„Gedern/Nidda hat ein tolles Spiel gemacht und einen großen Fight geliefert“, analysierte BSV-Trainer Rentsch. „Für uns waren das zwei ganz wichtige Punkte, solche Siege sind manchmal auch etwas dreckig.“ Und so jubelten in der Gymnasiumhalle am Ende nur die Gäste. Mal wieder.

Quelle: Kreis-Anzeiger (28.01.2019)

BSV-Frauen siegen dank Schlussspurt

Die Handballerinnen des BSV Sachsen Zwickau haben zum Auftakt der Rückrunde beim Tabellenletzten der 2. Bundesliga wichtige Punkte für den Klassenerhalt eingefahren. Vor 350Zuschauern behielten die BSV-Frauen trotz eines Rückstands von vier Toren 13 Minuten vor dem Ende die Nerven und siegten nach einem erfolgreichen Schlussspurt mit 25:24 (10:14) bei der HSG Gedern/Nidda.

„Wir haben dann wieder gut in unsere Abwehr gefunden und unsere Stärke ausgespielt“, so Zwickaus Trainer Norman Rentsch. Mit schnellen Kontern kamen die Gäste wieder heran und verkürzten den Abstand kontinuierlich. „Mit zwei Treffern Rückstand bei elf Minuten wussten wir, dass das Spiel wieder völlig offen war“ so Rentsch. Die Aufholjagd ging weiter, und Fabienne Kracht (Foto) glich die Partie in der 52.Minute mit ihrem Treffer zum 21:21 aus. Per Siebenmeter sorgte Jenny Choinowski kurze Zeit später für die BSV-Führung. Die Spielführerin präsentierte sich generell sehr nervenstark und verwandelte sieben ihrer acht Strafwürfe. Mit neun Treffern war die 29-Jährige auch die beste Torschützin des Abends.

Zwar glichen die Gastgeberinnen nochmals aus, doch Fabienne Kraft (23:22/55. Minute) und Petra Nagy (24:22/56.) sorgten für ein Zwei-Tore-Polster der Zwickauerinnen. Die Führung gaben die Gäste fortan nicht mehr aus der Hand. Nach dem letzten Treffer der Partie, dem Anschlusstreffer der HSG Gedern/Nidda zum 24:25 55 Sekunden vor dem Ende, ließen die Zwickauerinnen die Uhr erfolgreich herunterlaufen. „In der Schlussphase waren wir sehr routiniert und clever“, so Rentsch.

Auch zu Beginn des Spiels zeigte sich sein Team sehr wach. Nach einer ausgeglichenen Anfangsphase (3:3/8.) zog Zwickau selbst auf 7:3(11.) davon. „Dann hätten wir unseren Plan konsequenter umsetzen müssen, da sind wir zu früh ausgeschert“, sagte Rentsch. Doch mit einer tollen Moral habe das Team zurück ins Spiel gefunden und die zwei Punkte mit nach Hause genommen.

Dank des Erfolges verhinderten die Zwickauerinnen ein Abrutschen in der Tabelle. Stattdessen verbesserten sie sich mit nunmehr 10:22 Zählen auf Platz 13. „Das gibt auch Zuversicht für die nächsten Spiele“, so Rentsch. Bereits am kommenden Samstag steht für sein Team die nächste wichtige Partie auf dem Programm. Dann empfangen die Zwickauerinnen die SG H2Ku Herrenberg (11. Platz/12:18 Punkte).

Quelle: Freie Presse (28.01.2019)

Knappe Heimniederlage gegen Zwickau

Großer Kampf und eine zwischenzeitliche Fünf-Tore-Führung genügten Zweitligist HSG Gedern/Nidda am Samstagabend nicht, um die Punkte in der Gymnasiumhalle zu behalten. Im Kellerduell gegen den BSV Sachsen Zwickau leuchtete letztendlich eine knappe 24:25-Niederlage auf der Anzeigetafel.

„Wenn ich das Ergebnis weglasse, bin ich eigentlich zufrieden“, sagte HSG-Trainer Christian Breiler. Denn das Ziel, sich deutlich besser als im letzten Heimspiel gegen Herrenberg zu präsentieren, erfüllte seine Mannschaft ohne Zweifel. Die HSG präsentierte sich kämpferisch sehr stark, zeigte in der Deckung über weite Strecken eine gute Leistung.

Verdiente Führung zur Pause

Dennoch geriet die Breiler-Sieben im Laufe der ersten Halbzeit mit 3:7 (11.) in Rückstand. Doch der Aufsteiger kämpfte sich angetrieben von 350 Zuschauern zurück ins Spiel, glich erst zum 7:7 (17.) aus und verdiente sich danach mit einer guten Abwehr und schnellem Spiel nach vorne eine 14:10-Pausenführung.

Auch in der zweiten Hälfte lagen die Gastgeberinnen lange vorne. Rechtsaußen Kirsten Schindler traf in der 47. Minute zum 21:17. Die HSG schien also auf einem guten Weg. Doch in der Endphase erlaubte man sich im Angriff zu viele Fehler, so dass Zwickau die Begegnung noch drehte und sich letztlich haarscharf die beiden Zähler sicherte.

„Geben das Ding zu einfach weg“

„Die Mannschaft hat zusammen gefightet, das hat mir wesentlich besser als in den letzten Heimspielen gefallen. Aber wir geben das Ding dann zu einfach weg“, meinte Breiler, dessen Mannschaft am nächsten Samstag beim Tabellendritten TV Beyeröhde-Wuppertal zu Gast ist.

Zwickaus Trainer Norman Rentsch sagte: „Was wir uns vorgenommen haben, hat nicht so funktioniert. Der Sieg hätte sehr gut hier bleiben können, Gedern/Nidda hat einen großen Fight geliefert. Solche Spiele muss man erstmal bestehen. Für uns waren das ganz wichtige zwei Punkte.“

Video: Pressekonferenz nach Zwickau-Spiel

Die Pressekonferenz nach dem Spiel HSG Gedern/Nidda gegen BSV Sachsen Zwickau (24:25) mit den beiden Trainern Christian Breiler und Norman Rentsch.

An der Weggabelung

Gedern/Nidda (flo). Quo vadis, HSG Gedern/Nidda? Vor dem Rückrundenstart befinden sich die Zweitliga-Handballerinnen aus dem Oberhessischen nicht nur in einer Talsohle, sondern auch an einer Weggabelung. Konkret an jener, ob der Aufsteiger frühzeitig den Anschluss verliert oder sein Tief überwindet. Das Kellerduell gegen den BSV Sachsen Zwickau am Samstag (18 Uhr) in der Niddaer Gymnasiumhalle dürfte ein Fingerzeig werden.

Samstag, 18 Uhr, HSG Gedern/Nidda – BSV Sachsen Zwickau

Wunden lecken war in dieser Woche angesagt. Die insgesamt desolate Darbietung bei der 20:24-Schlappe gegen die SG H2Ku Herrenberg war der dritte schlechte Heimauftritt hintereinander und ein echter Stimmungsdämpfer, in dessen Folge Trainer Christian Breiler den Ton auch öffentlich verschärft hatte. Das Spielvideo schaute sich der 41-Jährige erstmals in dieser Saison nicht an, zeigte es auch seiner Mannschaft nicht. „Aus meiner Sicht“, begründet er, „war das in dieser Phase besser.“ Klare Worte dürfte es intern jedoch gegeben haben. Verbunden mit der unmissverständlichen Forderung: „Wir müssen uns einfach anders präsentieren.“ Gegen Zwickau, so viel steht fest, erwartet Breiler eine Reaktion und Steigerung des spielenden Personals.

Vieles ist bei der Spielgemeinschaft offenbar Kopfsache, insbesondere in den Heimspielen. „Die Mädels denken in manchen Situationen zu viel nach, es ist eine gewisse Unsicherheit da“, befindet der HSG-Coach.

Die jahrelange Stärke vor heimischem Publikum hat man jedenfalls eingebüßt. Zwei Punkte aus acht Heimspielen sind nicht nur Tiefstwert der Liga, sondern auch schlichtweg zu wenig für einen möglichen Klassenerhalt. „Die Gegner haben immer gesagt, bei Gedern/Nidda ist es unangenehm zu spielen. Da wollen wir wieder hinkommen und sehen, dass die Gegner die Punkte nicht so einfach mitnehmen“, bekundet Breiler.

Wie aber soll das angesichts des fehlenden Selbstvertrauens gelingen? „Wir müssen uns auf die einfachen Dinge konzentrieren“, sagt der Trainer des Schlusslichts. Bedeutet: Zweikampfführung, Zusammenarbeit in der Deckung, Ballgewinne, Körpersprache. „Wir müssen“, so Breiler, „wieder mehr über den Kampf ins Spiel finden, das Spiel des Gegners zerstören.“ Die klassischen Underdog-Tugenden sollen also eine Besserung herbeiführen. Zudem ist im Angriff wieder mehr Glaube an die eigene Stärke nötig. „Bei den Würfen aus dem Rückraum müssen wir Mut und Überzeugung haben“, wünscht sich Breiler. „Aber das kommt natürlich nicht durch eine Trainingswoche, sondern durch Spiele. Das müssen wir uns erarbeiten.“

Ähnlich und doch ganz anders ist die Lage in Zwickau. Auch beim BSV legt man erhöhten Wert auf Grundtugenden, insbesondere die Defensive soll stabiler werden. Dass der Zweitliga-Dino, seit 1996 ununterbrochen in dieser Klasse beheimatet, als Rang-14. in Abstiegsnot ist, kommt aber überraschend. Eigentliches Ziel war eine Mittelfeldplatzierung. Dass man den eigenen Ansprüchen derart hinterherhinkt, sorgte für einen Trainerwechsel: Der erst im Sommer verpflichtete Rüdiger Bones musste im Dezember gehen, Ex-Erfolgscoach Norman Rentsch, zuletzt bei Erstligist Borussia Dortmund unter Vertrag, übernahm.

Das 28:20 bei Werder Bremen zum Jahresauftakt bedeutete den ersten Sieg seit September. Da allerdings noch ohne Rentsch, der seine beiden bisherigen Partien gegen die Top-Teams Mainz 05 (23:30) und Buchholz 08-Rosengarten (24:27) verlor. Bitter jedoch: Die wurfgewaltige Rückraum-Linkshänderin Katarina Pavlovic fällt aufgrund eines Mittelfußbruchs mindestens drei Monate aus. Bei Zwickaus 33:28-Erfolg im Hinspiel hatte die kroatische Torjägerin der HSG einige Probleme bereitet, traf acht Mal.

Die Wetterauerinnen hingegen können aus dem Vollen schöpfen. Rückraumspielerin Kristin Amos hatte nach ihrer Prellung aus dem Herrenberg-Spiel zwar Schmerzen in der Hand, setzte deshalb Anfang der Woche mit dem Training aus, soll am Samstag jedoch dabei sein. „Uns muss klar sein“, betont HSG-Trainer Breiler unabhängig davon, „dass wir da nur zusammen rauskommen, das kann nicht eine Spielerin alleine richten.“

Quelle: Kreis-Anzeiger (26.01.2019)

Mit Geduld zum Erfolg

Zum Rückrundenauftakt der 2. Liga treten die Handballerinnen des BSV Sachsen Zwickau zum Kellerduell in Hessen an. Die Zielstellung im Team ist klar – es soll ein Sieg her.

Während die Handball-Nationalmannschaft der Männer bei der Heim-WM momentan von Erfolg zu Erfolg eilt, hatten die Zwickauer Frauen in letzter Zeit weniger Grund zur Freude. Zum Abschluss der Hinrunde verloren sie am vergangenem Samstag trotz starker Leistung gegen Spitzenteam Buchholz 08-Rosengarten 24:27 und stehen in der 2. Liga mit 8:22 Punkten auf Platz 14, einem Abstiegsrang. „Das ist eine schwere Situation, die man nicht jeden Tag hat“, sagt BSV-Trainer Norman Rentsch vor der Auswärtsfahrt am Samstag zum Tabellenschlusslicht HSG Gedern/Nidda (7:23 Punkte).

Zu Beginn der Spielzeit sah die Lage deutlich besser aus. Gegen die HSG Gedern/Nidda feierten die Zwickauerinnen Anfang September im ersten Punktspiel der Zweitligasaison ihren ersten Sieg. 33:28 hieß es am Ende gegen den Aufsteiger aus Hessen. Doch die Partie spiele jetzt keine große Rolle mehr, „unsere aktuelle Situation ist wichtiger“, sagt Rentsch.

Und da hat vor allem der Auftritt gegen Buchholz 08-Rosengarten Mut gemacht. Der Trainer sah ein sehr gutes Spiel seines Teams gegen eine der besten Mannschaften der Liga. „Wenn wir unser Potenzial abrufen, haben wir eine reelle Chance auf einen Sieg am Samstag“, sagt Rentsch. Zwei Punkte seien das erklärte Ziel, „vor allem auch von den Mädels selbst.“ Über den Kreis und die Außenpositionen wollen die Zwickauerinnen den Angriff der Hessen in den Griff bekommen und leichte Gegentore vermeiden.

Dabei hofft der BSV-Trainer auf ein Mitwirken von Rückraumspielerin Julia Redder. Gegen Buchholz 08-Rosengarten verletzte sie sich am Knie und spielte trotzdem weiter. Nach der nun diagnostizierten Knochenprellung wird die 20-Jährige diese Woche im Training geschont. „Wir schauen dann mal, wie es Samstag aussieht“, so der Übungsleiter.

Doch selbst wenn die Situation der Herren-Nationalmannschaft bei der Weltmeisterschaft mit der im Zwickauer Ligaalltag nicht zu vergleichen ist, kann Rentsch auf Nachfrage dennoch ei ein „cooles Signal“ für sein Team erkennen: „Manchmal muss man Geduld haben und Ruhe bewahren, bis sich der Erfolg einstellt.“ Vielleicht zahlt sich diese Einstellung für den BSV ja schon am Samstag aus.

Quelle: Freie Presse (25.01.2019)

Rückrundenstart gegen Zwickau: „Neues Spiel, neue Chance“

Für die HSG Gedern/Nidda startet die Rückrunde der 2. Bundesliga mit einem Heimspiel. Am Samstag (18 Uhr) ist der BSV Sachsen Zwickau zum Kellerduell in der Gymnasiumhalle Nidda zu Gast.

Der Ausklang der Hinrunde verlief alles andere als wunschgemäß. Bei der 20:24-Niederlage gegen die SG H2Ku Herrenberg zeigte die HSG eine schwache Leistung. Nach 15 Spieltagen hat die Mannschaft von Trainer Christian Breiler nun 7:23 Punkte auf dem Konto, ist damit Tabellenletzter. Doch: Der Aufsteiger hat weiterhin alle Chancen, die Abstände im Tabellenkeller sind noch gering.

Trainerwechsel beim Gegner

Der kommende Gegner etwa, der BSV Sachsen Zwickau, hat nur einen Punkt mehr, nimmt mit 8:22 Zählern Platz 14 ein und hinkt damit den eigenen Ansprüchen deutlich hinterher. Deshalb wechselte man in der Winterpause den Trainer. Auf den vor der Saison geholten Rüdiger Bones folgte Norman Rentsch, der zuletzt in Diensten des Erstligisten Borussia Dortmund gestanden hatte und vormals bereits für den BSV tätig gewesen war. Zuletzt kassierte Zwickau zwei Niederlagen gegen die Top-Teams Mainz 05 (23:30) und HL Buchholz 08-Rosengarten (24:27).

„Wir müssen uns einfach anders als gegen Herrenberg präsentieren“, fordert HSG-Trainer Breiler. „Das Schöne in der 2. Liga ist, dass man nicht drei Wochen Pause hat und das Spiel in dieser Zeit mit sich herumträgt“, sagt er. Deshalb gilt: „Neues Spiel, neue Chance.“ Diese will die HSG Gedern/Nidda nutzen, um wieder weitaus stärker aufzutreten – und womöglich die Rückrunde mit etwas Zählbarem einzuläuten.

HSG Gedern/Nidda enttäuscht gegen SG Herrenberg

NIDDA – Natürlich hatten sie sich gegen einen dezimierten Gegner einiges erhofft. Doch aus den anvisierten Big Points im Abstiegskampf wurde für die Zweitliga-Handballerinnen der HSG Gedern/Nidda nichts. Was blieb, waren vielmehr große Enttäuschung und ein herber Rückschlag. Das schmerzhafte 20:24 (10:11) gegen die SG H2Ku Herrenberg bedeutete die bereits siebte Heimpleite. Und lieferte einmal mehr die Erkenntnis, dass sich der Aufsteiger vor allem selbst im Weg steht.

HSG Gedern/Nidda –
SG H2Ku Herrenberg 20:24

War es der Druck, der eine hemmende Wirkung auf die Wetterauerinnen entfaltete? Viel anders ist diese insbesondere im Angriffsspiel desolate Leistung jedenfalls kaum zu erklären. „Eigentlich wollten wir einfach eine gute Leistung zeigen, da gab es keinen Druck“, sagte Trainer Christian Breiler, an dem diese Darbietung seines Teams merklich nagte. „Insgesamt“, legte der 41-Jährige nach, „war das einfach ein enttäuschender und peinlicher Auftritt, das war schon ernüchternd.“ Und weiter: „Es gibt keinen Druck vom Verein, wir haben die Zuschauer im Rücken, aber versagen in den Heimspielen auf ganzer Linie.“ Harte und deutliche Worte, doch dieser berechtigten Kritik muss sich die Mannschaft nach den schwachen Heimspielen gegen Nürtingen (26:31), Rödertal (24:29) und nun Herrenberg stellen.

Von der ersten Minute an hatte die HSG in der Offensive größte Schwierigkeiten. Herrenbergs 6:0-Abwehr um die erstligaerfahrene Ex-Nationalspielerin Katrin Schröder im Innenblock agierte im Verbund sehr kompakt, verteidigte in den Zweikämpfen bissig und trat auf den Halbpositionen immer wieder offensiv heraus. Gedern/Nidda gelang es indes häufig nicht, in die Tiefe der Deckung zu kommen oder die Rückraumhalben in aussichtsreiche Positionen zu bringen. „Wir haben es das ganze Spiel über nicht geschafft, Herrenbergs Abwehr richtig in Bewegung zu bringen und den Ball laufen zu lassen“, kritisierte Breiler. Noch viel schwerwiegender: Die hanebüchene Chancenverwertung. Elf Fehlwürfe leisteten sich die Wetterauerinnen im ersten Abschnitt, deren 25 war es beim Ertönen der Schlusssirene, darunter etliche freie Gelegenheiten. Und das von nahezu allen Positionen. „Da wird es schwer, ein Spiel zu gewinnen“, so der HSG-Coach.

Logische Konsequenz war, dass die Gastgeberinnen früh einem Rückstand hinterherliefen, erst mit 2:5 (13.), dann mit 4:7 (18.) und später mit 6:10 (22.) zurücklagen. Weil Herrenberg danach schwächelte, kämpfte sich die HSG bis zur Pause immerhin auf 10:11 heran. Diese kurze Hochphase blieb aber ein Strohfeuer.

Die zweite Hälfte begann denkbar schlecht: Erst zwei vergebene freie Chancen, dann musste Rückraum-Shooterin Kristin Amos aufgrund einer Handverletzung auf die Bank. Anschließend fiel das Spiel der HSG zunächst völlig in sich zusammen, war vorne fehlerhaft und hinten instabil. So machte man es Herrenberg einfach, den Vorsprung auszubauen. Nach einem 5:1-Lauf waren die Baden-Württembergerinnen beim 12:17-Zwischenstand (39.) in die Erfolgsspur eingebogen.

HSG-Trainer Breiler reagierte mit Auszeit, versuchte es mit Umstellungen und brachte Amos wieder ins Spiel. Nachhaltig von Erfolg gekrönt war all das jedoch nicht. Zu keinem Zeitpunkt dieser Begegnung schaffte es der Aufsteiger, sein Leistungsvermögen auf die Platte zu bringen. Wohlgemerkt gegen einen Gegner, der aufgrund enormer Personalsorgen auf einige Leistungsträgerinnen verzichten musste und mit nur zehn Spielerinnen angereist war.

Als Rechtsaußen Kirsten Schindler, mit sieben Toren beste Werferin der HSG, mit einem Heber auf 15:18 (49.) verkürzte, keimte bei den 410 Zuschauern kurz Hoffnung auf eine Wende auf. Doch die war ebenso schnell wieder dahin. Zwei Hüftwürfe von Herrenbergs U19-Nationalspielerin Lea Neubrander, die in aller Regelmäßigkeit viel zu passiv verteidigt wurde, sorgten dafür, dass der Rückstand wieder auf fünf Tore (15:20/50.) anwuchs. Mit einer Manndeckung gegen Neubrander provozierte Gedern/Nidda in der Schlussphase zwar massenhaft Ballgewinne. Allein: Das half nichts, weil man sich im eigenen Angriffsspiel selbst der größte Gegner blieb. Vier Fehlwürfe und drei Ballverluste alleine in den letzten zehn Minuten sprechen Bände.

Bleibt nur, den Blick nach vorne zu richten. Nämlich auf das anstehende Heimspiel gegen Sachsen Zwickau. „Man muss auch die negativen Sachen verarbeiten. Wir werden nächste Woche wieder angreifen und uns dann hoffentlich nicht so viele Gedanken machen“, sagt HSG-Coach Breiler.

Quelle: Kreis-Anzeiger (21.01.2019)

Video: Pressekonferenz nach Herrenberg-Spiel

Die Pressekonferenz nach dem Spiel HSG Gedern/Nidda gegen SG H2Ku Herrenberg (20:24) mit den beiden Trainern Christian Breiler und Mike Leibssle.

Wieder mal daheim: HSG Gedern/Nidda vor Big Points gegen Herrenberg

GEDERN/NIDDA (flo). Es ist ein Hinrundenfinale, das es zweifelsfrei in sich hat. Denn wenn die Handballerinnen der HSG Gedern/Nidda nach zuletzt zwei Auswärtsspielen am Samstag (18 Uhr) wieder in der Niddaer Gymnasiumhalle ran dürfen, steht gegen den Tabellenzwölften SG H2Ku Herrenberg ein heißer Tanz um bedeutsame Punkte im Abstiegskampf der 2. Bundesliga an.

Samstag, 18 Uhr, HSG Gedern/Niddda – SG H2Ku Herrenberg

Allein der Blick auf die Tabelle offenbart die Bedeutung dieser Begegnung: Gedern/Nidda bildet mit 7:21 Punkten das Schlusslicht der Liga, Herrenberg ist mit 8:18 Zählern vier Ränge besser platziert. Für die HSG ist dieses Spiel also sehr richtungsweisend, ebenso wie jenes am nächsten Samstag gegen den Drittletzten Sachsen Zwickau. „Wir wollen mit aller Macht versuchen, in diesen Heimspielen zu punkten, um den Anschluss nicht zu verlieren“, betont deshalb Trainer Christian Breiler.

Jedoch: Der Aufsteiger hat sechs seiner bislang sieben Heimpartien verloren. Der erste und einzige Erfolg vor heimischer Kulisse, das 22:14 gegen den TSV Nord Harrislee Mitte Oktober, liegt bereits über drei Monate zurück. Warum also läuft es auswärts besser als zuhause? Der Trainer wiegelt ab: „Ich glaube, das hat nichts mit daheim oder auswärts zu tun.“

Sein Erklärungsansatz: „Es ist einfach ein Entwicklungsprozess, in einer höheren Liga in der Primetime die richtigen Entscheidungen zu treffen.“ In diesen Phasen mangele es noch daran, die Fehler des Gegners auszunutzen. „Aber angesichts dessen, wo unsere Spielerinnen herkommen, kann man nicht erwarten, dass sie in der 2. Liga jedes Mal die richtige Entscheidung treffen“, befindet Breiler, der mit seiner Mannschaft weiterhin daran arbeitet, das Angriffsspiel zu stabilisieren und die einfachen Fehler abzustellen. Dabei setzt er auch auf den Heimvorteil. „Ich hoffe auf die Unterstützung der Zuschauer und dass sie die Mannschaft gerade in kritischen Situationen pushen“, sagt der 41-Jährige, dessen Mannschaft zuletzt beim 25:25 einen Punkt aus Trier entführte. Erst im Nachhinein stellte sich heraus, dass die Gastgeberinnen von der Mosel in den letzten 16 Sekunden mit acht Spielerinnen agiert hatten. „Ich wüsste aber nicht, dass man da noch etwas Erfolgsversprechendes machen könnte“, so Breiler, der das Herrenberg-Spiel ohne personelle Ausfälle angeht.

Ganz im Gegensatz zum Gegner. Die SG H2Ku ist in dieser Saison in besonderem Ausmaß vom Verletzungspech gebeutelt. Der jüngste Neuzugang im Lazarett: Mittelfrau Marie Beddies, die sich letzte Woche gegen Nord Harrislee einen Kreuzbandriss zuzog. Auch Carolin Tuc, die zweite etatmäßige Spielmacherin, wird in dieser Spielzeit aufgrund eines Kreuzbandrisses nicht mehr zum Einsatz kommen. Immerhin ist mit Linksaußen Saskia Putzke (Kreuzbandriss) eine Langzeitverletzte wieder an Bord, die Rückraumspielerinnen Aylin Bok (Kreuzbandriss) und Kerstin Foth (Riss der Achillessehne) sollen Ende Januar zurückkehren. „Wir werden sicher in den nächsten Wochen eine Verstärkung präsentieren können“, kündigt SG-Coach Mike Leibssle zudem eine Neuverpflichtung an.

Kurzfristig bleibt die Frage: Wer führt in der Gymnasiumhalle Regie bei den Baden-Württembergerin? Zuletzt rückte Ausnahmetalent Lea Neubrander auf die Mitte. Die 19-jährige Juniorennationalspielerin ist mit 112/34 Treffern die zweitbeste Torjägerin der Liga, besticht durch Wucht und Variabilität im Abschluss, bespielt aber in der Regel die halblinke Position. „Ich wäre schlecht beraten, wenn ich nur eine Option hätte. Wir haben in der Trainingswoche verschiedene Optionen probiert“, lässt sich Leibssle nicht in die Karten schauen.

Verdeckte Karten

Herrenbergs Trainer, der seine Mannschaft per Videostudium intensiv auf Gedern/Nidda vorbereitet hat, macht klar: „Wir müssen auf die sehr gute zweite Hälfte gegen Rödertal (24:26-Niederlage; d. Red.) und die 60 Minuten gegen Nord Harrislee aufbauen.“ Gegen die Nordlichter nämlich feierte die SG nach sechs Spielen ohne Sieg einen 25:17-Erfolg. Weil man dabei jedoch unerlaubterweise eine Spielerin ohne formale Spielberichtigung zum fünften Mal einsetzte, wurden die beiden errungenen Punkte wieder abgezogen. „Natürlich ist das ärgerlich. Aber wir haben noch genügend Zeit, um diesen Fehler eigenhändig auszubügeln“, sagt Leibssle.

Quelle: Kreis-Anzeiger (19.01.2018)