HSG Gedern/Nidda setzt Runde fort

Gedern/Nidda (flo). Gemächlicher Start ins neue Jahr? Von wegen. Die Handballerinnen der HSG Gedern/Nidda sind im Abstiegskampf der 2. Bundesliga gleich gefordert. Der Januar hält richtungsweisende Begegnungen bereit. Das erste Spiel nach dem Jahreswechsel zählt freilich noch nicht dazu: Wenn die Wetterauerinnen am Samstag (18 Uhr, Stadtsporthalle Melsungen) beim Tabellenachten SG 09 Kirchhof gastieren, sind sie krasser Außenseiter.

Samstag, 18 Uhr
SG Kirchhof – HSG Gedern/Nidda

Bei der Frage, was er vom Gegner hält, muss Christian Denk nicht lange überlegen. „Spitze“, sagt Kirchhofs Trainer. „Ich bin begeistert von diesem Verein. Hut ab, dass sie den Schritt gegangen sind und den Aufstieg wahrgenommen haben. Alle haben gesagt, dass es gegen Gedern/Nidda ein Schützenfest wird. Aber sie haben ihre Hausaufgaben total gemacht, sind voll im Soll. Sechs Punkte sind für die HSG ganz große Klasse. Ich finde es sehr gut, wie sie das meistern.“ Denks Worte kommen nicht wie das branchenübliche Starkreden des Gegners daher, sie zeugen von der aufrichtigen Anerkennung für das, was gut 150 Kilometer weiter südlich mit weitaus bescheideneren Mitteln geleistet wird. Die logische Folge: „Wir nehmen den Gegner sehr ernst“, bekundet der SG-Trainer.

Im Oberhessischen sind sie sich trotz allen Lobes bewusst, „dass Kirchhof eine andere Liga ist“, wie Vorsitzender Martin Schindler klarstellt. Ein ganz akutes Beispiel: Die SG 09 bereitete sich mit einem dreitägigen Trainingslager und zwei Einheiten pro Tag auf die Rundenfortsetzung vor. Weil mehrere Spielerinnen mehr oder weniger Profis sind, ist das auch werktags darstellbar.

Für Gedern/Nidda wäre dies undenkbar, seit Mittwoch ist man wieder im Trainingsbetrieb. Zwölf freie Tage gestattete Christian Breiler seiner Mannschaft rund um Weihnachten und Silvester, lediglich im Kraft- und Ausdauerbereich wurde individuell ein wenig trainiert. „Für uns alle war es notwendig, mal abzuschalten und den Kopf freizubekommen, einfach mal aus der Halle raus zu sein“, betont der HSG-Coach. Freie Wochen hatte es schließlich zuvor seit einer kurzen Vorbereitungsunterbrechung Mitte Juli nicht mehr gegeben. Und auch die weitere Saison wird kräftezehrend: Bis zum 18. Mai stehen 18 Partien auf dem Programm, nur zwei Wochenenden werden spielfrei sein. „Wir mussten“, so Breiler, „vor allem mental Kraft tanken, um diese fünf Monate mit vielen Spielen so gut wie möglich durchzustehen.“

Im Hessenderby droht allerdings ein ungemütlicher Jahresauftakt. Die 29:48-Testspielklatsche vor dieser Saison dürfte den HSG-Ballwerferinnen, bei denen die über viele Wochen krankheitsbedingt ausgefallene Rückraumakteurin Johanna Becker wieder an Bord ist, in schlechter Erinnerung geblieben sein. „Wenn man sich in Kirchhof ergibt oder nur einen Funken nachlässt, wird man überrannt“, warnt Breiler. Gerade gegen das gnadenlose Tempospiel – ob in der ersten und zweiten Welle oder beim schnellen Anstoß – wird die Spielgemeinschaft Mittel finden müssen. Ebenso gegen die wurfgewaltige Rückraumlinke Diana Sabljak, letztes Jahr Zweitliga-Torschützenkönigin und auch in dieser Saison mit 110/41 Treffern an der Spitze der Rangliste.

Ausnahmespielerin

Trotz der kroatischen Ausnahmespielerin hinkt Kirchhof den eigenen Erwartungen hinterher. Die starke Rückrunde der Vorsaison hat Begehrlichkeiten geweckt, der Vorjahresaufsteiger, letztes Jahr Fünfter, wurde sogar mit der Bundesliga in Verbindung gebracht. Stattdessen überwinterte man mit 10:12 Punkten als Achter. „Wir hatten viel Euphorie, die Zuschauerzahlen sind gestiegen, die Leute sind begeistert, es lief perfekt. Im zweiten Jahr ist aber alles ein bisschen schwieriger“, sagt SG-Coach Denk. Die junge Mannschaft offenbart Schwierigkeiten mit der gestiegenen Erwartungshaltung, ruft ihre Fähigkeiten nicht konstant ab. „Wir müssen lernen, damit umzugehen“, sagt Denk. Kurzfristig, um Gedern/Nidda zu bezwingen. Langfristig, um die Bundesliga ins Auge zu fassen.

Quelle: Kreis-Anzeiger (05.01.2019)

Hessenderby in Kirchhof zum Jahresstart

Es geht schon wieder los! Nach einer kurzen Pause wird ab diesem Wochenende die Hinrunde der 2. Bundesliga fortgesetzt. Für die HSG Gedern/Nidda steht dabei ein Hessenderby an: Die Mannschaft von Trainer Christian Breiler ist am Samstag (18 Uhr) in der Stadtsporthalle Melsungen bei der SG 09 Kirchhof zu Gast.

Obgleich die Nordhessinnen mit 10:12 Punkten nur Tabellenplatz acht einnehmen und damit ein Stück weit hinter den allgemeinen Erwartungen liegen, sind die Rollen glasklar verteilt. Das Breiler-Team reist zweifelsfrei als krasser Außenseiter nach Melsungen. Mit Rückraumspielerin Diana Sabljak (110/41) Tore verfügt Kirchhof etwa über die treffsicherste Spielerin der Liga.

„Kirchhof ist eine Mannschaft mit riesigem Potenzial. Sie haben ein enormes Tempospiel, sind auf allen Positionen torgefährlich“, sagt HSG-Trainer Breiler. „In Kirchhof kann man auch unter die Räder geraten. Wir wollen jedoch das, was in Mainz passiert ist, verhindern.“

Bundesliga made in Gettenau

Bundesliga-Handball in der Wetterau? Fehlanzeige, und wohl nur für unrealistische Träumer überhaupt vorstellbar. Und doch, heimische Talente die höherklassigen Ansprüchen gerecht werden und in der Bundesliga angekommen sind, gibt es durchaus: Beim Zweitligisten Hüttenberg spielen Mario Fernandes (Ober-Mörlen), Niko Weber (Münzenberg) und Johannes Klein (Gambach), in Coburg Konstantin Poltrum (Ober Mörlen) und in Dessau Dominik Plaue (Heldenbergen). Mit Beginn dieser Saison hat sich mit Jessica Schmeisser aus Gettenau auch eine Frau in diesen illustren Kreis begeben. Mit ihrer HSG Gedern/Nidda hatte sie in der Vorsaison überraschend den Aufstieg in die 2. Frauen-Bundesliga geschafft.

Als eine Art »gallisches Dorf« setzt sich Schmeisser mit ihren Mannschaftskolleginnen gegen teilweise übermächtige Gegner zur Wehr. Die Voraussetzungen in der neuen Handball-Hochburg am Rande der Wetterau sind nämlich gänzlich anders als bei den etablierten Vereinen. So gilt Rosengarten-Buchholz als Ausbildungsverein für den vom Licher Dirk Leun trainierten SV Buxtehude, bei den Kurpfalz Bären aus Ketsch spielen etliche Junioren-Nationalspielerinnen und bei anderen Teams befinden sich teilweise ausländische Nationalspielerinnen im Kader. Eine gestandene Spielerin mit großer Erfahrung würde auch der HSG sicherlich helfen, die Klasse zu halten. Doch vonseiten der Verantwortlichen verfolgt man einen anderen Weg. »Handball in der Region, Handball für die Region« ist nicht nur eine leere Phrase, sondern wird konsequent gelebt. Zwar belegt man nach 80 Prozent der Vorrunde mit sechs Punkten derzeit einen Abstiegsplatz, wähnt sich aber auf einen guten Weg. Gerade das Spiel gegen Rödertal zuletzt, in dem man zwischenzeitlich mit sechs Toren vorn lag, hat gezeigt, dass es mit Ausnahme der Top-Drei, gegen jeden Gegner möglich ist, für die HSG Gedern/Nidda zu punkten.

„Wir alle waren ziemlich nervös, haben aber auch festgestellt, dass wir in der Lage sind mitzuhalten, wenn wir einen guten Tag haben“

Eine nicht unwesentliche Rolle bei der HSG spielt die 24-jährige Jessica Schmeisser. Seit dem erfolgreichen Abschluss eines dualen Studiums im Bereich BWL/Steuern und Prüfungswesen arbeitet sie in Grünberg bei einer Steuerkanzlei und verkörpert damit auf ideale Weise die Vereinsphilosophie, dem reinem Profi-Handball nicht den Vorzug zu geben. Innerhalb der Mannschaft stellt sie in der Abwehr im Mittelblock eine wichtige Stütze dar und bildet gemeinsam mit Leonie Nowak ein durchschlagkräftiges Duo am Kreis. Für sie ist das sportliche Abenteuer, das sie derzeit erlebt, etwas Besonderes. »Zu Beginn der Runde konnte ich es nicht wirklich glauben, dass das Märchen wahr wurde«, sagt sie. Das erste Spiel in der neuen Liga hat nachhaltigen Eindruck hinterlassen: »Wir alle waren vorab ziemlich nervös, haben aber auch festgestellt, dass wir in der Lage sind mitzuhalten, wenn wir einen guten Tag haben«. In positiver Erinnerung ist ihr auch noch die Saison 2012/2013, der ersten in der 3. Liga. Seinerzeit war der Klassenerhalt nur einem furiosen Endspurt mit sechs Siegen in Folge zu verdanken.

Zum Handballsport kam Schmeisser erst relativ spät – mit zehn Jahren. Da es bei ihrem Heimatverein, dem TV Gettenau, 2008 keine Mannschaft in ihrer Altersklasse mehr gab, wechselte sie nach der C-Jugend, auch auf Anraten ihrer damaligen Trainerin, nach Nidda. »Da ich dort aufs Gymnasium gegangen bin, kam kein anderer Verein in Frage«, sagt sie zur Begründung. Die Verbindung nach Gettenau ist aber nie abgerissen. So lief sie in der Saison 2014/2015, ausgestattet mit einem Doppelspielrecht, noch einmal für »ihren« TV auf. »Dadurch hatte ich die Möglichkeit weitere Spielpraxis zu sammeln, die für junge Spielerinnen immens wichtig ist«, sagt sie.

Nidda ist heute allerdings nicht nur ihr neuer Wohnort, sondern auch eine sportliche Heimat, in der sie sich wohl fühlt und der sie wohl treu bleibt. »Ich glaube für einen anderen höherklassigen Verein bin ich mittlerweile zu alt «, sagt sie lachend auf und lässt dennoch wissen, dass ein Wechsel irgendwann zum Thema werden kann. »Meine Mutter hat den Wunsch, dass ich noch einmal gemeinsam mit meiner Schwester Franziska spiele, bevor ich aufhöre. Da sie aktuell in Gettenau ist, besteht die Möglichkeit, irgendwann dorthin zurückzukrehn«, macht Schmeisser Hoffnungen auf ein Wiedersehen in alten Gefilden, auch weil für sie Familie und Freunde einen großen Stellenwert haben. Zunächst aber gilt ihre volle Konzentration nach wie vor der HSG Gedern/Nidda und dem Ziel, mit den bundesweiten Auftritten ihrer Mannschaft, weiterhin Werbung für die Region zu betreiben – möglichst über den Verlauf der aktuellen Spielzeit hinaus.

3 Fragen an Jessica Schmeisser:

Wie beurteilen Sie den bisherigen Saisonverlauf?
Jessica Schmeisser: Ich denke, wir hätten noch das ein oder andere Spiel mehr gewinnen können. Vielleicht haben wir uns aber ab und an selbst zu sehr unter Druck gesetzt – und das obwohl wir als Aufsteiger eigentlich ohne jeglichen Druck hätten aufspielen können.
Wo liegen für Sie die größten Unterschiede zwischen der 3. Liga und der 2. Bundesliga?
Schmeisser: Einer der größten Unterschiede ist das Tempospiel der Mannschaften, aber auch die Physis und die Härte sind neu. Manche Mannschaften spielen vom Tempo und der Physis wie wir, andere jedoch fast wie Profis.
Wie kommen Sie und die Mannschaft mit der erhöhten Schlagzahl von Training, Spielen gegen stärkere Gegner und größeren Reisestrapazen zurecht?
Schmeisser: Vom Training war es schon eine Umstellung. Es kam eine weitere, zusätzliche Einheit dazu und zusätzlich wurde noch Krafttraining mit in den Trainingsplan aufgenommen. Von den Reisestrapazen in Bezug auf längere Auswärtsfahrten hat es uns noch relativ gut getroffen, da wir in Deutschland ziemlich zentral liegen. Selbstverständlich war es für mich und auch für die Mannschaft eine Umstellung, gegen stärkere Gegner zu spielen, weil sie jeden Fehler direkt bestrafen und man dann bei zwei, drei Fehlern auch gleich mit zwei, drei Toren zurück liegt.

Quelle: Wetterauer Zeitung (21.12.2018)

HC Rödertal hat in Nidda leichtes Spiel

NIDDA – Im Grunde hat dieses letzte Spiel vor der Weihnachtspause die bisherige Saison der Handballerinnen der HSG Gedern/Nidda ziemlich gut zusammengefasst. Mal hui, mal pfui – schlichtweg zu viel Auf und Ab. Weil gegen den HC Rödertal ganz klar die schwachen Phasen dominierten, ging der Aufsteiger leer aus. Letztlich leuchtete eine 24:29 (13:15)-Niederlage auf der Anzeigetafel. Damit überwintert die HSG in der 2. Bundesliga auf einem Abstiegsplatz.

HSG Gedern/Nidda –
HC Rödertal 24:29

Lust, das zu Ende gehende Jahr sportlich Revue passieren zu lassen, verspürte Christian Breiler nicht. Wer wollte es dem Trainer des heimischen Zweitligisten verdenken? Schließlich war diese Heimpleite in höchstem Maße unnötig. Insbesondere: Sie war einzig und allein das Resultat der eigenen Defizite, das Ergebnis einer über etwa 50 Minuten schlechten und viel zu fehlerbehafteten Angriffsleistung. „Wir haben uns selbst im Weg gestanden“, brachte es der HSG-Coach auf den Punkt.

Dabei hatte alles so gut angefangen. Die Mischung aus einer guten Deckungsleistung und simplen Fehlern der Gäste aus Sachsen eröffneten der Spielgemeinschaft immer wieder die Chance zum schnellen Umschalten. Und das nutzte sie aus, erspielte sich so mit recht einfachen Mitteln schnell eine klare Führung. Die starke Rückraumspielerin Kristin Amos stellte per Siebenmeter auf 5:0 (8.), die Halbrechte Sabine Eisenacher erhöhte in der zweiten Welle sogar auf 7:1 (11.). Elf Minuten wie aus einem Guss, elf Minuten zum Augenreiben.

Was dann geschah, lässt sich kaum begründen. Während Rödertal seine Fehlerrate nach einer Auszeit deutlich herunterschraubte, verlor Gedern/Nidda in vier aufeinanderfolgenden Angriffen das Harzleder, ohne überhaupt einmal aufs Tor geworfen zu haben. Die Folge: Schnell war der HCR wieder im Spiel, hatte sich durch Gegenstoßtreffer auf 6:7 (15.) herangearbeitet und war beim 8:8 (19.) wieder gleichauf. „Da kannst du auf der Bank verrückt werden“, sagte Breiler.

Rödertal musste keineswegs glänzen, um diese Begegnung zu drehen. Es genügte, den Kontrahenten in den Positionsangriff zu zwingen. Denn dort – das muss man so deutlich konstatieren – machte Gedern/Nidda ziemlich zuverlässig Fehler. Was Rödertal eiskalt mit Gegenstößen bestrafte. Insgesamt zwölf solcher Treffer erzielten die Sächsinnen. Eine Zahl, die Bände spricht. Gerade für die schnelle und sehr treffsichere Linksaußen Jessica Jander (elf Tore) geriet diese Partie so zu einem Festtag.

Sechste Feldspielerin

Als es die HSG in Unterzahl mit der sechsten Feldspielerin versuchte, landete der Ball nach einem technischen Fehler und einem Fehlwurf zweimal im verwaisten Tor. Daraus resultierte beim 11:12 (25.) der erste Rückstand, der bis zur Pause auf 13:15 anwuchs.

Besser wurde es auch in der zweiten Hälfte nicht mehr. Dass die Wetterauerinnen trotz ihrer vielen Fehler lange dran blieben, ist ein Beweis dafür, dass Rödertal schlagbar gewesen wäre. Der große Unterschied: Der HCR nutzte die Fehler des Gegners, Gedern/Nidda tat dies nicht. Szenen mit Symbolcharakter gab es zuhauf. Etwa jene, als sich Hanna Rösner bei einer Umschaltaktion ohne Not verdribbelte und Rödertal per Gegenstoß mit 16:15 (36.) in Führung ging. Oder diese, als sich Sabine Eisenacher kopflos in der Deckung festrannte, ein Notabspiel beim Gegner landete und dieser seinen Vorsprung auf 18:16 (41.) ausbaute. „Bei dieser Anzahl an einfachen und vermeidbaren Fehler ist es einfach schwierig, ein Spiel zu gewinnen“, haderte Breiler.

Souverän brachte Rödertal den Vorsprung in der Schlussviertelstunde über die Ziellinie, ohne nochmal in die Bredouille zu geraten. Die Gäste spielten ihre Angriffe solide aus, spätestens als die überragende Außenbahnakteurin Jander zum 21:26 (57.) einwarf, war die Partie entschieden. „Wenn wir Pech haben, geht dieses Spiel in eine andere Richtung“, wusste HCR-Trainer Frank Mühlner. „Am Ende sind wir dann aber auch gut genug, um das über die Bühne zu bringen.“ Oder der Gegner zu schwach, um eine Wende herbeizuführen.

Kreis-Anzeiger (17.12.2018)

Video: Pressekonferenz nach Rödertal-Spiel

Die Pressekonferenz nach dem Spiel HSG Gedern/Nidda gegen HC Rödertal (24:29) mit den beiden Trainern Christian Breiler und Frank Mühlner.

Nur Männer beenden das Jahr erfolgreich

Aus und vorbei: Das war es mit Handball bei der HSG Gedern/Nidda für das Jahr 2018. Sämtliche Teams gehen nun in die Winterpause. Wie das letzte Wochenende verlief? Mit Enttäuschungen für die Damenteams sowie einem richtungsweisenden Sieg für die ersten Männer. Der Rückblick.

Die ersten Damen erwischten im Heimspiel gegen den HC Rödertal trotz herausragendem Start zumindest im Angriff einen insgesamt gebrauchten Tag. Deshalb lief die Mannschaft von Trainer Christian Breiler in der zweiten Hälfte fast dauerhaft einem Rückstand hinterher und verlor letztlich verdient mit 24:29. Die HSG überwintert nun als Vorletzter der 2. Bundesliga.

Die ersten Männer feierten im Spitzenspiel der Bezirksliga A Gießen einen wichtigen Erfolg. Beim TSV Södel setzte sich die Mannschaft von Trainer Andreas Nau in einem sehr intensiven Spiel aufgrund einer überlegenen zweiten Halbzeit mit 30:24 durch. Damit geht man als Dritter in die Winterpause.

Die zweiten Damen büßten ihre Tabellenführung in der Bezirksliga A Gießen ein. Im letzten Spiel der Hinrunde musste sich die Mannschaft von Trainer Thomas Schuster beim Vorletzten HSG Lumdatal II überraschend mit 29:32 geschlagen geben. Ausschlaggebend dafür war eine schwache erste Hälfte.

Jahres-Endspurt in 2. Handball-Bundesliga

Gedern/Nidda (flo). Keine Frage, für die Handballerinnen der HSG Gedern/Nidda war dieses Jahr historisch. Erstmals überhaupt spielt die Mannschaft aus dem Oberhessischen in der 2. Bundesliga. Dass sie dort um nichts anderes als den Klassenerhalt kämpft, verwundert nicht. Am Samstag (18 Uhr, Gymnasiumhalle Nidda) soll nun ein positiver Jahresabschluss her. Was gegen den Erstligaabsteiger HC Rödertal gewiss keine einfache Aufgabe ist.

Samstag, 18 Uhr
HSG Gedern/Nidda – HC Rödertal

Allerdings hat der 24:21-Erfolg beim TuS Lintfort Auftrieb gegeben. Ein Sieg, der in gleich mehrfacher Hinsicht sehr bedeutsam war. Die HSG hält damit den Anschluss ans untere Mittelfeld, hat sich nicht abhängen lassen, sondern vielmehr einem direkten Konkurrenten Punkte geklaut. Und natürlich war dieser doppelte Punktgewinn auch für den Glauben an die eigene Stärke immens wichtig. „Ein Sieg tut immer gut und sorgt für gute Stimmung“, sagt Trainer Breiler.

Das Ziel für den Jahresabschluss: „Wir wollen uns einfach mit einer sowohl in spielerischer als auch in kämpferischer Hinsicht guten Leistung von unserem Publikum verabschieden und den Gegner so lange wie möglich ärgern“, so der HSG-Coach. Mit einem Heimsieg würde vor der Winterpause sogar ein Nichtabstiegsplatz winken. Das zeigt: Der Aufsteiger ist in dieser enorm ausgeglichenen Liga, in der jeder Spieltag aufs Neue überraschende Resultate liefert, voll dabei im Kampf um den Klassenerhalt.

Und das trotz anhaltender personeller Schwierigkeiten. Auch in dieser Woche fehlten Anfang der Woche mehrere Spielerinnen im Training. Etwa Rückraumakteurin Johanna Becker. Die 34-Jährige hat seit fast einem Monat kein Training mehr absolviert, plagt sich noch immer mit Fieber herum. Dementsprechend wird Becker auch gegen Rödertal nicht zur Verfügung stehen. Ebenso wie Kreisläuferin Nadin Patz, die aus beruflichen Gründen fehlen wird. Immerhin: Kristin Amos ist mittlerweile wieder voll in den Trainingsbetrieb integriert. In der Praxisphase ihres dualen Studiums bei der Polizei musste die Rückraum-Torjägerin aufgrund des Schichtdienstes oftmals passen, derzeit ist aber erst einmal wieder Vorlesungsphase.

Ivanauskaite zurück

Apropos Personal: Beim HC Rödertal kehrt mit Brigita Ivanauskaite zum Spiel in Nidda eine Schlüsselspielerin zurück. Die 20 Jahre alte, 1,85 Meter große Rückraumhalbe hatte zuletzt zweimal gefehlt, weil sie mit der litauischen Nationalmannschaft unterwegs war. 37 Tore hat Ivanauskaite bislang erzielt. „Sie ist der Fixpunkt in Rödertals Angriffsspiel, stark im Eins-gegen-Eins und aus der zweiten Reihe, gut im Zusammenspiel mit der Kreisläuferin“, analysiert Breiler.

Ivanauskaite sticht heraus aus einer Ansammlung hochklassiger Individualistinnen. Das ist Fluch und Segen zugleich. Gedern/Niddas Trainer sagt: „Wenn sie ihre riesige individuelle Qualität in einen Hut geworfen bekommen, hat jede Mannschaft in dieser Liga Schwierigkeiten.“ Das gelingt aber offenbar zu selten. Nur so lässt sich begründen, weshalb der Bundesligaabsteiger nach einem fast optimalen Start mit vier Siegen aus den ersten fünf Spielen nun mit 11:11 Punkten auf Platz sechs herumdümpelt. Vier der letzten sechs Spiele verlor die Mannschaft aus der sächsischen Kleinstadt Großröhrsdorf östlich von Dresden.

„Es wird darauf ankommen, mit welcher Einstellung Rödertal zu uns kommt“, ahnt Breiler. Dem Gegner mit galliger Abwehrarbeit die Spielfreude nehmen und sich dafür vorne mit erfolgreichen Abschlüssen belohnen – das ist der Plan der HSG. „Wir wollen alles reinhauen und dann gucken wir, was dabei herausspringt“, sagt der Trainer. Womöglich ja ein optimaler Abschluss eines ganz besonderen Jahres.

Quelle: Kreis-Anzeiger (15.12.2018)

Breilers Wunsch: Ein toller Abschluss für 2018

Noch einmal alle Kräfte mobilisieren, noch einmal alles in die Waagschale werfen: Das hat sich die HSG Gedern/Nidda für das letzte Spiel in diesem Kalenderjahr vorgenommen. Am Samstag um 18 Uhr bildet nämlich die Heimpartie gegen den Zweitliga-Tabellensechsten HC Rödertal in der Niddaer Gymnasiumhalle den Abschluss dieses Jahres.

„Wir wollen uns einfach mit einer guten Leistung von unserem Publikum verabschieden“, blickt Trainer Christian Breiler voraus. „Mein Wunsch ist, dass die Zuschauer die Mannschaft nochmal so unterstützen wie es das ganze Jahr der Fall war und dass wir einen tollen Abschluss für das Jahr 2018 haben.“ Nach dem 24:21-Auswärtscoup beim TuS Lintfort kann die HSG jedenfalls mit Selbstvertrauen an diese Begegnung herangehen.

Möglichst lange dagegenhalten

Die Schwere der Aufgabe ist natürlich bekannt. „Rödertal hat eine hohe individuelle Qualität“, sagt Breiler. Etwa mit der wurfstarken litauischen Nationalspielerin Brigita Ivanauskaite. Seine Qualitäten zeigte der Erstligaabsteiger Rödertal bislang insbesondere in der Startphase der Saison. Mit vier Siegen aus fünf Spielen begann der HCR die Spielzeit, darunter ein 36:26-Sieg beim VfL Waiblingen. „Das war eine Demonstration der Stärke“, erzählt Breiler. Zuletzt jedoch schwächelten die Sächsinnen etwas, der 24:19-Sieg gegen die Miezen aus Trier war der erste Erfolg nach zuvor fünf Spielen ohne Sieg.

Den HC Rödertal so lange wie möglich zu ärgern, das ist selbstverständlich das Ziel des Breiler-Teams. Danach geht es in die kurze Winterpause, ehe schon am 5. Januar bei der SG 09 Kirchhof die Runde fortgesetzt wird.

Ausblick auf das HSG-Wochenende

Weihnachten steht vor der Tür. Doch bevor es endgültig schnurstracks auf die Festtage zugeht, steht noch ein vollgepacktes Handball-Wochenende an. Immerhin drei HSG-Teams sind am Samstag noch im Einsatz.

Die ersten Damen empfangen am Samstag um 18 Uhr mit dem 24:21-Sieg in Lintfort im Rücken den HC Rödertal in der Gymnasiumhalle. Der Bundesligaabsteiger belegt mit einer ausgeglichen Bilanz von 11:11 Punkten den sechsten Tabellenplatz. Die Rollen sind also klar verteilt. Nichtsdestotrotz will die Mannschaft von Christian Breiler versuchen, das aufgrund des Aufstiegs in die 2. Bundesliga historische Jahr mit einer Überraschung abzuschließen.

Zwei Mal auswärts

Die ersten Männer hingegen sind am Samstagabend auswärts gefordert. Um 19.30 Uhr gastiert die Mannschaft von Trainer Andreas Nau beim Tabellenfünften TSV Södel. Angesichts dessen, dass die Spitzengruppe der Bezirksliga A Gießen enorm eng beisammen liegt, ist auch dies ein absolutes Spitzenspiel. Södel hat 16:8 Punkte, die HSG liegt mit 20:6 Punkten auf Rang drei. „Das wird ein richtungsweisendes Spiel um die Meisterschaft sein. Wenn wir dort mit einem Sieg bestehen können, würden wir einen Verfolger abschütteln und selbst ein Zeichen an die Konkurrenz senden“, sagte HSG-Coach Nau dem Kreis-Anzeiger.

Auch die zweiten Damen müssen auswärts ran. Am Samstagnachmittag um 15 Uhr ist die Mannschaft von Trainer Thomas Schuster bei der HSG Lumdatal II zu Gast. Eine Pflichtaufgabe, schließlich steht Lumdatals Zweitvertretung auf dem letzten Platz der Bezirksliga A Gießen.

Vorweihnachtliche Bescherung für Zweitligist HSG Gedern/Nidda

LINTFORT/NIDDA – Warum bis Weihnachten warten? Gut zwei Wochen bevor die Präsente unter dem Baum liegen, haben sich die Handballerinnen der HSG Gedern/Nidda schon einmal selbst beschenkt. Im Kellerduell beim TuS Lintfort setzte sich der Tabellenvorletzte durchaus überraschend mit 24:21 (14:10) durch und feierte somit seinen dritten Saisonsieg in der 2. Bundesliga.

TuS Lintfort –
HSG Gedern/Nidda 21:24

Als die beiden Punkte verbucht waren, packten die Wetterauerinnen ihre roten Weihnachtsmützen aus, grinsten fröhlich und jubelnd in die Kameras. „Wir sind natürlich überglücklich, dieses Spiel gewonnen zu haben“, freute sich Trainer Christian Breiler, für dessen Mannschaft es im fünften Anlauf der erste Sieg in Lintfort war. Vor allem aber hat sich der Aufsteiger mit diesem Erfolg nach vier Niederlagen hintereinander eindrucksvoll zurückgemeldet. „Nach der Niederlagen gegen Nürtingen letzte Woche war das die richtige Antwort“, befand der HSG-Coach. Zwar verharrt Gedern/Nidda trotz des Sieges auf dem vorletzten Tabellenplatz, bleibt jedoch auf Schlagdistanz. Mit Sachsen Zwickau und Lintfort ist man nun punktgleich, auch Nord Harrislee und Herrenberg sind nur zwei Zähler entfernt.

Nicht unbedingt zu erwarten war dieser Coup insbesondere aufgrund der diffizilen Personalsituation. Rückraumspielerin Johanna Becker hatte die Reise krankheitsbedingt gar nicht erst mitangetreten, bei Mittelfrau Stefanie Thiele (Kehlkopfentzündung) reichte es nur für einen Kurzeinsatz in den letzten Minuten. Die Personaldecke im Rückraum war also sehr überschaubar. Das hatte zur Folge, dass Kristin Amos und Sabine Eisenacher auf den Halbpositionen durchspielen mussten und die unter der Woche ebenfalls krank ausgefallene Hannah Niebergall 50 Minuten lang auf der Mitte Regie führen musste.

Trotz dieser Umstände machte die HSG ziemlich vieles richtig. Sie schaffte es, Lintforts Tempospiel nicht zur Entfaltung kommen zu lassen, kassierte kaum einfache Tore über die schnelle Mitte oder per Gegenstoß. Nicht zuletzt, weil im Angriffsspiel eine deutliche Steigerung zu verzeichnen war. „Gerade in der ersten Hälfte haben wir die Angriffe länger und auf den Punkt gespielt, dabei auch die richtigen Entscheidungen getroffen“, lobte Breiler, der selbst Mut bewiesen hatte: Vielfach agierten die Gäste mit der siebten oder in Unterzahl mit der sechsten Feldspielerin. Ein Schachzug, der voll auf ging. Auch die 6:0-Deckung arbeitete stark, hatte Lintforts Rückraum um Torjägerin Loes Vandewal gut im Griff. Dazu kam: „Man hat bei Lintfort den Druck gespürt“, so Breiler.

Diese Mixtur führte dazu, dass die HSG das Spiel von Anfang an ausgeglichen gestaltete. Ehe es zum Ende des ersten Abschnitts sogar gelang, sich erste Vorteile zu erspielen. Mit einem 3:0-Lauf zog Gedern/Nidda auf 11:8 (24.) davon, ein Doppelschlag von Linksaußen Isabell Schüler sorgte dann für die 14:10-Pausenführung.

Nach Wiederbeginn spielten sich die Gäste dann in einen beeindruckenden Rausch. Fünf Minuten lang funktionierte alles – der Lohn: In der 35. Minute lag die Breiler-Sieben mit 19:11 vorne. Es war der Vorrat, von dem man letztlich zehren sollte. Denn Lintfort reagierte, stellte auf eine 5:1-Abwehr um und bereitete dem Gegner damit einige Schwierigkeiten. „Durch diese Umstellung haben wir unseren Spielfluss ein bisschen verloren“, sagte Breiler. Ratzfatz schmolz der so komfortable Vorsprung bedenklich zusammen, beim 17:19 (45.) drohte die Begegnung zu kippen.

Doch irgendwie hielt sich die HSG über Wasser. Insbesondere die gute Torfrau Sandra Elisath setzte mit zwei gehaltenen freien Würfen wichtige Impulse. Mit Leidenschaft und viel Willen verteidigten die Gäste in einer sehr zerfahrenen und von vielen Zeitstrafen geprägten Endphase ihre Führung. Als die achtfache Torschützin Amos zum 19:23 (57.) einwarf, war der Sieg eingetütet.

„Es war klar, dass wir von der Substanz her ans Limit kommen und den Level nicht über 60 Minuten hochhalten können“, sagte Breiler. „Aber wir wollten wieder besser spielen, das haben wir gemacht.“ Für die kommende Heimaufgabe gegen den HC Rödertal dürfte dies einiges an Auftrieb geben. Und der Sieg in Lintfort muss ja nicht das einzige vorweihnachtliche Geschenk bleiben.

Quelle: Kreis-Anzeiger (10.12.2018)