„Wir dürfen jetzt nicht den Kopf verlieren“

Der jüngste auf dem Spielfeld errungene 25:17-Sieg über Harrislee wurde der SG H2Ku Herrenberg wegen eines Formfehlers wieder aberkannt. Aber nicht nur deshalb steht das ZweitligaTeam um Trainer Mike Leibssle am heutigen Samstag im Auswärtsspiel beim Tabellenletzten HSG Gedern/Nidda (18 Uhr/Gymnasium-Sporthalle Nidda) richtig unter Druck.

Wie viel Rückschläge kann ein Sportteam im Laufe einer Saison verkraften? Die vom Verletzungspech über Gebühr gebeutelte Zweitliga-Mannschaft der SG H2Ku Herrenberg musste in dieser Hallenrunde schon mehrmals kräftig schlucken. Aber so schwer wie Anfang der Woche war es noch nie. Da gab es mit dem Kreuzbandriss für Marie Beddies nicht nur die x-te Hiobsbotschaft, sondern auch das erfolgreiche Spiel gegen den TSV Nord Harrislee war mit einem Federstrich verpufft. Die SG-Verantwortlichen hatten versäumt, eine formale Spielberechtigung für Ina Kühnel, eine Ergänzungsspielerin aus der zweiten Mannschaft, zu beantragen (wir berichteten). Mike Leibssle mit zusammengekniffenen Lippen: „Der Punktabzug tut weh, solche Fehler dürfen nicht passieren.“

Doch nach der Devise „Jedes Spiel ist wichtig“ gönnte sich der Handballtrainer trotz dieses doppelten Rückschlags schon ab dem montäglichen Training im Gespräch mit der Mannschaft keinen Blick zurück: „Wir müssen aufpassen und dürfen das Ganze nicht allzu hoch hängen.“ Er verfuhr nach dem Motto: „Wir brauchen jetzt auch Alternativen und Optionen.“ Den Ärger über die Punktverluste galt es runterzuschlucken. Viel schlimmer, so Leibssle, wäre es gewesen, wenn die Partie gegen Harrislee nach einer 1:11-Serie auch real auf dem Platz verloren worden wäre. So aber hatte er in der Videoanalyse seinem Team 90 Minuten gezeigt: „Die guten 30 vom Rödertaler Spiel und nun die 60 Minuten gegen Harrislee.“

Mike Leibssle lehnt vor allem vor dem heutigen Auswärtsspiel beim Aufsteiger HSG Gedern/Nidda jegliche Form von Aktionismus ab: „Gerade in dieser Situation dürfen wir jetzt nicht den Kopf verlieren und müssen besonnen handeln. Wir dürfen nicht überpacen – weder im Training, noch im Spiel.“ Eingedenk des verlegten Spiels gegen die SG 09 Kirchdorf Anfang Dezember habe seine Mannschaft in der Hinrunde noch zwei Spiele zu absolvieren. Mike Leibssle betont es mit erhobenem Zeigefinger: „Ich sehe unsere Stärken und wenn Aylin Bok und Kerstin Foth dann wieder zurückkehren – und sie sind momentan schon als Lichtblicke wieder im Training -, bin ich überzeugt davon, dass wir auch die nötigen Punkte für den Klassenerhalt holen werden.“

Noch eins macht den SG-Trainer selbstbewusst: „Ich bin positiv beeindruckt, wie die Mannschaft mit all diesen widrigen Umständen umgeht.“ Auf der anderen Seite sei es seine Aufgabe dafür zu sorgen, dass jede einzelne Spielerin nicht mit zu vielen Spielanteilen oder Leistungsanforderungen belastet wird. An einer Akteurin führt allerdings kein Weg vorbei, denn Lea Neubrander ist nun als Torjägerin aus dem Rückraum weitaus mehr auf sich allein gestellt, als wenn sie Marie Beddies auf Rückraum Mitte an ihrer Seite haben würde. Das weiß auch der Gegner. Und von daher ist es für Leibssle klar, dass er von der Spieltaktik her vielmehr auf die HSG Gedern/Nidda schauen muss, als dass er selbst einen eigenen Matchplan ausgeben kann. Leibssle: „Auf alles, was der Gegner spielt, müssen wir eine Antwort geben.“

Von daher haben sich die Gewichte verschoben und die Heimmannschaft von Gedern/Nidda, zumal sie zuletzt mit großer Moral ein 25:25-Remis bei der ebenfalls abstiegsbedrohten DJK/MJC Trier geholt hat, rechnet sich durchaus gegen das dezimierte H2Ku-Team etwas aus. Aus der HSG-Mannschaft sticht die linke Rückraumwerferin Kristin Amos, sie ist erst 20 Jahre alt, besonders heraus. In Trier war sie neunmal erfolgreich, Leibssle: „Sie ist Dreh- und Angelpunkt, aber darauf haben wir uns in der Abwehr auch vorbereitet.“ Um 12 Uhr startet der H2Ku-Tross ins hessische Nidda, an Bord des Busses sind acht Feldspielerinnen und zwei Torhüterinnen – und sie wollen an diesem Samstag keinen Rückschlag mehr hinnehmen.

Quelle: Gäubote – Die Herrenberger Zeitung (19.01.2018)

Abschluss der Hinrunde gegen Herrenberg

Wieder ein direktes Duell im Abstiegskampf: Nach dem mit viel Moral erkämpften 25:25-Unentschieden beim Vorletzten Trier hat Zweitligist HSG Gedern/Nidda am Samstag (18 Uhr) im letzten Spiel der Hinrunde den Tabellenzwölften SG H2Ku Herrenberg in der Gymnasiumhalle Nidda zu Gast.

Gegner mit viel Verletzungspech

Ein Blick auf die Punktebilanz beider Teams genügt, um die Bedeutung des Spiels zu erkennen: Gedern/Nidda hat 7:21 Punkte, Herrenberg 8:18 Punkte. Für den Gast aus Baden-Württemberg ist das insofern ärgerlich, dass man den TSV Nord Harrislee letzte Woche eigentlich klar mit 25:17 besiegt hatte, im Nachhinein jedoch die Punkte aufgrund eines Formfehlers abgezogen bekam.

Dass Herrenberg überhaupt in den Abstiegskampf verwickelt ist, hat für HSG-Trainer Christian Breiler vor allem einen Grund: „Sie haben wahnsinniges Verletzungspech. Trotzdem war bisher kein Ergebnis dabei, wo sie vom Gegner abgeschossen wurden. Das zeigt das Potenzial, das in dieser Mannschaft steckt.“ Heraus sticht Torjägerin Lea Neubrander (112/34 Treffer) im Rückraum.

Hoffen auf den Heimfaktor

Die HSG möchte nach dem Remis in Trier nun natürlich zuhause unbedingt nachlegen. „Wir wollen uns besser als in den letzten Heimspielen gegen Rödertal und Nürtingen präsentieren“, sagt Breiler und hofft auf eine stabile Leistung seines Teams. Ebenso soll der Heimfaktor eine Rolle spielen. „Ich hoffe auf die Unterstützung der Zuschauer, dass sie die Mannschaft im Heimspiel gerade in kritischen Situationen nach vorne pushen können“, so Breiler.

Im Anschluss geht es weiter mit Handball: Das erste WM-Hauptrundenspiel der deutschen Nationalmannschaft um 20.30 Uhr wird in der Hautnah Lounge übertragen.

Heimspiel-Doppelpack steht an

Die ersten beiden Spiele des neuen Jahres sind absolviert. Bei der SG 09 Kirchhof unterlag die HSG Gedern/Nidda mit 23:29, bei der DJK/MJC Trier gab es ein 25:25-Unentschieden. Nun stehen zwei wichtige Heimspiele an. Am kommenden Samstag (19. Januar) ist um 18 Uhr der Tabellenzehnte SG H2Ku Herrenberg in der Niddaer Gymnasiumhalle zu Gast. Eine Woche später, am 26. Januar, kommt der aktuelle Rang-14. BSV Sachsen Zwickau.

Punkteteilung im Anti-Abstiegsgipfel

Punkteteilung: Die HSG Gedern/Nidda hat sich im Anti-Abstiegsgipfel bei der DJK/MJC Trier einen Punkt erkämpft. Schlussendlich leuchtete nach einem packenden Fight und einer dramatischen Schlussphase ein 25:25-Unentschieden auf der Anzeigetafel der Arena Trier.

Zuvor hatten die 420 Zuschauer ein fast durchgehend sehr ausgeglichenes Spiel gesehen. In der ersten Hälfte schaffte es keiner der beiden Mannschaften, sich nennenswerte Vorteile zu erspielen. Die Anfangsphase war eher von Nervosität und Fehlern gekennzeichnet, nach einer Viertelstunde waren dementsprechend erst sieben Tore gefallen, die HSG lag knapp mit 4:3 vorne. An diesem engen Verlauf änderte sich bis zum 12:12-Halbzeitstand nichts.

Mitreißende Schlussphase

Nach Wiederbeginn agierte Gedern/Nidda zunächst stärker. Die neunmalige Torschützin Kristin Amos traf in der 37. Minute zur 16:14-Führung. Danach jedoch kippte das Spiel ein wenig, die HSG erlaubte sich Fehler, Trier nutzte das und lag in der 44. Minute plötzlich mit 19:16 vorne. In der mitreißenden Schlussphase liefen die Gäste so meist einem Rückstand hinterher, gaben sich allerdings zu keiner Zeit auf.

Das Muster war stets das gleiche: Gedern/Nidda kämpfte sich heran, Trier legte wieder vor. So auch in der Endphase, als die Gastgeberinnen auf 25:23 (57.) davonzogen. Die Reaktion darauf blieb auch dieses Mal nicht aus. Kreisläuferin Leonie Nowak verkürzte, Rechtsaußen Kirsten Schindler traf zum 25:25 (59.). Die Chance auf den Sieg hatten danach beide Teams, konnten sie aber jeweils nicht nutzen.

„Letztlich müssen wir mit dem Punkt zufrieden sein“, sagte Andreas Nau, der den aus privaten Gründen fehlenden Christian Breiler vertrat. „Die Mannschaft hat Moral gezeigt und nie aufgegeben“, lobte Nau.

Zwei Heimspiele

Nun stehen zwei Heimspiele an: Am kommenden Samstag gegen die SG H2Ku Herrenberg, eine Woche später gegen den BSV Sachsen Zwickau.

Foto: Stefan Haas

Trierer Miezen geben im Kellerduell den Sieg aus der Hand

Die Trierer Miezen haben einen Befreiungsschlag im Abstiegskampf verpasst: Die Zweitliga-Handballerinnen spielten am Freitagabend in der Arena nach einem wahren Krimi 25:25 (12:12) im Heimspiel gegen den Aufsteiger HSG Gedern/Nidda.

Eine 25:23-Führung knapp drei Minuten vor Schluss reichte nicht zum Sieg gegen das Tabellenschlusslicht aus Hessen. Die Miezen bleiben nach dem Unentschieden Tabellenvorletzter (8:20 Punkte) vor der HSG Gedern/Nidda (7:21).

Vor 420 Zuschauern zeigten beide Mannschaften im Anti-Abstiegsgipfel viele Nerven. Nach 16 Minuten stand es erst 4:4 – zahlreiche Fehlversuche und Abspielfehler waren für die schwache Torausbeute verantwortlich. Die Nervosität blieb beiden Teams über die gesamte Spielzeit erhalten.

Bei den Miezen bissen die angeschlagenen Vesna Tolic mit dick bandagiertem Knie und Dora Varga auf die Zähne. Tolic erzielte insgesamt vier Tore, darunter das wichtige zur 24:23-Führung. Erfolgreichste Werferin der Triererinnen war Dovile Ilciukaite mit sechs Toren. Bei den Gästen war die Toptorjägerin Kristin Amos (neun Treffer) kaum zu stoppen.

Miezen-Trainerin Elena Vereschako trauerte dem vergebenen Heimsieg nach: „Wir haben heute sehr schlecht in Überzahl gespielt und zweimal das leere Tor nicht getroffen. Wir hatten die Chancen, früher wegzuziehen und das Spiel für uns zu entscheiden. Das ist uns nicht gelungen, deshalb haben wir eher einen Punkt verloren.“ Der Gästetrainer Christian Breiler freute sich dagegen über einen gewonnenen Punkt, auch wenn am Ende für den Aufsteiger sogar der Sieg möglich war, aber Miezen-Torfrau Aleksandra Baranowska hielt wenigstens den einen Punkt fest. „Ich bin sehr zufrieden, wir haben stark gekämpft. Wir haben eher einen Punkt gewonnen, auch wenn wir am Ende Pech hatten.“

Stark auf Trierer Seite waren Dovile Ilciukaite mit sechs Treffern und Lindsey Houben (5). Ein großes Kämpferherz zeigten die angeschlagenen Tolic (4) und Dora Simon-Varga (3), während Gabriella Szabo überhaupt nicht ins Spiel fand und nur ein Tor erzielte – das 25:23 in der 57. Minute. Da dachten die Miezen-Fans schon an den zweiten Sieg in Folge, doch die kampfstarken Hessinnen schlugen dank eines Fehlversuchs von Houben und zweier Abspielfehler von Maja Zrnec in der Schlussphase noch einmal zurück und sicherten sich verdient einen Zähler.

DJK/MJC Trier: Baranowska, Huijben (n.e.) – Brunner (n.e.), Petrovska, Sattler (1), Ilciukaite (6/davon zwei Siebenmeter), Houben (5/1), Czanki (3), Tolic (4), Szabo (1), Zrnec (2), Varga (3)

Beste Werferinnen HSG Gedern/Nidda: Amos (9), Schindler (8/5)

Zuschauer: 420

Schiedsrichter: Daniela Kuschel/Sandra Senk

Quelle: Trierischer Volksfreund/Stefan Strohm (12.01.2019)

Kellerduell an der Mosel

Abstiegskampf pur: Für die HSG Gedern/Nidda steht heute Abend um 19.30 in der Arena Trier das Kellerduell in der 2. Bundesliga an. Zum Auftakt des 14. Spieltags ist das aktuelle Schlusslicht beim Vorletzten DJK/MJC Trier zu Gast.

Selbstverständlich geht es in dieser Partie um wichtige Zähler im Kampf um den Klassenerhalt. Die HSG kann die Reise an die Mosel durchaus mit Zuversicht antreten, immerhin zeigte man bei der 23:29-Niederlage bei der SG 09 Kirchhof eine ordentliche Leistung. „Wenn wir einen guten Tag erwischen, haben wir die Möglichkeit, zu punkten“, meint HSG-Coach Breiler. Jedoch weiß er gleichermaßen, „dass Trier eine ausgebuffte Mannschaft ist“. Klar ist: „Für uns ist das eine riesige Chance, uns in der Tabelle wieder mitten ins Geschehen zu werfen“, so Breiler.

Die Miezen aus Trier haben sich nach einem völlig missratenen Saisonstart mittlerweile stabilisiert. Das 24:23 gegen die TG Nürtingen kurz vor Weihnachten und das 27:26 beim TuS Lintfort zum Jahresauftakt bedeuteten wichtige Zähler für den langjährigen Erstligisten, der 2003 sogar Deutscher Meister war.

Die Aktualität jedoch heißt: Abstiegskampf in Liga zwei. Dementsprechend ist im vorletzten Spiel der Hinrunde ein spannendes und umkämpftes Duell zu erwarten.

Mit dem Bus nach Trier

Zum ungewohnten Termin geht’s für die ersten Damen am Freitag zu den Trierer Miezen. Nach der ordentlichen Leistung bei der 23:29-Niederlage in Kirchhof wird die Mannschaft von Trainer Christian Breiler dort erneut alles in die Waagschale werfen, um zwei Punkte zu holen.

Wer die Mannschaft dabei unterstützen möchte, hat die Möglichkeit, im Bus mitzufahren. Dieser fährt am Freitag um 14 Uhr ab. Anmeldungen an bus@hsg-gn.de.

HSG Gedern/Nidda trotz handfestem Auftritt abgerutscht

Nidda/Melsungen (flo). Den haushohen Favoriten mächtig geärgert, ihn sogar ins Wanken gebracht, aber letztlich doch verloren: Die Zweitliga-Handballerinnen der HSG Gedern/Nidda sind mit einer sehr ordentlichen Leistung ins neue Jahr gestartet, mussten sich im Hessenderby beim Tabellenachten SG 09 Kirchhof allerdings mit 23:29 (11:15) geschlagen geben. Weil die DJK/MJC Trier beim TuS Lintfort gewann, rutschen die Wetterauerinnen damit auf den letzten Platz des Klassements ab.

SG 09 Kirchhof –
HSG Gedern/Nidda 29:23

„Es ist einfach ärgerlich, dass wir dieses Spiel verloren haben. Es war mehr drin, aber uns hat die Abgezocktheit gefehlt“, fand Jessica Schmeißer. Die 24-Jährige, sonst im Innenblock und am Kreis zu finden, tauchte dieses Mal in ungewohnter Rolle auf: Als Rechtsaußen. „Ich glaube, ich habe diese Position das erste Mal gespielt“, lachte sie. Freitags hatte Trainer Christian Breiler seine Spielerin auf diese Maßnahme vorbereitet, ihr erklärt, was zu tun sei.

Nämlich: Die Räume von Kirchhofs Linksaußen Christin Kühlborn einzuengen. „Jessi hat gegen Kühlborn die erste und zweite Welle und den schnellen Anstoß verhindert, da ist Kühlborn normal sehr stark, weil sie in der Abwehr auf Halb deckt und somit sehr schnell vorne ist“, erläuterte Breiler den taktischen Winkelzug, der dazu führte, dass die etatmäßige Rechtsaußen Kirsten Schindler fast 60 Minuten lang auf der Bank Platz nehmen musste. „Das hat gut funktioniert. Kühlborn hatte zwei, drei Aktionen, aber nicht zehn, elf“, sagte Breiler.

Vor der bemerkenswerten Kulisse von 729 Zuschauern hatte die HSG über die volle Dauer einen soliden, konkurrenzfähigen Handball mit einer starken Deckungsleistung, einer guten Sandra Elisath im Tor (13 Paraden) und einigen ansprechenden Offensivaktionen gezeigt, aber eben ein paar Fehler zu viel gemacht. Schon in der ersten Hälfte, als man Kirchhof mehrfach in dessen gefürchtetes Gegenstoßspiel kommen ließ, die gute Kreisläuferin Dione Visser nicht so recht in den Griff bekam und zudem drei, vier beste Chancen nicht nutzte. Die Folge war ein 11:15-Rückstand zur Pause.

Der jedoch nichts daran änderte, dass die Spielgemeinschaft ihre Chance auf eine Überraschung erkannt hatte. Dementsprechend startete die Breiler-Sieben mit Entschlossenheit in die zweite Hälfte. Die Rückraumlinke Kristin Amos (9/6 Tore), die insbesondere mit einer Hundertprozentquote von der Siebenmeterlinie überzeugte, brachte ihre Farben auf 14:16 (34.) heran. Danach entwickelte sich ein einziges Auf und Ab, in dem es Kirchhof nicht verstand, herausgeworfene Führungen zu verwalten, und Gedern/Nidda es verpasste, das Momentum vollends auf seine Seite zu ziehen. Mehrfach kämpfte sich die HSG wieder heran, leistete sich dann, wenn es richtig eng hätte werden können, aber Ballverluste oder Fehlwürfe.

Etwa in jener Phase, in der die Wetterauerinnen durch einen Tempogegenstoß von Sabine Eisenacher sowie einen Zweite-Welle-Treffer von Hanna Rösner erst auf 21:24 (52.) verkürzt hatten und dann in Überzahl sogar erneut in Ballbesitz kamen. Auf der Gegenseite jedoch landete der Amos-Wurf im Kirchhofer Deckungsblock. Was folgte, ist auch schlichtweg ein Beweis für die ungleiche Qualität beider Mannschaften: Völlig aus dem Nichts und bei drohendem Zeitspiel feuerte Diana Sabljak, die mit 14/7 Toren herausragende Halblinke der SG 09, einen Hüftwurf zum 25:21 (54.) ins Netz. Es war die Vorentscheidung. „Wir würden uns diesen Wurf nicht nehmen“, verdeutlicht HSG-Coach Breiler. „Wir hatten ein paar Situationen, in denen wir abschließen können, uns aber nicht trauen, die Aktion zu suchen, die Verantwortung zu übernehmen.“

Wichtige Spiele

Trier, Herrenberg, Zwickau – so lauten die nächsten, sehr wichtigen Aufgaben des neuen Schlusslichts. Aus diesen drei Spielen sollte die HSG unbedingt Zählbares holen. Freilich, der Auftritt in Melsungen taugt dazu, diesen Begegnungen hoffnungsvoll entgegenzublicken. Doch dafür muss es Gedern/Nidda schaffen, an eben diese Leistung anzuknüpfen. Und genau das hat im bisherigen Saisonverlauf längst nicht immer funktioniert.

Quelle: Kreis-Anzeiger (07.01.2019)

Diana Sabljak macht den Unterschied

Manchmal reicht ein Wort, das entscheidet. Ein Name, der den Unterschied ausmacht. Im Hessen-Derby der 2. Handball-Bundesliga hieß die Lösung Sabljak. Diana Sabljak, die von den Fans einmal mehr zur Spielerin des Spiels gewählt wurde und ihrer SG 09 Kirchhof ein 29:23 (15:11) gegen die HSG Gedern/Nidda ermöglichte.

„Diana ist der Kopf des Teams. Um sie bauen wir unsere Mannschaft auf“, bekräftigte SG-Coach Christian Denk. Dessen Gegenüber Christian Breiler betonte: „Sie nimmt sich erfolgreich die Würfe, die wir uns gar nicht erst zutrauen.“ Und SG-Kreisläuferin Dionne Visser, die zweite in guter Form, stieß ins gleiche Horn: „Diana macht ihre Tore auch mal allein. Ich bin auf gute Zuspiele von Danique oder Michelle angewiesen.“

21 Treffer gelangen Sabljak und Visser gegen Gedern/Nidda. Nur die Verteilung bei SIS-Handball stimmt nicht, weil das Rückraum-Ass auf 12/6 kommt und die Kreisläuferin auf 9/3. Im Spielbericht im Internet wurden der umtriebigen Holländerin nämlich zwei Treffer geklaut und der Kroatin gutgeschrieben. Somit führt die unverwüstliche Halblinke die Torjägerliste nun wahlweise mit 124/48 oder 122/47 Treffern souverän an. Bereits Vierte ist Gedern/Niddas Senkrechtstarterin Kristin Amos (87/38), die gemeinsam mit Kreisläuferin und Abwehrchefin Leonie Nowak der Kirchhofer Deckung einige Kopfzerbrechen bereitete.

Kein Schönheitspreis für den Sieg

Deswegen war für Dionne Visser am Ende allein wichtig: „Hauptsache zwei Punkte, um die Konkurrenz auf Distanz zu halten, und nach oben gucken zu dürfen statt nach unten gucken zu müssen. Von mir aus können wir gern immer so hässlich gewinnen.“ Einen Schönheitspreis gab es diesmal nicht zu gewinnen. Kein Spektakel wie beim 44:32 gegen die DJK/MJC Trier vor vier Wochen. Auch, weil die Niederlage danach Nord Harrislee (27:28) Spuren hinterließ. Und weil die SG 09 gegen das Team aus dem Wetteraukreis viel zu verlieren hatte und die Gäste mit Blick auf das 29:48 im Test vor der Runde nur gewinnen konnten.

Dementsprechend fahrig begann der erste Vergleich beider Vereine in der 2. Liga. Erst der vierte Wurf der SG 09 saß, als Boonkamp nach einem Solo zum 1:1 erfolgreich war (4.). Sogar eine höhere Führung der HSG war möglich. Torfrau Frederikke Siggaard verhinderte dies mit drei Glanzparaden in den ersten zehn Minuten. Bis dahin hatte Kirchhof mit zwei Kreisläuferinnen angegriffen.

In der 14. Minute brachte Coach Denk mit Laura Nolte eine Rechtsaußen und mit Sandra Szary eine Linkshänderin. Später durften sich Alena Breiding und Leona Svirakova im Rückraum zeigen. Allein Breiding wusste hier zu gefallen und der Trainer übte Selbstkritik: „Die vielen Wechsel haben unserem Spiel nicht gutgetan. Wir haben es nicht geschafft, unsere Angriffe kontrolliert vorzutragen“, sagte Christian Denk.

Dessen Löwinnen legten über 6:3 (13., Kim Mai), 11:7 (24., Visser), 15:10 (29. Szary) und 24:19 (51., Sabljak) zwar stets eine recht komfortable Führung vor, waren aber erst am Ziel, als ein Doppelschlag zum 26:21 erfolgte (56.). Die Torschützinnen? Laura Nolte und Diana Sabljak. Natürlich.

Quelle: HNA (07.01.2019)

Bei HSG Gedern/Nidda gehen Uhren erfolgreich anders

Premiere in der 2. Handball-Bundesliga: Erstmals ist die HSG Gedern/Nidda bei der SG 09 Kirchhof zu einem Pflichtspiel und Hessen-Derby zu Gast (Sa. 18 Uhr, Stadtsporthalle Melsungen). Drittliga-Meister, die nicht aufsteigen wollen, gibt es immer öfter. Die HSG Gedern/Nidda war nie Meister in der 3. Liga. Dennoch haben die Südhessinnen aus dem Wetteraukreis vor der Saison als Tabellenzweiter der Ost-Staffel mit nur einem Punkt mehr als der SV Germania Fritzlar den Sprung in die 2. Liga gewagt.

„Die Mannschaft wollte sich beweisen. Und mit sechs Punkten haben wir jetzt schon mehr geholt, als uns viele zugetraut haben“, betont Martin Schindler, der Vorsitzende der HSG. Und ist stolz darauf, dass bei der Spielgemeinschaft die Uhren anders ticken. Das geht soweit, dass die Männer des Vereins, die in der Bezirksliga A Gießen spielen, und die Frauen bewusst einen Doppelspieltag veranstalten – wobei die Zweitliga-Spielerinnen bei den Männern das Bier zapfen. Vor der kleinen Halle in Nidda werden dann jeweils zwei Zelte aufgebaut, um gemeinsam zu feiern.

Breiler ist seit 2009 Trainer

„Früher waren wir nicht gut genug für Trainingsspiele. Jetzt müssen namhaftere Vereine gegen uns Pflichtspiele bestreiten“, umreißt Schindler stolz die Entwicklung im Verein, die die Handschrift von Christian Breiler trägt. Dabei kam der heute 41-Jährige unverhofft zum Trainerposten bei der HSG.

Bis zum 11. November 2009 war nämlich Thomas Wallendorf, der heute Oberligist TV Hüttenberg coacht, im Amt. Ein kurzfristiges Angebot von der HSG Wetzlar konnte er nicht ausschlagen. Da kam Breiler ins Spiel, dessen damalige Freundin und heutige Frau Claudia Pfaff in der ersten Mannschaft spielte. Breiler half aus, schaffte den Aufstieg aus der Landesliga – und blieb. So erfolgreich, dass Gedern/Nidda ein Jahr später der Sprung in die Drittklassigkeit gelang und nun erstmals der in die 2. Liga.

Befreundetes Team aus der Region

Mit Rückraumspielerin Sabine Eisenacher ist ein Eigengewächs den Weg komplett von der Landesliga mitgegangen. Alle im Kader sind aus der Region und befreundet. Rechtsaußen Kirsten Schindler (50 Tore), die Tochter des Vorsitzenden, wurde 2015 Meister der A-Jugend-Oberliga mit Hungen/Lich und ihren heutigen Mitspielerinnen Hannah Niebergall (Mitte), Hanna Rösner (Halbrechts) sowie Carmelina Mulch.

„Wir dürfen Kirchhof nicht ins Rollen kommen lassen“, weiß Breiler, der auf eine eingespielte Abwehr um Kreisläuferin Leonie Nowak baut. Das ist eine von zwei Spielerinnen im Kader, die (für Kleenheim 2016/17 unter dem heutigen Fritzlar-Coach Lucky Cojocar) zuvor Zweitliga-Luft schnupperte. Weswegen der 26:24-Coup in Berlin allein belegt, dass sich der Mut im Sommer für den A-Lizenz-Inhaber und die HSG gelohnt hat.

Quelle: HNA