Letzte Station Herrenberg

Gedern/Nidda (flo). Das letzte Mal 2. Bundesliga – fürs Erste, aber möglichst nicht für alle Zeit. „Da ist ein gewisser Hunger, das nochmal zu erleben“, bekundet Trainer Christian Breiler. Der mit den Handballerinnen der HSG Gedern/Nidda am Samstagabend (18 Uhr) das Saisonfinale bestreitet. Der letzte Halt auf der Abenteuertour durch das Bundesliga-Unterhaus: Die Markweg-Sporthalle des Tabellensiebten SG H2Ku Herrenberg.

Samstag, 18 Uhr, SG H2Ku Herrenberg – HSG Gedern/Nidda

Den gefühlten Abschluss dieser Spielzeit hatte die Spielgemeinschaft freilich schon vor Wochenfrist beim 33:27-Heimsieg gegen das neue Schlusslicht DJK/MJC Trier. Eine Begegnung, die gemeinsam mit den vorangegangenen Partien beim HC Rödertal (28:25-Sieg) und gegen die SG 09 Kirchhof (25:26-Niederlage) für eine erfreuliche Endphase der Saison steht. Für die Auswärtsaufgabe in Herrenberg gilt: „Wir wollen uns in kämpferischer Hinsicht einfach nochmal gut präsentieren“, fordert Breiler, dessen Mannschaft bei der letzten Reise von einigen Fans begleitet wird.

„Wir wollen nochmal 60 Minuten Handball spielen und sind dann auch froh, wenn Pause ist.“ Kein Wunder: Seit dem Jahreswechsel hatten die Wetterauerinnen schließlich erst zwei spielfreie Wochenenden. „Die Mädels“, sagt deshalb der HSG-Coach, „haben ein wahnsinniges Pensum hinter sich.“ Nach dem Herrenberg-Spiel geht es für den Großteil der Mannschaft am frühen Sonntagmorgen zum Abschlusstrip nach Mallorca, anschließend wird noch bis Ende Mai trainiert, ehe ein freier Juni auf dem Plan steht.

Das Saisonfinale wird man auch nutzen, um das eine oder andere auszuprobieren. Das hätte sich so oder so angeboten, wird durch die personelle Situation aber auch schlichtweg zwingend erforderlich. Linksaußen Carmelina Mulch droht krankheitsbedingt auszufallen. Johanna Becker, die Ende März in Buchholz einen Muskelfaserriss erlitten hatte, hat bislang lediglich leichtes Lauftraining absolviert, ist also kein Thema. Hanna Rösner (Nasenbeinbruch) ist zwar wieder ins Training eingestiegen, ohne allerdings in Zweikämpfe zu gehen. „Es wäre völlig sinnfrei, da noch irgendetwas zu riskieren“, stellt Breiler klar. Auch Torjägerin Kristin Amos wird in Herrenberg nicht dabei sein. Weil es für die HSG ohnehin um nichts mehr geht, spielt sie bei den Hochschulmeisterschaften in Pforzheim mit. Damit fehlen also gleich drei Spielerinnen für die Halbpositionen im Rückraum.

Aus der Not will die HSG eine Tugend machen. Sehr wahrscheinlich werden Isabell Schüler und Kirsten Schindler, die sonst beide auf den Außenbahnen gesetzt sind, Einsatzzeiten im Rückraum erhalten. „Das sind Dinge, die zukünftig ohnehin angegangen werden sollen“, sagt Breiler. „Vor diesem Hintergrund kann man das in diesem Spiel auch nochmal auf Zweitliganiveau ausprobieren.“ Ebenso werden wohl Youngster wie Alicia Pfaff oder Aimée Mitzkat Spielpraxis sammeln dürfen.

Derweil spielte Gegner Herrenberg im Vorfeld eine eher untergeordnete Rolle. „Wir haben uns jetzt nicht mehr im Detail auf den Gegner vorbereitet, sondern den Fokus eher auf uns selbst gerichtet“, erklärt HSG-Trainer Breiler. Um die Vorzüge der Gäu-Mannschaft aus der Nähe von Stuttgart, die in dieser Saison immer wieder von Verletzungssorgen geplagt war, wissen sie beim Vorletzten freilich trotzdem. „Herrenberg kommt über ein starkes Mannschaftsgefüge, stellt sich in der Abwehr sehr gut auf den Gegner ein und spielt strukturierten Handball“, befindet Breiler, dessen Mannschaft vor einer SG-Kraft besonders gewarnt ist: Lea Neubrander. Die 19-jährige Junioren-Nationalspielerin zählt mit 199/53 Toren zu den besten Werferinnen der Liga. Und ist dementsprechend heiß umworben. Der Erstliga-Dritte TuS Metzingen hätte die Rückraumakteurin gerne verpflichtet, doch Neubrander entschied sich dafür, zunächst noch in Herrenberg zu spielen und in Metzingen lediglich mitzutrainieren.

Quelle: Kreis-Anzeiger (18.05.2019)

Saisonfinale in Herrenberg

Das große Ziel, sich mit einem Heimsieg vom treuen Anhang zu verabschieden, hat die HSG Gedern/Nidda mit dem klaren 33:27-Erfolg gegen Trier erreicht. Am Samstag (18 Uhr) steht nun das letzte Saisonspiel an: Ihre vorerst letzte Zweitliga-Begegnung bestreitet die Mannschaft von Trainer Christian Breiler in der Markweg-Sporthalle bei der SG H2Ku Herrenberg.

„Wir haben vor der Saison gesagt, es ist ein Abenteuer. Dafür haben wir es gut gemacht“, beurteilt der Trainer die Spielzeit seiner Mannschaft, die mittlerweile 13 Punkte auf der Habenseite hat. Die Höhepunkte? „Der erste Sieg gegen Nord Harrislee und der Erfolg beim Auswärtsspiel in Berlin, das bleibt mit Sicherheit hängen“, sagt Breiler. „Insgesamt hat es riesig Spaß gemacht, vor viel Publikum gegen solche Mannschaften zu spielen und sich mit Spielerinnen, die auf dem Sprung in die Bundesliga sind, zu messen.“

Beide wollen einen positiven Abschluss

Nach zuletzt drei guten Leistungen und zwei Siegen aus den letzten drei Begegnungen kann die HSG mit Selbstvertrauen nach Herrenberg reisen und wird dort versuchen, einen positiven Abschluss zu realisieren. Selbiges dürfte jedoch auch die SG H2Ku anpeilen – noch dazu vor den eigenen Fans. Als Tabellensiebter geht Herrenberg, das seine letzten drei Heimspiele allesamt gewonnen hat, ohnehin als klarer Favorit in die Partie.

Abschied aus 2. Bundesliga ein wenig versüßt

NIDDA – Das war ein gelungener Abschluss: Im letzten Heimspiel in der 2. Bundesliga durften die Handballerinnen der HSG Gedern/Nidda noch einmal jubeln. Der souveräne 33:27 (16:12)-Erfolg gegen die DJK/MJC Trier war der erst dritte Heimsieg in dieser Saison. Dadurch rückte die Mannschaft von Trainer Christian Breiler vor dem finalen Spieltag wieder auf den vorletzten Platz vor.

HSG Gedern/Nidda –
DJK/MJC Trier 33:27

Der Spielgemeinschaft gelang es vortrefflich, den vorläufigen Zweitliga-Abschied zu einem Feiertag zu machen. 480 Zuschauer in der bestens gefüllten Gymnasiumhalle leisteten zum Schluss stehende Ovationen, die Spielerinnen lagen sich jubelnd in den Armen, Kreisläuferin Leonie Nowak stimmte schließlich sogar die Humba an. Momente, die in Erinnerung bleiben. „Es ist schön, dass wir mit einem positiven Gefühl aus den Heimspielen rausgehen“, freute sich Trainer Breiler. Auch Torfrau Sandra Elisath fand es „schön, dass wir uns mit einem Sieg von den Fans verabschieden und uns im Endeffekt auch selbst ein bisschen für die Saison belohnen konnten“.

Daran hatte die 23-Jährige, die vor dieser Spielzeit vom Landesligisten Lumdatal an die Nidda gewechselt war, einen durchaus gewichtigen Anteil. 17 Paraden häufte Elisath in 49 Minuten an, nach einer Viertelstunde waren es bereits neun abgewehrte Versuche. „Wenn ein Torwart gut ist, ist auch immer die Abwehr beteiligt. Mit Jessi (Jessica Schmeißer; d. Red.) und Leo (Leonie Nowak; d. Red.) im Mittelblock funktioniert das mittlerweile gut“, gab die HSG-Schlussfrau das Lob weiter. Ob es denn auch mit der Gewöhnung an die Wurfqualität in dieser Liga zusammenhänge? „Wir haben in der Hinrunde eine Idee davon bekommen, wie die Würfe sind. Davon haben wir in der Rückrunde profitiert. Man wächst mit seinen Aufgaben, wir haben mit Sabine Otto aber auch eine gute Torwarttrainerin“, erklärte Elisath.

Im Grunde hatten die Wetterauerinnen diese Begegnung zu jeder Zeit im Griff. Problematisch war allein der Umstand, dass die Deckung anfangs etwas zu passiv agierte und man deshalb zu wenig Druck auf den wurfstarken Trierer Rückraum ausübte. Wenn sich allerdings entweder nach Elisaths Paraden, Ballgewinnen oder Gegentoren die Möglichkeit zum schnellen Umschalten bot, drückte die Breiler-Sieben stets auf das Gaspedal, kam deshalb mehrfach per schneller Mitte oder im Gegenstoß zum Erfolg. „Wir haben einige einfache Tore gemacht“, bescheinigte Breiler, dessen Mannschaft sich beim 7:4 (12.) erstmals auf drei Tore absetzte und diesen Vorsprung bis zum 10:7 (18.) aufrechterhielt. Weil sich danach einige Ungenauigkeiten einschlichen, glich Trier zwischenzeitlich zum 11:11 (26.) aus. Davon ließ sich Gedern/Nidda allerdings nicht beirren, rückte vielmehr die Verhältnisse noch vor der Pause wieder gerade. Mit guter Deckungsarbeit und schnellem Umschalten setzte man sich binnen kurzer Zeit wieder auf das Pausen-16:12 ab.

Daran knüpfte die Spielgemeinschaft auch nach Wiederbeginn an, führte unter den Augen von Neuzugang Emely Nau deshalb früh eine Vorentscheidung herbei. Als Linksaußen Isabell Schüler per Tempogegenstoß auf 19:13 (34.) stellte, war absehbar, dass Trier keine Wendung mehr realisieren würde. Bis auf 25:17 (46.) wuchs der Vorsprung an, ehe schließlich die 18-jährige Aimée Mitzkat, die in den letzten dreieinhalb Minuten die Mitte-Position bekleidete, mit ihrem ersten Zweitligatreffer den 33:27-Schlusspunkt setzte.

Das größte Lob kam nach dem Spiel vom insolventen Gegner. Genauer gesagt: Von dessen Trainerin Elena Vereschako, die ihre Truppe bemerkenswert scharf kritisierte. „Auf einer Seite“, sagte die ehemalige Bundesligaakteurin, „hat eine Mannschaft zusammen gespielt. Auf der anderen Seite haben alle versucht, es individuell zu lösen.“ Und weiter: „Viele versuchen, noch irgendwo einen Vertrag zu bekommen, wollen sich präsentieren. Das merkt man.“ Obendrein hätten die Spielerinnen „zu wenig Bindung zum Verein und zu den Menschen, die in die Halle kommen. Der Kern einer Mannschaft muss deshalb aus der Region kommen.“ So wie das bei Gedern/Nidda eben der Fall ist. Vereschako lobte: „Mit dem Umfeld und den jungen Talenten ist die HSG gut aufgestellt.“ Woran auch die Rückkehr in die 3. Liga nichts ändert.

Quelle: Kreis-Anzeiger (13.05.2019)

Trierer Miezen nach Niederlage wieder Letzter

Die Trierer Handball-Miezen haben vor dem letzten Spieltag der 2. Frauen-Bundesliga wieder die Rote Laterne als Schlusslicht inne. Am Samstagabend verlor die insolvente MJC beim bisherigen Tabellenletzten HSG Gedern/Nidda in Hessen 27:33. Am kommenden Samstag verabschieden sich die Miezen dann zuhause gegen Nord Harrislee aus der 2. Liga.

In den ersten 20 Minuten und bis zum 10:10 waren die Miezen auch beim Mitabsteiger ebenbürtig, führten allerdings nur einmal, beim 1:0. Bis zur Pause setzte sich Gedern/Nidda dann aber schon vorentscheidend auf 16:12 ab, zudem erhielt die nach Berlin wechselnde Kroatin Vesna Tolic, die bis dato schon vier Tore erzielt hatte, mit dem Pausenpfiff die Rote Karte. Mit einem direkten Freiwurf traf Tolic eine HSG-Spielerin am Kopf, die Schiedsrichter werteten dies als Absicht und zeigten Rot.

Nach dem Seitenwechsel lag die MJC dann konstant mindestens mit Toren Differenz hinten, spätestens beim 24:17 hatten die Gastgeberinnen die Partie entschieden. Trotz einer erneut starken Leistung von Linsey Houben (sieben Tore) sowie von Dora Simon-Varga (sechs Treffer) hatten die Miezen keine Chance. „Wir hätten am Anfang vorne liegen müssen, haben da aber zu viele Chancen verworfen. Weil Gedern mit mehr mannschaftlicher Geschlossenheit und einer besseren Einstellung gespielt hat, haben sie auch gewonnen“, sagte MJC-Trainerin Elena Vereschako.

Vor dem letzten Spieltag und nach der 22. Niederlage im 29. Saisonspiel liegt Trier nun mit zwei Punkten hinter Gedern/Nidda. Mit einem Sieg gegen Harrislee und einer gleichzeitigen Niederlage der Hessen wäre die MJC aber dank der deutlich besseren Tordifferenz zumindest Vorletzter. „Ich hoffe, dass viele Fans zu unserem Abschiedsspiel kommen“, sagt Vereschako.

Quelle: Volksfreund (13.05.2019)

Video: Pressekonferenz nach Trier-Spiel

Die Pressekonferenz nach dem Spiel HSG Gedern/Nidda gegen DJK/MJC Trier (33:27) mit den beiden Trainern Christian Breiler und Elena Vereschako.

HSG Gedern/Nidda hat noch Ziele fürs letzte Zweitliga-Heimspiel

Gedern/Nidda (flo). Das Abenteuer neigt sich dem Ende. Am Samstagabend (18 Uhr, Gymnasiumhalle Nidda) spielen die Handballerinnen der HSG Gedern/Nidda ihr vorerst letztes Heimspiel in der 2. Bundesliga. Dabei will sich das Schlusslicht im Kellerduell gegen den Tabellenvorletzten DJK/MJC Trier unbedingt mit einem Sieg verabschieden und somit die Plätze tauschen.

Samstag, 18 Uhr
HSG Gedern/Nidda – DJK/MJC Trier

Am Donnerstag flatterte ein von der Liga abgesendetes Bulletin ins elektronische Postfach des heimischen Zweitligisten. Inhalt: Die Erteilung der Zweitliga-Lizenz für die kommende Saison. Eine Bestätigung der Anstrengungen bei der wirtschaftlichen Arbeit im Hintergrund freilich, mehr aber eben auch nicht. Denn: Weil die Spielgemeinschaft sportlich als Absteiger feststeht, ist die erteilte Lizenz gewissermaßen wertlos.

Als die Wetterauerinnen im Januar erstmals auf Trier trafen, waren die Hoffnungen bnoch groß, das Wunder zu schaffen. Nach der dramatischen 25:25-Punkteteilung an der Mosel hatte die Mannschaft von Trainer Christian Breiler sieben Punkte auf der Habenseite, war mit dieser Ausbeute mittendrin im Rennen um den Klassenverbleib. Doch danach misslang es, nachzulegen, richtungsweisende Heimspiele gingen verloren. „Es ist ärgerlich, dass wir zuhause nur vier Punkte geholt haben. Das fehlt uns“, weiß HSG-Coach Breiler. Aus den zwölf Partien nach dem Trier-Spiel holte der Neuling nur zwei weitere Punkte – und verlor deshalb sukzessive den Kontakt zu den Nichtabstiegsrängen.

Deshalb geht es im Rückspiel gegen Trier de facto um nicht mehr allzu viel. Doch zwei Ziele hat Gedern/Nidda eben noch: Am heutigen Gegner vorbeiziehen, um die Saison nicht als Letzter zu beenden, und dem treuen Publikum einen dritten Heimsieg schenken. „Wir wollen einen gelungenen Abschluss haben. Die Mannschaft wird daher alles geben, um sich mit einem Heimsieg zu verabschieden“, verspricht Breiler. Zuversichtlich stimmt die Tatsache, dass sich die Wetterauerinnen nach der Osterpause und trotz des feststehenden Abstiegs in guter Form präsentieren: Erst feierte man einen 28:25-Auswärtserfolg beim HC Rödertal, letzte Woche schrammte man bei der 25:26-Niederlage gegen den Tabellenfünften Kirchhof nur haarscharf an einem Punktgewinn vorbei.

„An diese Leistung wollen wir anknüpfen“, sagt Breiler. Die klare Marschroute gegen Trier: Aufs Gaspedal drücken. „Wir wollen richtig Tempo machen“, kündigt der HSG-Trainer an. Weil Trier diese Spielweise nicht unbedingt liegt, weil die Moselanerinnen auch in Anbetracht ihres eher kleinen Kaders gerne die Geschwindigkeit drosseln. Auf den Abwehr/Angriff-Wechsel zwischen Spielgestalterin Hannah Niebergall und Innenblockerin Jessica Schmeißer wird die Spielgemeinschaft dennoch nicht verzichten. „Das ist sicher nicht optimal, hindert einen aber nicht daran, das Tempo hochzuhalten. Für die Zukunft ist es aber schon ein Ziel, dass wir ohne diesen Wechsel auskommen“, erklärt Breiler, der weiterhin auf die Rückraumspielerinnen Johanna Becker (Muskelfaserriss) und Hanna Rösner (Aufbautraining nach Nasenbeinbruch) verzichten muss. Im Training fehlte zudem Torjägerin Kristin Amos, die mit dem Hessen-Team bei der Deutschen Polizeimeisterschaft in Baunatal zugange war und dort den Titel verteidigte.

Während sich die HSG Gedern/Nidda nach einem Jahr wieder aus der 2. Bundesliga verabschieden wird, geht für den Gegner eine Ära zu Ende. Just in dieser Woche vor 25 Jahren gelang den Miezen erstmals der Aufstieg ins Bundesliga-Unterhaus. Die eindrucksvolle Bilanz seitdem: zehn Jahre 2. Liga, 15 Jahre 1. Liga, Deutscher Meister 2003. So glorreich die jüngere Vergangenheit ist, so betrüblich stellt sich die Gegenwart dar. Im April musste der Club Insolvenz anmelden. Ob es für Trier eine Zukunft in der 3. Liga gibt, wird sich herausstellen müssen.

Und all das ausgerechnet mit Trainerin Elena Vereschako, der seinerzeit ersten bezahlten Miezen-Spielerin, die zum damaligen Meisterteam zählt und vor dieser Saison mit großen Hoffnungen verpflichtet worden war. Doch trotz Insolvenz und Zwangsabstieg lieferte die routinierte Trierer Mannschaft in Nürtingen (29:30-Niederlage) und gegen Lintfort (31:31) sehr ordentliche Vorstellungen ab. „Ein Selbstläufer wird das also keineswegs“, weiß Breiler.

Quelle: Kreis-Anzeiger (11.05.2019)

Das letzte Heimspiel in der 2. Liga

Das Abenteuer 2. Bundesliga geht in seine letzten Züge. Am Samstag steht um 18 Uhr in der Gymnasiumhalle Nidda das vorerst letzte Heimspiel der HSG Gedern/Nidda im Bundesliga-Unterhaus an. Zu Gast ist die DJK/MJC Trier. Beide Mannschaften sind punktgleich.

Nur zwei Mal in bislang 14 Heimspielen war die Mannschaft von Trainer Christian Breiler erfolgreich. Am Samstag soll ein dritter Heimsieg dazukommen. „Die Mannschaft wird alles geben, um sich mit einem Heimsieg vom treuen Publikum zu verabschieden“, verspricht der HSG-Coach. „Für die tolle Unterstützung der Zuschauer in dieser Saison schon mal ein herzliches Dankeschön.“

Gut unterwegs nach der Osterpause

Im vorerst letzten Zweitliga-Heimspiel setzen die HSG-Damen noch einmal auf die lautstarke Unterstützung von der Tribüne.

Bereits in der Vorwoche war die HSG gegen die SG 09 Kirchhof sehr nahe dran, zuhause mal wieder zu punkten. Nur kleine Nuancen fehlten bei der 25:26-Niederlage, um mindestens einen Zähler in der Gymnasiumhalle zu behalten. Dennoch war es eine der besten Leistungen in dieser Saison. „Leider haben wir es nicht geschafft, auch in anderen Spielen so eine Leistung abzurufen“, sagt Breiler, der jedoch vollauf zufrieden sein darf, wie sich seine Mannschaft seit der Osterpause trotz des feststehenden Abstiegs präsentiert. Schließlich feierte man vor der Kirchhof-Partie bereits einen 28:25-Erfolg beim HC Rödertal.

Auch im letzten Heimspiel will sich die HSG von der besten Seite zeigen – und beide Punkte holen. Im Hinspiel erkämpfte man sich in Trier ein 25:25-Unentschieden. Mittlerweile stehen beide Teams als Absteiger fest. Trier ist Vorletzter, Gedern/Nidda Letzter. Das soll sich am Samstag ändern, mit einem Sieg will die Breiler-Mannschaft in der Tabelle am Deutschen Meister von 2003, der Mitte April Insolvenz anmelden musste, vorbeiziehen. Gegen Nürtingen (29:30) und Lintfort (31:31) zeigte Trier zuletzt aber gute Leistungen. Im letzten Heimspiel dieser Saison ist also ein ebenso spannendes wie intensives Duell zu erwarten.

Abschlussfeier nach dem Spiel

Im Anschluss steigt an der Gymnasiumhalle die große Saisonabschlussfeier. Bei kühlen Getränken und leckerem Essen wollen Mannschaft, Verein und Fans den letzten Heimspieltag ausklingen lassen.

Niederlage, die Laune macht

Das war ein Spektakel, das war begeisternd. „So macht Handball Spaß“, sagte Trainer Christian Breiler. Gegen den neuen Tabellenfünften SG 09 Kirchhof präsentierten sich die Zweitliga-Handballerinnen der HSG Gedern/Nidda ganz und gar nicht wie ein Absteiger, sondern lieferten vielmehr eine ihrer besten Saisonleistungen ab. Einzig die Belohnung dafür blieb aus: Als die Schlusssirene ertönte, leuchtete nämlich eine denkbar knappe 25:26 (12:13)-Niederlage auf der Anzeigetafel.

HSG Gedern/Nidda –
SG 09 Kirchhof 25:26

Ganz am Ende, als sich die Wetterauerinnen nach einem zwischenzeitlichen Sechs-Tore-Rückstand mit einem Kraftakt tatsächlich noch einmal auf einen Treffer herangekämpft hatten, hielt es in der Gymnasiumhalle niemanden mehr auf seinen Sitzen. Und plötzlich tat sich sogar die große Gelegenheit zum Ausgleich auf. Ein technischer Fehler der nordhessischen Gäste ermöglichte der HSG einen finalen Angriff, Trainer Breiler nahm 28 Sekunden vor Schluss eine Auszeit, versuchte es mit der siebten Feldspielerin. Der Plan: „Wir wollten auf der rechten Abwehrseite die Leute binden, um auf der linken Seite eine Überzahl zu haben.“ Das klappte. Allein das Anspiel von Mittelfrau Hannah Niebergall war zu ungenau, landete nicht bei Linksaußen Alicia Pfaff, sondern kullerte ins Toraus. Weg war sie, die Hoffnung auf einen Punktgewinn.

Was an der Gesamteinordnung freilich nichts änderte. „Ansonsten“, konstatierte Breiler, „war das top. Wir haben kämpferisch alles in die Waagschale geworfen und im Unterschied zu anderen Spielen, in denen wir mal mit fünf, sechs Toren hinten waren, auch nicht nachgelassen.“ Und weiter: „Das war ein begeisterndes Handballspiel. Die, die nicht da waren, haben etwas verpasst.“

Wohl keiner der 450 Zuschauer würde dem Gedern/Niddaer Trainer dabei widersprechen. Von Anfang an entwickelte sich eine rasante und intensive Begegnung, die ersten zehn Minuten gingen in einem atemberaubenden Tempo vonstatten. Doch die Gastgeberinnen hielten Schritt, verteidigten aufopferungsvoll gegen das wuchtige und präzise Kirchhofer Hochgeschwindigkeitsspiel, agierten zudem vorne spielerisch ansprechend und mit viel Kampfkraft. Dass sie mehrfach nach Abprallern im zweiten Anlauf zum Erfolg kamen, war nicht unbedingt Zufall. So traf etwa Isabell Schüler im Nachsetzen zum 12:12-Ausgleich (29.). Danach hatte die Linksaußen sogar die Chance zur Führung, scheiterte aber an der Latte, was Kirchhof im Gegenzug mit dem Pausen-12:13 bestrafte. Die Chancenverwertung war im Grunde das einzige Manko der Breiler-Truppe, die in der ersten Hälfte 15 Fehlwürfe und schlussendlich deren 24 anhäufte, dabei aber nicht nur an der bärenstarken SG-Torfrau Frederikke Siggaard (15 Paraden) scheiterte, sondern auch Pech mit Lattenkrachern hatte.

Dass Kirchhof kurz nach der Pause auf eine 5:1-Abwehr umstellte, machte Gedern/Nidda in Kombination mit der weiterhin nicht optimalen Verwertung der Einwurfgelegenheiten zu schaffen. „Da haben manche Abläufe nicht so gepasst, darauf mussten wir uns erstmal einstellen“, sagte Breiler. So gelang es den Gästen, sich sukzessive etwas Luft zu verschaffen. Erst traf Rückraumspielerin Diana Sabljak per Siebenmeter zum 16:20 (43.), dann Kreisläuferin Dione Visser per Gegenstoß zum 18:24 (47.).

Man durfte vermuten, dass dies eine Vorentscheidung sei. Das allerdings war nicht der Fall. „Wir hatten die Möglichkeit, den Sack zuzumachen, haben das aber leider nicht geschafft“, befand SG-Trainer Christian Denk. Im Gegenteil: Die HSG gab sich nicht auf, sondern spielte sich mit intensiver Deckungsarbeit, der guten Torfrau Sandra Elisath (14 Paraden) und angetrieben von den Treffern von Kristin Amos (13 Tore) in einen Rausch. Einen 5:0-Lauf vollendete die Rückraumlinke mit dem 23:24-Anschluss (57.).

Die Halle kochte – und Kirchhof suchte nach Lösungen. Die Trainer Denk jedoch fand. Zweimal brachte er die siebte Feldspielerin, zweimal traf sein Team und behauptete so den knappen Ein-Tor-Vorsprung. Ehe Niebergalls letzter Pass nicht sein Ziel fand und die Nordhessinnen jubeln durften. „Alle haben viel in dieses Spiel investiert, für uns zählen am Ende nur die beiden Punkte“, resümierte Denk. Und HSG-Coach Breiler? Er lobte „die tolle Atmosphäre sowie das umkämpfte Spiel“ – und will mit seiner Mannschaft nun am nächsten Samstag gegen Trier doppelt punkten.

Quelle: Kreis-Anzeiger (06.05.2019)

SG 09 Kirchhof muss beim Absteiger HSG Gedern/Nidda hart kämpfen

Nidda. Mit dem 26:25 (12:12)-Erfolg bei der HSG Gedern/Nidda kletterte Handball-Zweitligist SG 09 Kirchhof auf den begehrten fünften Platz. „Hauptsache gewonnen“, sagte Christian Denk durchaus zufrieden. Und das hatte mehrere Gründe. Zum einen feierte seine Mannschaft einen hauchdünnen 26:25 (12:12)-Erfolg bei der HSG Gedern/Nidda, zum andern kletterte die SG 09 Kirchhof dank des 14. Saisonsieges sowie der 29:35-Niederlage des VfL Waiblingen beim Spitzenreiter Buchholz 08-Rosengarten auf den heiß begehrten fünften Platz: „Nur das zählt.“

Weniger, dass sich seine Schützlinge beim Absteiger schwerer als erwartet getan hatten, was aber auch dem enormen Widerstand des Schlusslichts geschuldet war. „Das war ein reines Kampfspiel und den Kampf haben wir angenommen“, erklärte Kirchhofs Trainer.

Das sich seine Mannschaft in der ausgeglichenen ersten Hälfte nicht absetzen konnte, lag an einige Fehlwürfen sowie Pech im Abschluss. Und an Kristin Amos, denn Gederns überragende Torjägerin – bis dato 155 Treffer – bekam die 6:0-Deckung einfach nicht in den Griff. Weil die Rückraumlinke zu spät angegangen wurde und immer wieder frei zum Wurf kam. Dafür war Kreisläufern Leonie Isabel weitgehend abgemeldet.

Als Kristin Amos in der 32. Minute auf 13:14 verkürzen konnte, griff Kirchhofs Trainer taktisch ein. Mit einer Umstellung auf eine 5:1-Deckung, mit der die Gastgeberinnen überhaupt nichts anfangen konnten. Die Folge: Mehrere Kirchhofer Ballgewinne in Folge, leichte Tore über die eigene erste und zweite Welle sowie drei von Michelle Urbicht herausgeholte Siebenmeter, die Diana Sabljak gewohnt sicher verwandelte.

Diana Sabljak verwandelt sieben Siebenmeter

So konnten sich die Gäste über 16:20 (43.) auf 18:24 (47.) absetzen. Die Vorentscheidung? Nein, denn danach wechselte Christian Denk munter durch und seine Mannschaft ließ im Gefühl des sicheren Sieges merklich nach. Ein gefundenes Fressen für die nimmermüden Südhessinnen, die, von ihren Zuschauern nach vorn gepeitscht, plötzlich wieder Morgenluft witterten. Denn nach fünf Toren in Folge waren sie plötzlich wieder dran (57.).

Beim 23:24 und dem drohenden Ausgleich war guter Rat teuer, doch Kirchhofs Coach hatte ihn. Setzte auf die siebte Feldspielerin, was der Mannschaft in den letzten drei Minuten zu zwei Siebenmetern und einer 26:24-Führung 95 Sekunden vor Schluss verhalf. Zwar konnte Kristin Amos, die insgesamt 13/4-Treffer erzielte, noch mal verkürzen. Zum Ausgleich reichte es für die Gastgeberinnen allerdings nicht mehr.

Quelle: HNA (05.05.2019)

Video: Pressekonferenz nach Kirchhof-Spiel

Die Pressekonferenz nach dem Spiel HSG Gedern/Nidda gegen SG 09 Kirchhof (25:26) mit den beiden Trainern Christian Breiler und Christian Denk.