HSG Gedern/Nidda reist nach Waiblingen

Für die HSG Gedern/Nidda steht in der 2. Bundesliga das dritte Saisonspiel an. Am Samstag um 18.15 Uhr ist der Aufsteiger in der Staufer Sporthalle beim Vorjahresachten VfL Waiblingen zu Gast. Auch dieses Mal geht der Gegner als klarer Favorit in die Begegnung.

HSG muss Fehlerrate reduzieren

Die HSG befindet sich kaum überraschend noch in einem Prozess der Anpassung an Liga zwei. Die Niederlagen beim BSV Sachsen Zwickau (28:33) und gegen den TV Beyeröhde-Wuppertal (24:35) waren selbstverständlich alles andere als überraschend. Beide Spiele haben aufgezeigt, in welchen Bereichen sich die Mannschaft von Trainer Christian Breilersteigern wird müssen, um in dieser Spielklasse punkten zu können. Die Bandbreite der Aspekte ist naturgemäß groß, schließlich gibt es im Kader kaum Zweitligaerfahrung. Die HSG muss sich an die höhere Spielgeschwindigkeit gewöhnen, an bessere und robustere Abwehrreihen, an die höhere Intensität gegen körperlich klar überlegene Gegner.

Ein weiterer wesentlicher Punkt: Die hohe Fehlerrate. Sowohl Zwickau als auch Beyeröhde bestraften die technischen Fehler und Ballverluste gnadenlos – anders als viele Gegner in der 3. Liga. „Wir müssen lernen, weniger Fehler zu machen. Das muss in die Köpfe und ins Spiel rein“, sagt Trainer Breiler. „Kämpferisch und von der Einstellung her gibt es nichts zu meckern, aber handballerisch müssen wir uns steigern“, fordert der HSG-Coach. Dass derzeit beruflich, krankheits- und verletzungsbedingt immer wieder Spielerinnen fehlen, erschwert diese Entwicklung allerdings.

Starker Rückraum beim VfL Waiblingen

Im baden-württembergischen Waiblingen erwartet den Neuling die nächste sehr schwere Aufgabe. Der VfL-Rückraum ist mit den Halben Monika Odrewska und Lea Gruber sowie den Mitte-Akteurinnen Vanessa Nagler und Sinah Hagen sehr stark und sehr torgefährlich besetzt. Auch Waiblingens Abwehr besitzt eine ordentliche Qualität. „Die 6:0 ist sehr aktiv, da müssen wir uns im Vergleich zur 3. Liga insgesamt umstellen“, so Breiler. Die Spielidee von Waiblingens neuem Trainer Nicolaj Bredekjear Anderssonsieht vor, aus einer kompakten Deckung schnell umzuschalten und viele einfache Tore zu erzielen. Das klappte beim Saisonauftakt gegen den HC Rödertal weniger gut, zuhause verlor man mit 26:36. Zuletzt gewann der VfL aber bei Aufsteiger TSV Nord Harrislee souverän mit 29:23.

Breiler sagt: „Für Waiblingen ist ein solches Spiel gegen einen Aufsteiger ein Muss-Spiel, dementsprechend werden sie auch auftreten. Wir müssen den Fokus auf uns legen, gucken, dass wir an unser Leistungsoptimum kommen und das Spiel vielleicht über einen längeren Zeitraum offen gestalten.“

HSG Gedern/Nidda unterliegt TV Beyeröhde-Wuppertal

NIDDA – Zweites Spiel, zweite Niederlage: Bei der Heimpremiere in der 2. Bundesliga schlagen sich die Handballerinnen der HSG Gedern/Nidda vor 500 Zuschauern im Rahmen ihrer Möglichkeiten sehr wacker, bleiben allerdings ohne den Hauch einer Chance. Gegen den TV Beyeröhde-Wuppertal kassiert der Aufsteiger eine deutliche 24:35 (13:18)-Niederlage und erhält eine Lehrstunde in Sachen Tempospiel.

HSG Gedern/Nidda – TV Beyeröhde-Wuppertal 24:35

„Wir müssen lernen, mit solchen Niederlagen umzugehen. Das gehört in dieser Spielklasse einfach dazu“, befand HSG-Trainer Christian Breiler. Zieht man die Indizien des ersten Heimauftritts heran, ist davon auszugehen, dass sich seine Mannschaft dessen vollauf bewusst ist, dass sie bereit ist, an solchen Spielen und auch an deutlichen Pleiten zu wachsen. Eine Szene mit Symbolcharakter: Zweieinhalb Minuten vor Schluss liegt der Neuling mit 21:34 hinten, dennoch rudert Spielführerin Sabine Eisenacher mit den Armen, treibt ihre Mannschaft an. Derlei Momente zeigen, dass die Moral intakt ist. Auch Mittelfrau Hannah Niebergall meinte: „Kämpferisch war das eine gute Leistung.“

Nicht zuletzt in Anbetracht der gerade im Rückraum arg dünnen Personaldecke. Denn dort summierten sich die Ausfälle. Routinier Johanna Becker fehlte urlaubsbedingt, Hanna Rösner musste aus gesundheitlichen Gründen passen. Als wäre dies nicht schon genug, folgte nach 18 Minuten der nächste herbe Rückschlag: Die Rückraumlinke Kristin Amos sah die rote Karte. „Schlimmer“, fand Niebergall, „hätte es uns für den Rückraum nicht treffen können.“ Kirsten Schindler resümierte: „Mit so wenigen Rückraumspielerinnen war es dann schwer.“ Amos hatte Beyeröhdes Michelle Stefes beim Gegenstoß zum 5:11 leicht berührt. Eine berechtige Rote Karte? „Es war eine 50:50-Entscheidung, man kann die Rote Karte schon geben. Ich fand es allerdings ein bisschen zu hart“, sagte HSG-Coach Breiler. Der danach zum Improvisieren gezwungen war. Sabine Eisenacher wechselte von halbrechts auf halblinks, Kirsten Schindler agierte fortan im rechten Rückraum statt auf Rechtsaußen. Beide mussten mangels Alternativen auf den Halbpositionen 60 Minuten durchspielen.

Früh lief die HSG einem Rückstand hinterher, der sukzessive anwuchs. Nur in den ersten Minuten schafften es die Wetterauerinnen, Beyeröhde in den Positionsangriff zu zwingen. Danach schlichen sich im Angriff vermehrt Fehlpässe und Ballverluste ein. Und selbst wenn die Breiler-Sieben schnell in die Defensivbewegung überging, fanden die Gäste im erweiterten Gegenstoß immer wieder spielerisch ansprechende Lösungen. Die Wuppertalerinnen, das muss man so realistisch einordnen, spielen schlichtweg in einer anderen Liga als die HSG. Das Tempospiel des TVB war eine Augenweide, insgesamt 17 Treffer fielen in der ersten und zweiten Welle oder nach schnellen Anstößen. „Dieses Tempo“, sagte Breiler, „können wir noch nicht mitgehen.“ Die starke Mittelfrau Ramona Ruthenbeck stellte in der 23. Minute auf 8:16. Mit einem starken Schlussspurt schaffte es die HSG allerdings, auf das Pausen-13:18 zu verkürzen.

Auch nach Wiederbeginn wehrte sich die Spielgemeinschaft nach Kräften, hielt den Rückstand bei fünf, sechs Toren. Doch ab Mitte der zweiten Hälfte machte sich der Substanzverlust deutlich bemerkbar, die Ballverluste häuften sich – und wurden von Beyeröhde gnadenlos bestraft. Das Gegenstoß-17:27 (46.) durch Linksaußen Stefes bedeutete den ersten zweistelligen Rückstand. Doch selbst danach bejubelten die Wetterauerinnen jedes Tor, jede gelungene Aktion, jede Parade der ordentlich haltenden Torfrau Sandra Elisath.

Gästecoach Martin Schwarzwald formulierte anerkennend: „Gedern/Nidda hat aufopferungsvoll gekämpft und sich nicht aufgegeben. Die Stimmung in der Halle war sensationell. Wenn das die Saison über so bleibt, wird die HSG viel Spaß in der Liga haben.“ Die Baustellen sind klar: Der Aufsteiger muss seine Fehlerrate im Angriff deutlich reduzieren, die Chancenverwertung (25 Fehlwürfe) muss besser werden, ebenso muss das Umschaltspiel schneller vonstattengehen. Allesamt Prozesse, die Zeit benötigen.

Schindler ist sicher: „Wenn wir so weitermachen, können wir gegen Mannschaften, die weiter unten stehen, Punkte holen.“ Und auch Trainer Breiler sagt: „Ich bin überzeugt, dass wir es zuhause dem einen oder anderen Gegner schwer machen können.“ Zunächst einmal ist die HSG Gedern/Nidda am nächsten Samstag aber auswärts beim VfL Waiblingen gefordert.

Quelle: Kreis-Anzeiger (17.09.2018)

Vorgestellt! Das ist Neuzugang Kristin Amos

Im Sommer wechselte Kristin Amos von der SG Bruchköbel zur HSG Gedern/Nidda. In der Rubrik „Vorgestellt“ stellt Jessica Schmeißer die neue Rückraumspielerin vor. Dieser Bericht erschien bereits am Samstag im Aktuellen Blatt, dem Spieltagsheft der HSG.

Heute stellen wir euch eine unserer drei Neuzugänge Kristin alias „Bambi“ Amos vor. Ihren Spitznamen „Bambi“ hat sie ihrem alten Verein zu verdanken, da sie immer die Jüngste im Bunde war. Seit dieser Saison geht die 20-jährige (20.04.1998) mit der Trikotnummer 20 vorrangig im linken Rückraum bei der HSG Gedern/Nidda auf Torejagd.

Neuzugang Kristin Amos. Foto: Oliver Vogler.

Wenn sie nicht in der Halle steht, begibt sie sich auf Verbrechersuche. Falls ihr ein Tor von ihr verpasst habt, hört ihr es spätestens bei dem Lied „1,2,3 – Polizei“. Damit bei ihrer Jagd auch nichts schief geht, ist ein RedBull vor dem Spiel, sowie das Haare machen lassen, ganz wichtig!

Zuhause ist Bambi in Rodenbach bei Hanau. Langeweile auf der Fahrt ins Training oder zum Spiel gibt es bei ihr nicht: Die Musik wird laut gedreht und es wird fleißig mitgesungen. Ein Texthänger oder -patzer ist für sie ein Fremdwort.

Vergesslich ist sie dennoch. So wird sich vor jeder Trainingseinheit versichert, wann das Training beginnt. Im Training mischt sie die Gruppe durch ihre lebhafte und etwas verpeilte Art auf und fühlt sich mittlerweile pudelwohl bei uns. Besonders große Freude hat sie, wenn wir die 8 x 20 Sekunden Sprints bezwingen dürfen.

Doch ohne eine Aufgabe kommt bei uns keiner davon und da Bambi den Ball liebt, dachten wir: einer ist nicht genug, soll sie gleich für all’ unsere Bälle im Training, Spiel und Auswärtsspiel zuständig sein.

Wenn ihr Bambi nicht in der Halle oder auf Verbrecherjagd antrefft, findet ihr sie entweder schlafend im Bett oder am Essen. Hier darf es selbstverständlich alles sein, Hauptsache gut und viel. Falls Bambi das eigene Essen nicht ausreichen sollte, bedient sie sich auch gerne bei dem Essen ihren Mitspielerinnen. Ein Weizen darf selbstverständlich auch nicht fehlen.

Frei nach dem Motto „Stärke entsteht nicht im Körper. Sie entsteht aus einem unbändigen Willen“ bezwingen wir gemeinsam das Abendeuter 2. Bundesliga!

Video: Pressekonferenz nach dem Beyeröhde-Spiel

Guter Start für Männer und Damen II

Zwei Siege, zwei Niederlagen – so lässt sich das Wochenende kurz zusammenfassen. Unser Überblick.

Die ersten Damen feierten gegen den TV Beyeröhde-Wuppertal ihre Heimpremiere in der 2. Bundesliga. An Kampf und Einstellung mangelte es in der bestens gefüllten Niddaer Gymnasiumhalle nicht. Doch auszurichten war gegen den übermächtigen Gegner nichts. Letztlich kassierte die Mannschaft von Trainer Christian Breiler eine 24:35-Niederlage.

Die ersten Männer starteten mit einem Heimsieg in die neue Saison der Bezirksliga A. Für den neuen Trainer Andreas Nau bedeutete dies einen erfolgreichen Einstand. In einem spannenden und umkämpften Spiel besiegte die Nau-Truppe den TSV Södel mit 29:26.

Eine deutliche Angelegenheit war der Saisonauftakt der zweiten Damen in der Bezirksliga A. Die Mannschaft von Neu-Trainer Thomas Schuster feierte einen souveränen Erfolg und besiegte die HSG Dilltal mit 29:15.

Die zweiten Männer hingegen begannen ihre Saison in der Bezirksliga C mit einer Auswärtsniederlage. Beim TV Dornholzhausen müsste man sich klar mit 13:26 geschlagen geben.

Ausblick auf das HSG-Wochenende

Es geht wieder los! Nachdem die ersten Damen der HSG Gedern/Nidda bereits am letzten Wochenende in die Saison gestartet sind, beginnt nun auch für alle weiteren Teams die neue Spielzeit. Und das sogar mit einem großen Heimspieltag in der Gymnasiumhalle Nidda am Samstag! Das Wochenende im Kurzüberblick.

Heimspieltag: Drei Teams spielen zuhause

Die Zweitliga-Frauen haben am Samstag um 18 Uhr den sehr stark einzuschätzenden TV Beyeröhde-Wuppertal in der Gymnasiumhalle Nidda zu Gast. Für die Mannschaft von Trainer Christian Breiler ist es das erste Heimspiel in der 2. Bundesliga – ein echtes Highlight also! „Wir freuen uns sehr darauf“, sagt der HSG-Coach. Wohlwissend, dass es gegen den TV Beyeröhde-Wuppertal eine absolute Top-Leistung seines Teams benötigen wird.

Den Auftakt zum Heimspieltag machen die zweiten Damen. Mit dem neuen Trainer Thomas Schuster trifft man am Samstag (15.30 Uhr) im ersten Spiel auf die HSG Dilltal und will natürlich mit einem Sieg in die Saison der Bezirksliga A starten.

Um 20 Uhr haben dann die ersten Männer zum Saisonstart der Bezirksliga A den TSV Södel zu Gast. Das Ziel der Truppe des neuen Trainers Andreas Nau ist klar: Mit einem Heimsieg in die neue Runde, für die man sich einiges vorgenommen hat, starten.

Am Sonntag wird es dann auch für die zweiten Männer ernst. Um 17 Uhr ist man auswärts beim TV Dornholzhausen zu Gast.

HSG fiebert Heimpremiere entgegen: „Etwas ganz Besonderes“

Es ist so weit: Am Samstag steht für die HSG Gedern/Nidda das erste Heimspiel in der 2. Bundesliga an. Um 18 Uhr gastiert der ambitionierte Vorjahressechste TV Beyeröhde-Wuppertal in der Gymnasiumhalle Nidda. Mit dem eigenen Publikum im Rücken will der Liganeuling gegen den großen Favoriten bestmöglich Gegenwehr leisten.

Mit dem Heimvorteil über sich hinauswachsen

„Wir freuen uns natürlich sehr darauf, das ist eine tolle Geschichte“, blickt HSG-Trainer Christian Breiler dem Heimauftakt entgegen. 2. Bundesliga in der Gymnasiumhalle – daran muss man sich natürlich erst einmal gewöhnen. Das wird umso deutlicher, wenn man in den Rückspiegel blickt. 2012 gelang der HSG Gedern/Nidda der Durchmarsch: Von der Landesliga über die Oberliga in die 3. Liga. Ein Aufstieg, der als Sensation durchging. Ein echtes Abenteuer, die 3. Liga schien das Höchste der Gefühle zu sein. Und dann? Spielte die junge Mannschaft eine famose letzte Saison in der Ost-Staffel, wurde Vizemeister und stieg nach einem wahren Aufstiegsdrama tatsächlich in die 2. Liga auf.

„Dieses Spiel“, sagt Breiler, „ist für alle etwas ganz Besonderes.“ Um den etablierten Zweitligisten aus Wuppertal ärgern zu können, setzt der Trainer nicht zuletzt auf die Zuschauer. „Ich hoffe, dass die Halle voll wird, das hätten sich die Mädels verdient“, betont er. „Im Zusammenspiel mit unseren Zuschauern haben wir schon einige Feste gefeiert. Auch dieses Mal wollen wir mit dem Heimvorteil im Rücken über uns hinauswachsen. Dafür benötigen wir auch in schlechteren Phasen die Unterstützung von der Tribüne!“

Ex-ARD-Reporter Werner Damm als Hallensprecher

Ein ganz besonderes Schmankerl: Werner Damm, der vielen Sportinteressierten durch seine langjährige Berichterstattung für die ARD und den Hessischen Rundfunk bestens bekannt sein dürfte, wird das erste Heimspiel als Hallensprecher begleiten. Das Programm wird bereits ab etwa 17.15 Uhr starten, um die Zuschauer auf die Partie einzustimmen.

Beyeröhde startete mit Sieg in die Saison

Im Gegensatz zur HSG startete der TV Beyeröhde-Wuppertal mit einem Sieg in die Saison. Zuhause besiegten die Nordrhein-Westfälinnen den Aufsteiger TSV Nord Harrislee mit 25:19. Erfolgreichste Torschützin war dabei Beyeröhdes Linksaußen Michelle Stefes mit fünf Treffern. Beim TVB gab es im Sommer ein paar personelle Veränderungen. Fünf Spielerinnen gingen, fünf neue stießen zum Team von Martin Schwarzwald hinzu. „Beyeröhde hat sich nochmal verstärkt, sie verfügen über enormes Potenzial“, lobt HSG-Coach Breiler den Gegner. Seine Marschroute: „Wir wollen wir uns von unserer besten Seite präsentieren. Für was das dann reichen kann, müssen wir abwarten.“

HSG Gedern/Nidda trotz Niederlage mit Zweitliga-Einstand nicht unzufrieden

ZWICKAU – Das Spiel verloren, aber Selbstvertrauen gewonnen: Die Handballerinnen der HSG Gedern/Nidda haben in der 2. Bundesliga eine ordentliche Premiere hingelegt. Beim Vorjahressiebten BSV Sachsen Zwickau verlor die Mannschaft von Trainer Christian Breiler zwar mit 28:33 (14:18). Doch die Wetterauerinnen deuteten an, dass sie nach dem Aufstieg kein Kanonenfutter sind. Es war eine Niederlage, die Mut für das Zweitliga-Abenteuer macht.

„Es ist schön zu sehen, dass wir mithalten können. Es wäre sogar mehr drin gewesen“, resümierte Kreisläuferin Leonie Nowak, die bereits eine Saison mit der SG Kleenheim im Bundesliga-Unterhaus verbracht hat. HSG-Coach Breiler befand: „Das war ein guter Auftritt, wir haben das Spiel 40 Minuten lang total offen gehalten und ansehnlich gespielt. Daraus müssen wir Zuversicht ziehen.“

Derweil analysierte Zwickaus neuer Trainer Rüdiger Bones: „Entscheidend ist, dass wir gewonnen haben. Wir haben über weite Strecken gut und dominant gespielt, aber im Angriff zu viele Fehler gemacht.“

Von Anfang an, das war nicht sonderlich überraschend, lief Gedern/Nidda einem Rückstand hinterher. Nicht, weil der Aufsteiger schlecht gespielt hätte, sondern weil er seine guten Chancen vielfach ungenutzt ließ. Nach neun Minuten hatte die Spielgemeinschaft schon vier freie Gelegenheiten vergeben. An der effektiveren Verwertung der Einwurfmöglichkeiten wird zu arbeiten sein. Verunsichern ließ sich die Breiler-Sieben davon nicht, sie spielte weiterhin mutig und sehr couragiert, fand im Angriff spielerisch ansprechende Lösungen. So verkürzte etwa Rechtsaußen Kirsten Schindler in der zweiten Welle per Heber auf 4:6 (10.). Doch dann bremste sich der Neuling selbst ein wenig aus – durch eine erste kurze, aber dennoch gnadenlos bestrafte Schwächephase. Fehlwürfe und Ballverluste nutzte Zwickau, um mit einem 4:0-Lauf auf 12:6 (18.) davonzuziehen.

Alsbald berappelte sich die HSG wieder. Einerseits dank der nach einer guten Viertelstunde eingewechselten Kristin Amos, die im linken Rückraum eine starke Leistung zeigte und bis zur Pause sieben Mal (bei acht Versuchen) traf. Die 20-Jährige, die von der SG Bruchköbel kam und zuletzt aufgrund einer Knieverletzung fast zwei Wochen lang aussetzen musste, stellte mit insgesamt acht Treffern auf Anhieb unter Beweis, dass sie mit ihrer Wucht und Wurfkraft aus der zweiten Reihe eine echte Waffe und eine Bereicherung ist. Dabei sagt Breiler: „Es dauert noch, bis wir Kristins Stärken noch mehr nutzen können.“ Dass die HSG Gedern/Nidda bis zur Pause wieder auf 14:18 verkürzte, hing andererseits mit dem nahezu optimalen Unterzahlspiel zusammen.

Eben das war auch in den Anfängen der zweiten Hälfte ein Erfolgsfaktor. Die Wetterauerinnen brachten die sechste Feldspielerin sehr gewinnbringend zum Einsatz, erzielten auf diese Weise insgesamt fünf Tore. In Unterzahl war es dann Rückraumspielerin Sabine Eisenacher, die ihre Farben auf 20:22 (39.) in Schlagdistanz brachte. Spätestens da witterte der Aufsteiger Morgenluft.

Doch die HSG wurde kalt erwischt. Elf, zwölf schwache Minuten machten aus einem völlig offenen Spiel eine glasklare Angelegenheit. Dass die Kontrahenten in Liga zwei derlei Aussetzer bestrafen würden, war klar. Dass die Wetterauerinnen nicht von heute auf morgen 60 konstante Minute hinlegen würden, ebenso. Es wird deshalb ganz maßgeblich darauf ankommen, diese Phasen sukzessive zu minimieren. „Wir müssen uns daran gewöhnen, in den 60 Minuten keinen Deut nachzulassen“, weiß Breiler. Vorne kam sein Team nicht mehr in Wurfpositionen und verlor zuhauf Bälle, auch defensiv machte man in dieser Sequenz viel zu viele Fehler. Gerade mit dem wurfgewaltigen Rückraum um die beiden Halben Katarina Pavlovic (8/1 Tore) und Julia Redder (7) hatte die HSG-Deckung ohnehin im gesamten Spiel enorme Schwierigkeiten, verteidigte oft zu passiv. Die Folge der Schwächephase: Aus einem 20:22- wurde bis zur 52. Minute ein 22:33-Rückstand. Positiv war, dass sich der Neuling nicht in sein Schicksal ergab, dass die Körpersprache stimmte, dass man Moral zeigte und sich zum Schluss wieder auf 28:33 herankämpfte.

Nun richtet sich der Blick auf das erste Heimspiel am nächsten Samstag (18 Uhr) gegen den TV Beyeröhde. Die Vorfreude ist groß. „Wir hoffen“, sagt HSG-Trainer Breiler, „dass die Halle richtig voll wird, das wird ein riesiges Event.“

Quelle: Kreis-Anzeiger (10.09.2018)

Julia Redder erzielt erstes BSV-Saisontor

Zwei Siege zum Auftakt. Das lässt sich gut an. Nach dem Auswärtserfolg im DHB-Pokal (26:22 beim SC Markranstädt) hat das neu formierte Team des BSV Sachsen Zwickau mit dem 33:28 (18:14) über Aufsteiger HSG Gedern/Nidda auch zum Saisonstart der 2. Bundesliga auf heimischem Parkett die erwarteten zwei Punkte eingefahren.

„Wir haben gewonnen. Das ist ein super Start in die Saison“, freute sich Neuzugang Julia Redder, mit Zweitspielrecht vom Thüringer HC ausgestattet. Die 19-Jährige erzielte mit einem Aufsetzerball nach 31 Sekunden das erste Saisontor der Muldestädterinnen und steuerte später selbst noch sechs weitere Treffer bei. Doch bei ihr gab es wie bei der gesamten Mannschaft Licht und Schatten: ein Abspielfehler von Julia Redder im Angriff, aus dem im Gegenzug ein HSG-Tor resultierte (10.), eine Minute später in Unterzahl ein ansatzloser Wurf, der zum 7:4 einschlug. „Natürlich habe ich noch Verbesserungspunkte, zum Beispiel in der Abwehr. Auch im Angriff gab es ein paar Unstimmigkeiten“, räumte sie selbstkritisch ein.

Der BSV-Trainer war zufrieden mit dem Debüt der Thüringerin. „Julia kriegen wir schon hin, wenn sie ihre Stärken ins Spiel bringt. Sie hat die Qualität. Sie wird noch stärker mit der Zeit“, ist Rüdiger Bones überzeugt. „Unsere Aufgabe ist es, alle Spielerinnen mitzunehmen. Jede muss auf ihrer Position alles zeigen. Das muss besser verteilt werden.“

Zwickau erwischte einen prima Start, zog rasch auf 4:1 davon (5.) und baute die Führung auf 12:6 aus (18.). Doch dann kamen die Gäste aus Hessen auf Touren. Angefeuert vom mitgereisten Anhang, verkürzten sie mit ihrem schnellen, druckvollen Spiel schrittweise den Rückstand. Mit zwei Treffern in Unterzahl war Gedern/Nidda beim 22:20 auf Tuchfühlung (39.). Der BSV fand die richtige Antwort. Eingeleitet von Rechtsaußen Fabienne Kracht, folgte die stärkste Phase der Sachsen, die mit einem 7:1-Lauf vorentscheidend auf 29:21 enteilten (47.), darunter ein „Empty Net Goal“ von Julia Redder ins verwaiste Tor des Aufsteigers. Die Sachsen schraubten ihren Vorsprung bis auf 33:22 (52.), danach lief jedoch in der Offensive nur noch wenig zusammen. Ähnlich wie eine Woche zuvor in Markranstädt wurde ein deutliches Polster eingebüßt. Dort kassierte Zwickau in der Schlussphase 0:7 Tore, diesmal 0:6. „Daran müssen wir arbeiten“, fordert Rüdiger Bones. „Das ist eine Frage des Charakters. Wir müssen lernen, das Spiel konsequent zu Ende zu bringen. Wir haben über weite Strecken gut gespielt, auch dominant gespielt. Aber wir haben leider im Angriff zu viele Fehler gemacht. 17 Abspiel- oder Fangfehler – das reicht für zwei Spiele.“

Gäbe es im Handball ein Tor des Tages, wäre das 19:14 kurz nach der Pause (32.) ein heißer Kandidat: Alisa Pester erbeutete den Ball in der Spielfeldmitte, angelte ihn sich zwischen den Beinen der Gegenspielerin, passte zu Jenny Choinowski, die mit artistischem Sprung abhob und dem Ball so viel Drall mitgab, dass er sich ins Tor reindrehte. Ein Schmeckerchen für die Ränge. „Es hat Spaß gemacht, vor diesem Publikum zu spielen“, meinte Gästetrainer Christian Breiler. „Insgesamt war es ein verdienter Sieg für Zwickau.“

Quelle: Freie Presse (10.09.2018)

HSG schöpft in Zwickau Mut für die Saison

Die HSG Gedern/Nidda hat das erste Spiel in der 2. Bundesliga verloren, aber aufgrund einer über weite Strecken sehr ansprechenden Leistung Mut für die weiteren Aufgaben geschöpft. Beim BSV Sachsen Zwickau, letztes Jahr Tabellensiebter und eine etablierte Größe in Liga zwei, musste sich der Aufsteiger mit 28:33 (14:18) geschlagen geben.

„Man hat von Anfang an gemerkt, dass es eine andere Liga ist“, erzählt Trainer Christian Breiler. „Eine halbe Stunde vor Spielbeginn war die Halle schon gut besucht. Da saßen beim Warmmachen schon mehr Zuschauer als bei dem einen oder anderen Drittligisten während des Spiels.“

Chancenverwertung als Manko

Christian Breiler beim Trainergespräch nach dem Spiel in Zwickau.

Vor 520 Zuschauern zeigte die HSG dann eine sehr ordentliche Leistung. Das hauptsächliche Manko war, dass zu viele klare Chancen nicht genutzt wurden. Deshalb hatte Zwickau vom Start weg eine Führung inne. Nichtsdestotrotz blieb Gedern/Nidda dran und verkürzte in der 10. Minute auf 4:6. Auch eine kurze Schwächephase Mitte der ersten Spielhälfte überstand der Aufsteiger recht schnell und war zur Pause beim 14:18 in Schlagdistanz. „Dieser Rückstand war eigentlich ein bisschen ärgerlich“, fand Breiler in Anbetracht der vergebenen Möglichkeiten.

Nach der Pause zog der BSV Sachsen Zwickau, bei dem insbesondere die beiden Rückraumspielerinnen Katarina Pavlovic (8/1 Tore) und Julia Redder (7 Tore) herausstachen, zunächst auf 21:15 in der 34. Minute davon. Die Gäste zeigten sich aber kampfstark, spielten beherzt auf. Mit einem Doppelschlag der Rückraumspielerinnen Kristin Amos und Sabine Eisenacher verkürzte die HSG in der 39. Minute sogar auf 20:22. Danach erwischte die HSG allerdings eine schwache Phase und erlaubte sich zu viele Fehler. Zwickau machte kurzen Prozess, nutzte diese Fehler und baute seine Führung bis auf 33:22 (52.) aus. Damit war die Begegnung entschieden. Allerdings zeigte die Breiler-Mannschaft eine gute Moral und ließ sich nicht hängen. Nach einer fulminanten Schlussphase mit einem 5:0-Lauf leuchtete deshalb letztlich nur eine Fünf-Tore-Niederlage auf der Anzeigetafel.

Lob des Trainers

„Im Endeffekt war es ein verdienter Sieg für Zwickau“, sagte Breiler. „Ich kann der Mannschaft nur ein Lob machen. Das war ein guter Auftritt, die Mädels haben gekämpft und das Spiel 40 Minuten offen gehalten.“ Am nächsten Samstag (18 Uhr) trifft die HSG Gedern/Nidda in der Gymnasiumhalle Nidda auf den TV Beyeröhde-Wuppertal.