Männer und Damen II fahren Siege ein

Während für die ersten Damen auswärts nichts zu holen war, punkteten die ersten Männer und die zweiten Damen jeweils doppelt. Der Rückblick auf das vergangene Wochenende.

In der Neurotthalle in Ketsch blieb die große Überraschung aus. Bin in die zweite Hälfte hinein gelang es den Zweitliga-Damen, den Kurpfalz Bären Paroli zu bieten und nahezu auf Augenhöhe zu agieren. In der Endphase setzte sich jedoch die immense Qualität des Aufstiegskandidaten und Tabellenzweiten nicht. Letztendlich setzten sich die Bären klar mit 34:25 durch.

Doppelt erfolgreich

Derweil sind die ersten Männer nach der Niederlage vor der Faschingspause auswärts in die Erfolgsspur zurückgekehrt. In einem lange Zeit knappen Spiel setzte sich die Mannschaft von Trainer Andreas Nau bei der HSG Wettenberg III am Ende mit 29:25 durch. Damit bleibt man Tabellendritter der Bezirksliga A, liegt aber nur einen Zähler hinter dem neuen Spitzenreiter Rechtenbach.

Erfolgreich waren auch die zweiten Damen. Im Spitzenspiel gegen die KSG Bieber gab es dank einer bärenstarken Schlussphase einen deutlichen 29:19-Heimerfolg. Damit bewahrt die Mannschaft von Trainer Thomas Schuster nicht nur ihren Heimnimbus, sondern bleibt auch an der Tabellenspitze der Bezirksliga A Gießen.

Kurpfalz Bären ein bisschen geneckt

Nidda/Ketsch (flo). Als die Schlusssirene ertönte, kündete die Anzeigetafel der Ketscher Neurotthalle zwar nicht von einer krachenden Abfuhr. Eine deutliche Niederlage hatten sich die Zweitliga-Handballerinnen der HSG Gedern/Nidda jedoch eingehandelt.

Kurpfalz Bären – HSG Gedern/Nidda 34:25

Mit 25:34 (14:17) musste sich der Tabellenvorletzte beim Aufstiegsaspiranten Kurpfalz Bären geschlagen geben. Völlig überraschend war das freilich nicht, jedoch ein Stück weit ärgerlich, weil die Wetterauerinnen lange mehr als ordentlich mitgehalten hatten.

Acht Spiele sind noch zu bestreiten in dieser Saison. Für die HSG wird es in dieser Zeit darum gehen, sich so gut wie möglich vom Abenteuer im Bundesliga-Unterhaus zu verabschieden. Das große Wunder, der Klassenerhalt, rückt nämlich in immer weitere Ferne, ist mittlerweile arg unrealistisch. Zumal sich der Drittletzte Werder Bremen durch den 29:27-Heimsieg gegen Trier auf vier Zähler abgesetzt hat, das deutlich bessere Torverhältnis der Grün-Weißen ist so etwas wie ein weiterer Bonuspunkt. Obendrein: Frei werdende Startplätze sind weiterhin nicht in Sicht. Gedern/Nidda steuert also schnurstracks der Rückkehr in die 3. Liga entgegen.

In Ketsch – und nur darum konnte es in erster Linie gehen – verkaufte sich der Liganeuling dennoch über weite Strecken teuer. „Nach dieser Trainingswoche war das Schlimmste zu befürchten, aber wir konnten Ketsch ein bisschen ärgern“, war Trainer Christian Breiler nicht unzufrieden. Etwa 40 Minuten lang holte seine Mannschaft das Beste aus ihren Mitteln heraus. Die waren angesichts der schwierigen personellen Bedingungen durchaus begrenzt. Mittelblockerin Hanna Rösner war fiebrig in der Heimat geblieben, Sandra Elisath hütete nur bei einem Strafwurf das Tor, Rechtsaußen Kirsten Schindler kam lediglich sporadisch zum Einsatz.

Gegenstöße unterbunden

Dennoch gestaltete die Spielgemeinschaft das eigentlich ungleiche Duell vor 750 Zuschauern von Beginn an ausgeglichen. Defensiv machte der Innenblock um Leonie Nowak und Jessica Schmeißer seine Sache gut. Vorne agierte Gedern/Nidda diszipliniert und brachte seine Spielzüge durch. Deshalb kamen die Kurpfalz Bären im ersten Durchgang kaum einmal ins gefürchtete Gegenstoßspiel. Abschütteln ließen sich die Gäste nie, brachten sich immer wieder in Schlagdistanz – etwa beim 11:12-Anschlusstreffer von Rückraumspielerin Kristin Amos in der 23. Minute. Danach zog Ketsch zwar zunächst auf 15:11 (27.) davon. Doch das blieb ein Zwischenspurt, beim Pausen-17:14 war die Breiler-Sieben noch immer auf Tuchfühlung.

Daran sollte sich auch im zweiten Abschnitt erst einmal nichts ändern. Die fünfmal erfolgreiche Linksaußen Isabell Schüler verwertete einen Abpraller zum 17:18-Anschluss (34.), Rückraumspielerin Sabine Eisenacher brachte die Wetterauerinnen beim 19:20 (38.) erneut bis auf einen Treffer heran.

Doch dann riss der Faden. Wie so oft in dieser Saison. Der eine oder andere Ballverlust schlich sich ein, die Chancenverwertung wurde zusehends schwächer. „In der zweiten Hälfte war es dann auch eine Kraftfrage“, sagte Breiler. „Uns hat hinten raus einfach ein bisschen die Luft gefehlt.“ Klar, dass ein Spitzenteam wie Ketsch so etwas schonungslos bestraft.

Vermehrt kamen die Baden-Württembergerinnen ins Umschaltspiel, verhinderten so auch den zuvor fabrizierten Abwehr/Angriff-Wechsel des Gegners. Das wiederum erleichterte Torerfolge über die zweite Welle. Gerade die beiden wurfgewaltigen Rückraumhalben Saskia Fackel (9/3 Tore) und Carmen Moser (7 Tore) kamen so immer wieder in gute Positionen, waren von der HSG-Deckung nicht mehr aufzuhalten. In Windeseile zogen die Gastgeberinnen davon, legten einen 9:1-Lauf hin und hatten die Begegnung beim 29:20 (51.) entschieden.

„Das Ergebnis ist etwas zu hoch, aber die Einstellung hat gepasst“, resümierte HSG-Coach Breiler. „So müssen wir weitermachen.“ Schließlich kommt am nächsten Samstag mit dem Tabellendritten 1. FSV Mainz 05 das nächste Schwergewicht der Liga.

Quelle: Kreis-Anzeiger (11.03.2019)

Patient HSG Gedern/Nidda

Gedern/Nidda (flo). Die TG Nürtingen hat es vorgemacht, der HC Rödertal hat es erfolgreich nachgeahmt. Gleich zweimal entführten zuletzt die Gegner die Punkte aus den Fängen der Kurpfalz Bären. Am Sonntag (16 Uhr, Neurotthalle) sind nun die Zweitliga-Handballerinnen der HSG Gedern/Nidda beim Tabellenzweiten nahe Mannheim zu Gast.

Sonntag, 16 Uhr
Kurpfalz Bären – HSG Gedern/Nidda

Viel spricht nicht dafür, dass dem Vorletzten aus dem Oberhessischen eine ähnliche Überraschung gelingen könnte. Die Personalsituation ist in höchstem Maße diffizil, das Krankenlager proppenvoll, weil die grassierende Grippewelle auch vor der Spielgemeinschaft nicht Halt gemacht hat. Für das Spiel in Ketsch sind ein halbes Dutzend Spielerinnen fraglich. Rechtsaußen Kirsten Schindler und Kreisläuferin Jessica Schmeißer lagen dieser Tage mit Fieber flach, dazu fehlten krankheitsbedingt Torfrau Sandra Elisath, Spielgestalterin Hannah Niebergall, Rückraumspielerin Hanna Rösner sowie Linksaußen Isabell Schüler (die zusätzlich Wadenprobleme hat) in den Übungseinheiten.

Obendrein war Rückraumkraft Johanna Becker unter der Woche im – bereits vor dem Entschluss, noch eine Saison dranzuhängen, gebuchten – Urlaub, ist aber morgen an Bord. Weiterhin nicht zur Verfügung steht indes Linksaußen-Backup Carmelina Mulch, die Schwierigkeiten mit einer Schienbeinentzündung hat.

Schlechter könnten die Vorzeichen also kaum sein. „Es ist ärgerlich, aber man kann es nicht ändern“, sagt Trainer Christian Breiler. Seit etwa zwei Wochen ist aufgrund vieler kranker Spielerinnen kein geregelter Trainingsbetrieb möglich. Am Dienstag etwa waren gerade einmal acht Akteurinnen im Training. „Wenn uns Leute fehlen, können wir das nicht kompensieren“, erklärt der HSG-Coach. „Wir haben nur über die mannschaftliche Geschlossenheit eine Chance und müssen eigentlich am Limit trainieren.“ Daran war gewiss nicht zu denken.

Mutmaßlich wird es in Baden-Württemberg also darum gehen, Schadensbegrenzung zu betreiben, nicht allzu sehr unter die Räder zu geraten. „Wir wollen uns so gut wie möglich verkaufen, in kämpferischer Hinsicht alles geben und müssen uns dort alles abverlangen“, fordert Breiler. Klar ist, dass seine Mannschaft ein schnelles und geordnetes Rückzugsverhalten benötigt, dass sie Lösungen gegen das überfallartige Tempospiel der Kurpfalz Bären braucht, das diese auf Basis der aufmerksamen 5:1-Abwehr sowie der mit Champions-League-Erfahrung ausgestatteten Torfrau Sabine Stockhorst aufziehen. „Das ist eine tolle Mannschaft“, lobt Breiler den Gegner, der sich mit nachhaltiger Aufbauarbeit ein Zweitliga-Spitzenteam geformt hat.

Zuhause übermotiviert?

Dieses strebt nun in Richtung Bundesliga. Sollte der Aufstieg sportlich gelingen, werden die Bären diesen Weg gehen. Die Chancen stehen weiterhin gut, der Vorsprung ist allerdings geschmolzen. Mainz 05 und Beyeröhde sind nur noch zwei Zähler entfernt. Was daran liegt, dass sich Ketsch gegen Nürtingen (17:20) und Rödertal (27:28) überraschende Heimpleiten erlaubte.

„Die Atmosphäre bei unseren Heimspielen finde ich toll, aber sie führt auch dazu, dass wir zu ungeduldig und manchmal auch hektisch agieren, weil alle glauben, dass wir den Gegner überrennen müssen“, so Trainerin Katrin Schneider gegenüber dem Pressedienst des Vereins. Auswärts hingegen tritt ihre Mannschaft aber weiterhin sehr souverän auf, gewann zuletzt mit 33:23 beim TSV Nord Harrislee.

Sollten die Kurpfalz Bären zuhause erneut verkrampfen, könnte das für Gedern/Nidda natürlich ein Vorteil sein. Schwimmt sich der Tabellenzweite schnell frei, kann dies allerdings ebenso schnell ins Gegenteil umschlagen. „Wir haben erleben müssen, dass es in dieser Liga keinen Selbstgänger gibt“, sagt Schneider. „Daher sind wir gefordert, den Gegner äußerst ernst zu nehmen und dieses Mal nicht in einen Rückstand zu geraten.“

Quelle: Kreis-Anzeiger (09.03.2019)

Kurpfalz Bären daheim als hoher Favorit

Kate Schneider wirkt in den letzten Wochen immer etwas angefressen, wenn sie auf den möglichen Aufstieg des von ihr trainierten Handball-Zweitligisten Kurpfalz-Bären Ketsch in die erste Liga angesprochen wird. So auch vor der anstehenden Begegnung mit der HSG Gedern/Nidda, die als aktuell Vorletzter an den Altrhein kommt.

Sie führt die beiden Heimniederlagen gegen Nürtingen und Rödertal zwar nicht auf die Ungeduld der Fans zurück, betont aber, dass die Mannschaft in fremden Hallen abgeklärter spielt als in der Neurotthalle: „Die Atmosphäre bei unseren Heimspielen finde ich toll, aber sie führt auch dazu, dass wir zu ungeduldig und manchmal auch hektisch agieren, weil alle glauben, dass wir den Gegner überrennen müssen. Da diese sich aber immer besser auf unser Spiel einstellen und alles versuchen, das Tempo aus dem Spiel zu nehmen, machen wir oft leichte Fehler, die uns ins Hintertreffen bringen und wir einem Rückstand hinterherlaufen müssen.“

Der Aufsteiger vom Vogelsberg in der Wetterau ist nach einer passa-blen Vorrunde etwas ins Schlingern geraten. Den einzigen Punkt in diesem Jahr ergatterte er mit dem 25:25 beim Tabellenletzten in Trier. Dennoch hat sich das Team noch nicht aufgegeben, auch wenn es bei der 25:30-Heimniederlage gegen die Füchse Berlin erneut eine herbe Enttäuschung gab. Für Trainer Christian Breiler aber sicherlich kein Grund, die Hoffnung auf den Klassenerhalt aufzugeben. Er ist seit 2010 im Amt und hat ein Team aufgebaut, das kämpferisch überzeugt.

„Es gibt keine Selbstläufer“

Am auffälligsten in dieser Saison waren bislang die hoch aufgeschossene Kristin Amos als Rückraumschützin (fünftbeste Torjägerin der Liga mit 6,5 Toren im Schnitt) und die unermüdlich rackernde Kreisläuferin Leonie Nowak.

Während die Bären 2018 monatelang zu Hause ungeschlagen blieben, setzte es im Februar gleich die angesprochenen Heimniederlagen. Dafür waren sie auswärts gleich dreimal in Kirchhof, Waiblingen und zuletzt in Harrislee erfolgreich. Grund genug für Schneider sich und ihre Spielerinnen in die Pflicht zu nehmen. „Klar gehen wir als Favorit in dieses Spiel. Wir haben aber erleben müssen, dass es in dieser Liga keinen Selbstläufer gibt. Daher sind wir gefordert, den Gegner äußerst ernst zu nehmen und dieses Mal nicht in einen Rückstand zu geraten.“

Mit Verena Oßwald, Sina Michels und der wieder einsatzfähigen Lara Eckhardt, die alle häufig von der Auswechselbank kommen, hat Ketsch drei Schützinnen in der Hinterhand, die wieder entscheidend in das Spielgeschehen eingreifen könnten.

Quelle: Schwetzinger Zeitung (08.03.2019)

Ausblick auf das HSG-Wochenende

Knifflige Aufgaben stehen am Wochenende für die HSG-Mannschaften an. Zwei Teams müssen auswärts ran, eines spielt zuhause. Der Ausblick.

Zu Gast beim Aufstiegskandidat

Die Zweitliga-Damen gastieren am Sonntag um 16 Uhr bei den Kurpfalz Bären. Der Tabellenzweite aus Baden-Württemberg hat zwar seine letzten beiden Heimspiele verloren, ist mit Auswärtssiegen in Waiblingen (30:27) und Harrislee (33:23) jedoch in die Erfolgsspur zurückgekehrt. Noch dazu dürfte Ketsch hoch motiviert sein, nun auch zuhause wieder erfolgreich zu sein.

„Das ist eine tolle Mannschaft mit einem guten Tempospiel“, sagt HSG-Trainer Christian Breiler, dessen Mannschaft eine Leistung nahe am Optimum benötigen wird, um den Bären Paroli zu bieten. Das Ziel: „Wir wollen uns so gut wie möglich verkaufen.“

Erstes von zwei Spitzenspielen in Folge

Für die zweiten Damen stehen nun zwei Top-Spiele an. Das erste davon steigt am Samstagabend um 19.30 Uhr in der Sporthalle Gedern gegen den Bezirksoberliga-Absteiger KSG Bieber. Mit 25:5 Punkten führen die HSG-Damen derzeit die Tabelle der Bezirksliga A an – mit einem Punkt Vorsprung auf den Zweiten HSG Kirch-/Pohl-Göns/Butzbach, auf den man nächste Woche trifft, und mit deren sechs auf den Rangvierten Bieber. Mit der KSG hat die Mannschaft von Trainer Thomas Schuster angesichts der Niederlage im Hinspiel noch eine Rechnung offen und könnte den Gegner im Erfolgsfall klar auf Abstand halten.

Die ersten Männer sind am Samstagabend (18 Uhr) auswärts beim Tabellensechsten HSG Wettenberg III gefordert. Vor der Faschingspause gab es im Spitzenspiel gegen die SG Rechtenbach eine 22:30-Heimniederlage. Dadurch endete nicht nur die Serie von sieben Siegen am Stück, sondern fiel die Mannschaft von Trainer Andreas Nau auch vom zweiten auf den dritten Rang der Bezirksliga A zurück. In Wettenberg soll dementsprechend nun eine neue Erfolgsserie eingeläutet werden.

Spiegelbild der Saison

NIDDA – Manchmal taugt ein einziges Spiel als Spiegelbild einer ganzen Saison. Die Handballerinnen der HSG Gedern/Nidda sind absolut imstande, in der 2. Bundesliga mitzuhalten. Doch das letzte Quäntchen fehlt. Das war auch bei der 25:30 (14:14)-Niederlage gegen die Füchse Berlin nicht anders. Die Zeichen stehen nun endgültig auf Abstieg.

HSG Gedern/Nidda –
Füchse Berlin 25:30

„Gefühlt war mehr drin“, bedauerte HSG-Trainer Christian Breiler nach der dritten Pleite in der Folge. „Mir tun die Mädels ein bisschen leid, weil wir uns für dieses Spiel nicht belohnt haben.“

Das Ziel, sich anders als bei der haushohen Klatsche in Harrislee zu präsentieren, erreichte der Tabellenvorletzte vor 430 Zuschauern aber allemal. Trotz in personeller Hinsicht widrigen Umständen. „Wir haben eine schwierige Woche hinter uns“, sagte Breiler. Einige Spielerinnen konnten kaum oder gar nicht trainieren. Abwehrchefin Leonie Nowak etwa war gegen Berlin lediglich eine Teilzeitkraft, nachdem sie in den Tagen zuvor noch mit Fieber flachgelegen hatte. Dafür sprang Routinier Nadin Patz in die Bresche, erzielte am Kreis drei Tore und ersetzte phasenweise Nowak im Innenblock. Auch Rechtsaußen Kirsten Schindler war gesundheitlich angeschlagen, stand deshalb nur im zweiten Durchgang auf dem Spielfeld.

Wie am Schnürchen

All das hielt die Wetterauerinnen nicht davon ab, eine Dreiviertelstunde lang zumindest im Angriff eine der besten Saisonleistungen zu zeigen. Nachdem die Breiler-Sieben ihre Anlaufschwierigkeiten überwunden hatte, lief es offensiv nämlich wie am Schnürchen. Die 5:1-Deckung der Berlinerinnen mit einer auf der ballfernen Seite zusätzlich offensiven Halbverteidigerin bereitete der Spielgemeinschaft nur selten Probleme.

Angeführt von der das Angriffsspiel clever leitenden Regisseurin Stefanie Thiele fanden die Gastgeberinnen immer wieder Lösungen, die Füchse-Deckung auszuhebeln. Vielfach mittels Abräumen auf eine der beiden Außenpositionen, mal mit Kreisanspielen, mal mit Durchbrüchen. Ein Trumpf der HSG: Man war gerade im ersten Durchgang kaum ausrechenbar, für die 14 Treffer vor der Pause sorgten acht verschiedene Spielerinnen. Die Mischung stimmte also.

Weil sich obendrein Torhüterin Sandra Elisath von Minute zu Minute steigerte und in der ersten Hälfte letztlich acht Paraden verbuchte, gelang es, den Hauptstädterinnen ein Duell auf Augenhöhe zu liefern. Auch von einem 6:9-Rückstand (15.) ließ sich der Tabellenvorletzte nicht aus dem Tritt bringen, lag beim 11:10 (20.) sogar wieder vorne, ehe es mit einem 14:14 in die Pause ging.

An der Gemengelage änderte sich auch nach Wiederbeginn zunächst nichts. Vorne kam die HSG immer wieder erfolgreich zum Abschluss, hinten schaffte sie es aber kaum, die Füchse zu stoppen. Dennoch leuchtete nach einem verwandelten Siebenmeter von Rückraumspielerin Kristin Amos eine 21:19-Führung (43.) auf der Anzeigetafel.

Danach veränderte sich die Begegnung jedoch schlagartig. In doppelter Unterzahl nahm das Übel seinen Lauf, Berlin egalisierte den Rückstand. Anschließend war die zuvor im Angriff gezeigte Leichtigkeit perdu. Die Unzulänglichkeiten summierten sich – von Fehlwürfen über Fehlpässe bis hin zu technischen Fehlern.

Zwölf Fehlwürfe und Ballverluste leistete sich die HSG in der Schlussviertelstunde, erzielte in der Phase nur noch magere vier Treffer. Ganz anders der Gegner: Die Füchse zogen ihr Spiel konsequent durch, kamen etwa über die Rückraumlinke Vanessa Magg vermehrt zu einfachen Treffern aus der zweiten Reihe, lagen nach einem Doppelschlag der Österreicherin in der 49. Minute mit 23:21 vorne. Auch eine Auszeit sowie personelle Umstellungen halfen nicht mehr, den Schalter noch einmal umzulegen. Spätestens beim 24:28 (57.) war die Partie entschieden.

„Uns hat zum Ende hin in der Abwehr die Kompaktheit und im Angriff die Power gefehlt. Wir haben die Spielzüge nicht mehr in der Konsequenz gespielt, wie wir sie spielen hätten müssen, um zum Erfolg zu kommen“, analysierte Breiler. „Ich bin überzeugt“, so der HSG-Trainer, „dass es mit einer besseren Trainingswoche enger ausgegangen wäre.“ Am nächsten Sonntag müssen die Wetterauerinnen nun zum Tabellenzweiten Kurpfalz Bären reisen.

Quelle: Kreis-Anzeiger (04.03.2019)

Hoffnungsfunke statt Strohfeuer

Gedern/Nidda (flo). War es nur ein Strohfeuer? Die Handballerinnen der HSG Gedern/Nidda sind mit guten Leistungen in die Rückrunde der 2. Bundesliga gestartet. Zuletzt bremsten zwei deutliche Niederlagen – erst das 26:34 in Bremen, danach das 21:37 in Harrislee – den Aufwärtstrend signifikant aus. Am Samstagabend (18 Uhr, Gymnasiumhalle Nidda) hat der Tabellenvorletzte nun die Füchse Berlin zu Gast. Und will in dieser Begegnung wieder in die Spur zurückkehren.

Samstag, 18 Uhr
HSG Gedern/Nidda – Füchse Berlin

Wenn der Rangachte aus der Millionenmetropole ins Oberhessische kommt, dann ist das selbstverständlich auch ein Duell zwischen Provinz und Hauptstadt. Für die HSG ist es aber vor allem der Auftakt eines hammerharten Monats, in dem sie nach der Partie gegen die Füchse noch auf drei der aktuellen Top Vier treffen wird. So klar der Aufsteiger gegen Berlin in der Außenseiterrolle ist, so logisch ist: Wenn im März ein Erfolgserlebnis gelingen soll, dann ist das gegen die Hauptstädterinnen am wenigsten unwahrscheinlich.

Zumal der momentane Tabellenvorletzte die Füchse schon einmal düpiert hat. In der Hinrunde setzte sich Gedern/Nidda in Berlin dank der wohl besten Saisonleistung völlig überraschend mit 26:24 durch. Ein Vorteil für das zweite Aufeinandertreffen? Trainer Christian Breiler winkt ab. „Nein, man muss sich alles wieder neu erarbeiten“, sagt der 41-Jährige. Mehr noch: „Nach der Niederlage im Hinspiel werden sie uns nicht unterschätzen.“ Daran ändern gewiss auch die jüngsten Ergebnisse nichts. Denn während die HSG sich in Bremen und Harrislee deutliche Niederlagen einhandelte, setzten sich die Berlinerinnen gegen diese beiden Gegner klar durch, besiegten Harrislee mit 27:17 und Bremen mit 34:29.

Aus den vergangenen beiden Partien leitet sich für das Breiler-Team denn auch die Zielsetzung für das heutige Heimspiel ab. „Wir wollen uns wieder besser präsentieren, an uns glauben, an die Spiele gegen Waiblingen oder in Beyeröhde anknüpfen“, fordert der Trainer. Die Abwehr muss wieder galliger agieren, der Angriff die Anzahl der Fehler merklich reduzieren. Sonst wird es schwierig gegen einen Kontrahenten, der über ein gutes Tempospiel sowie einen starken Rückraum um die bundesligaerfahrene Halblinke Anna Blödorn (94/28 Tore) verfügt. Immerhin: „Wir tun uns in den Spielen, in denen es nicht unmittelbar etwas mit der Tabellensituation zu tun hat, leichter“, sagt Breiler. Das gegen Berlin ist ein solches.Die Hoffnungen auf einen aus eigener Kraft realisierten Klassenerhalt sind dennoch auf ein Minimum gesunken. „Wenn es drei Absteiger gibt“, sagt Breiler, „müsste schon etwas Außergewöhnliches passieren, damit wir am Ende eine Chance haben.“ Unerwartete Siege etwa, am besten zwei, drei hintereinander. Das ist nicht unbedingt wahrscheinlich. Ziellos irrt die Spielgemeinschaft trotz dieser Lage keineswegs umher. So viele Erfolgserlebnisse wie möglich sollen im letzten Drittel der Spielzeit noch her. Und: „Es muss unser Ziel sein, vor Trier zu landen“, sagt Breiler, der das erste Zweitligajahr der Vereinsgeschichte keinesfalls auf dem letzten Platz beenden will.

Die Planungen für die Folgesaison sind freilich längst angelaufen, finden derzeit zweigleisig statt. Der Lizenzantrag für ein weiteres Jahr in der 2. Bundesliga wurde Anfang dieser Woche verschickt, zudem eine Unternehmergesellschaft, in die der Lizenzspielbetrieb ausgegliedert werden soll, gegründet. In personeller Hinsicht laufen sowohl Gespräche mit potenziellen Neuzugängen als auch mit dem aktuellen Kader. Noch nicht in allen Fällen mit einem endgültigen Resultat. „Im Großteil wird die Mannschaft schon zusammenbleiben“, verrät HSG-Coach Breiler.

Etwas schwieriger gestaltet sich da schon die Personallage für das Berlin-Spiel. Leonie Nowak, als Leistungsträgerin und emotionale Anführerin eigentlich unverzichtbar, hütete seit Wochenbeginn mit Fieber das Bett. Rückraumspielerin Johanna Becker konnte aufgrund der nach wie vor Probleme bereitenden Knochenhautentzündung nur sehr dosiert trainieren. Bei beiden ist unklar, ob und in welcher Verfassung ein Einsatz möglich ist.

Quelle: Kreis-Anzeiger (02.03.2019)

Provinz meets Hauptstadt

Nach zwei Auswärtsspielen hintereinander steht für die HSG Gedern/Nidda in der 2. Bundesliga endlich wieder ein Heimspiel auf dem Programm. Am Samstag um 18 Uhr sind die Füchse Berlin in der Gymnasiumhalle Nidda zu Gast. Ein Duell zwischen Provinz und Hauptstadt, zwischen Kleinstadt und Millionenmetropole.

Im Hinspiel gelang der HSG eine faustdicke Überraschung. Mit einer der besten Saisonleistungen setzte man sich in Berlin mit 26:24 durch. Das würde die Mannschaft von Trainer Christian Breiler im zweiten Aufeinandertreffen dieser Spielzeit natürlich nur allzu gerne wiederholen. „Sie werden uns nach der Niederlage im Hinspiel nicht unterschätzen“, ahnt der HSG-Coach.

Anderes Gesicht zeigen

Der Favorit jedoch ist einmal mehr der Gegner. Die Füchse, die sich in der eigenen Schreibweise als Spreefüxxe bezeichnen, sind mit 19:21 Punkten und als Tabellenneunter im gesicherten Mittelfeld. Zuletzt gab es für die Berlinerinnen zwei Siege – erst ein klares 27:17 gegen den TSV Nord Harrislee, dann ein 34:29 gegen Werder Bremen. Beste Torschützin der Haupstädterinnen ist die erfahrene Rückraumspielerin Anna Blödorn mit 94/28 Treffern.

„Sie sind im Rückraum von jeder Position torgefährlich. Dazu haben sie ein gutes Zusammenspiel mit der Kreisläuferin“, weiß HSG-Coach Breiler um die Stärken des Kontrahenten. „Wir wollen uns gegen Berlin wieder besser präsentieren und ein anderes Gesicht zeigen als letzte Woche“, sagt der Trainer.

Faschingsparty nach dem Spiel

Direkt im Anschluss an das Spiel steht die große HSG-Faschingsparty an. Ab 19.59 Uhr feiern wir im Sportheim bei kölsche Tön, Kölsch, Gin Tonic und Sekt ausgiebig die fünfte Jahreszeit und freuen uns auf viele Mitfeiernde.

Nordfrauen feiern überragenden Sieg

Mit Wut im Bauch für die klare Niederlage im Hinspiel wollten sich die Nordfrauen am Samstag bei der HSG Gedern/Nidda revanchieren. Ihr Plan ging auf, mit einem überragenden 37:21 (16:8) Sieg sind sie ihrem Ziel “Klassenerhalt” ein deutlichen Schritt näher gekommen.

Egal was die HSG Gedern/Nidda auch versuchte, am Ende stand ihnen immer eine Sophie Fasold im Weg. Nach nur 20 Minuten zeichnete sich die Schlussfrau vom TSV Nord Harrislee bereits mit zehn Paraden aus. Catharina Volquardsen nutzte diese und brachte einen Konter zum 9:5 im Gästegehäuse unter.
Der Gast, der im Hinspiel noch klar mit 22:14 gewann, zeigte Nerven. Ein 7-Meter wurde nicht genutzt, stattdessen erhöhte Lotta Woch auf einen 5-Tore-Vorsprung. Dies war erst der Anfang der “Nordfrauen-Festspiele”. Immer wieder brachte Fasold den Gegner zum Verzweifeln und vorne wurde eiskalt verwandelt. So ging das Team von Trainer “Shorty” Linde mit einer 16:8 Führung in die Pause.

Mit Wut im Bauch zum überragenden Erfolg

In der zweiten Hälfte konnten die Nordfrauen sogar noch eine Schippe drauf legen. Nach 33 Minuten wurde der Vorsprung auf ganze zehn Treffer ausgebaut, vorangegangen war erneut eine starke Parade von Sophie Fasold. Auch bei den 7-Metern zeigten sich die Nordfrauen Nervenstark, Fenja Jensen machte in der 37. Minute ihren Hattrick, der zum 23:11 führte, in dieser Wertung perfekt, nur um zwei Minuten später erneut zu verwandeln.

Eine Viertelstunde vor Schluss führten die Nordfrauen mit 15 Toren, in der Spitze waren es sogar 18 Tore. Für die letzten Minuten durfte sich auch noch Nane Sibbersen im Tor vom TSV Nord Harrislee beweisen. Nach 60 Minuten stand ein 37:21 Heimsieg auf der Anzeigentafel, der auch in der Höhe so absolut verdient war. Auch Gästetrainer Christian Breiler erkannte den deutlichen Sieg der Nordfrauen an und zeigte sich von der Atmosphäre in der Holmberghalle begeistert, speziell von den vielen Kindern. “Das Spiel war eigentlich zur Halbzeit entschieden, wir haben nicht viel hinbekommen”, war Breiler aber auch sichtlich enttäuscht von der Leistung seiner Mannschaft.

Das Schlusswort hatte Torfrau Sophie Fasold, die ganze 19 Paraden für sich verbuchen konnte. “Wir sind voller Wut im Bauch angetreten, weil wir das Hinspiel so verkorkst hatten”, erklärte sie strahlend.

Für den TSV Nord Harrislee könnte dieser Sieg bereits die halbe Miete für den Klassenerhalt gewesen sein. Auch am kommenden Samstag geht es mit einem Heimspiel in der Holmberghalle weiter. Dann geht es gegen die Kurpfalz Bären, die im Hinspiel knapp mit 24:22 erfolgreich waren. Vielleicht gelingt mit dem heimischen Publikum im Rücken auch hier die erfolgreiche Revanche.

Quelle: TNS Sports HD (24.02.2019)

HSG Gedern/Nidda vom TSV Nord Harrislee gerupft

Harrislee/Nidda (flo). Als die Handballerinnen der HSG Gedern/Nidda gegen halb fünf am Sonntagmorgen nach eineinhalb Tagen wieder in der Heimat ankamen, waren sie mutmaßlich darauf bedacht, die Geschehnisse möglichst schnell zu verdrängen. Der Trip in den Norden geriet nämlich zu einem sportlichen Alptraum. Sage und schreibe mit 21:37 (8:16) ging der heimische Zweitligist beim TSV Nord Harrislee unter. Eine schmerzhafte Abfuhr – und das wohlgemerkt nicht etwa bei einem Top-Team, sondern bei einem Mitaufsteiger.

TSV Nord Harrislee –
HSG Gedern/Nidda 37:21

Es war eine wundersam konfuse Leistung, die den – durch die 26:34-Niederlage in Bremen bereits abgeschwächten – Aufwärtstrend der Rückrunde gänzlich konterkariert. „Das war kein guter Tag von uns, wir haben vieles falsch gemacht. Ich glaube, wir hätten fünf Stunden spielen können und es wäre nicht besser geworden. Wir haben einfach kein Bein auf den Boden bekommen. Solche Tage gibt’s“, ordnete Trainer Christian Breiler den alles andere als zweitligatauglichen Auftritt seiner Mannschaft ein.

Das Kardinalproblem war die hanebüchene Chancenverwertung. Summa summarum 30 Fehlwürfe leisteten sich die Wetterauerinnen – davon über ein Dutzend freie Würfe sowie vier vergebene Siebenmeter. Alleine von Außenpositionen häuften sich zwölf verworfene Bälle an. Immer wieder scheiterte man an der überragenden TSV-Schlussfrau Sophie Fasold (19 Paraden). Dazu kamen 16 Ballverluste. „Da wird es schwierig, ein Spiel zu gewinnen“, weiß Breiler.

Man hätte schon ahnen können, dass es nicht der Tag der HSG werden würde. Der nachgefahrene Bus nämlich steckte bei Salzgitter im Stau, traf erst 20 Minuten vor dem Spiel an der Halle ein – mit Bällen und Trikots im Schlepptau. Besser wurde es auch in der Folge nicht. Den Start in die Partie verschliefen die Gäste komplett. Vorne traf man nicht, hinten war man gegen das Umschaltspiel des Gegners zu langsam, so dass Harrislee zu einfachen Treffern kam und in der 7. Minute bereits mit 5:1 führte.

HSG-Coach Breiler war gezwungen, eine frühe Auszeit zu nehmen, „ich habe versucht, die Mannschaft wachzurütteln“. Das klappte – zumindest kurz. Mit verbesserter Defensivarbeit und dank Fehlern des Gastgebers arbeitete man sich mühsam zurück, Linksaußen Isabell Schüler stellte in Unterzahl den 4:5-Anschluss (16.) her. Das war es dann aber auch wieder mit dem Aufbäumen.

Anschließend machte der heimische Aufsteiger so ziemlich alles falsch. Defensiv mangelte es an jeglicher Aggressivität, regelmäßig durften Harrislees Rückraumwerferinnen aus guten Positionen abdrücken. Zusätzlich ließen Fehlwürfe und Ballverluste die HSG immer wieder in Gegenstöße laufen. So zog der Kontrahent aus dem hohen Norden in Windeseile davon, lag erst mit 12:6 (22.) vorne und hatte das Spiel beim Pausen-16:8 im Grunde bereits entschieden.

Besser wurde es in der zweiten Hälfte keineswegs. Gedern/Nidda machte es den aufs Tempo drückenden Schleswig-Holsteinerinnen denkbar einfach, einen Kantersieg einzufahren und Revanche für die 14:22-Hinspielpleite zu nehmen, ließ die Demontage stellenweise apathisch über sich ergehen. „Wir haben uns dann etwas hängen lassen“, gestand Trainer Breiler. Fast schon symptomatisch, wie frei die bei der schnellen Mitte an den Kreis aufgelöste Rückraumakteurin Janne Lotta Woch zum 18:9 (33.) einwerfen durfte. Minute für Minute wuchs die Führung des TSV, nahm das Ausmaß der Klatsche für die Wetterauerinnen zu.

„Es ist schade, dass wir unsere PS überhaupt nicht auf die Straße gebracht haben und es ist enttäuschend, dass wir in dieser Deutlichkeit verloren haben“, sagte Breiler nach dem kollektiven Aussetzer. „Aber wir haben schon unter Beweis gestellt, dass wir es besser können. Der Blick muss nach vorne gehen, wir müssen sehen, zuhause wieder eine andere Leistung auf das Parkett zu bringen.“ Das wird am nächsten Samstag gegen die Füchse Berlin dringend notwendig sein.

Quelle: Kreis-Anzeiger (25.02.2019)